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Foto: MAN

Elektroflotte nimmt zu

HV-Akkus: MAN baut Reparaturzentren

Mit dem Hochlauf der Elektrofahrzeuge müssen die Münchner im Service nachjustieren. Neben den bestehenden Hochvolt-Hubs in Hannover und Barcelona plant MAN weitere Batteriereparatur-Zentren.

MAN Truck & Bus richtet die eigene Serviceorganisation weiter in Richtung Elektromobilität aus. Derzeit gibt es Unternehmensangaben zufolge Batterie-Reparaturzentren in Deutschland (Hannover-Laatzen) und Spanien (Barcelona). In nächster Zeit sollen die Märkte Italien, Dänemark/Norwegen, Österreich, Belgien, Niederlande, Frankreich, Polen und Großbritannien folgen. Dies geht aus einer aktuellen Absichtserklärung des Nutzfahrzeugherstellers hervor.

„Das Ausrollen der Battery Repair Hubs in Europa wird notwendig, weil 2024 die ersten Einheiten der neuen MAN eTruck Generation an Kunden ausgeliefert werden“, heißt es im O-Ton. Man stehe am Beginn des Hochlaufs der Produktion und Auslieferung. MAN zufolge sind derzeit mehr als 1.000 batterie-elektrische Stadtbusse und über 2.400 E-Transporter auf Europas Straßen unterwegs. „Die Batteriereparatur ist für MAN eine Notwendigkeit, um die Wirtschaftlichkeit und Einsatzbereitschaft der Elektro-Fahrzeuge unserer Kunden auf hohem Niveau sicherzustellen“, sagt Christopher Kunstmann, Senior Vice President Customer Service Management bei MAN Truck & Bus. Auch im Sinne einer höheren Nachhaltigkeit seien Reparatur und Wiederaufbereitung der Akku-Packs bedeutsam.

Das erste Batterie-Reparaturzentrum in Hannover startete 2020. Seither baut der Hersteller Instandsetzungs-Wissen auf, heißt es. Erst für den MAN eTGE (Marktstart 2018), dann für den MAN eTGM (2020) sowie den Serienstart des elektrischen Stadtbusses MAN Lion’s City E (2020. Für all die unterschiedlichen Traktionsbatterien wurden jeweils Reparaturschritte erprobt, Mitarbeiter qualifiziert, Reparaturanleitungen erstellt und Anforderungen an den Arbeitsplatz festgelegt. In jedem Hub ist das entsprechende Hochvolt- und Spezialwerkzeug vorzuhalten. Weiteres Equipment reicht von der spezielle Schutzausrüstung über Be- und Entlüftungskonzepte bis zu einem Lastenkran für die schweren Batterien.

Zweite Nutzung, zweites Leben

Seit 2023 leitet MAN im REVAMP-Projekt, ein Konsortium aus neun Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Dieses auf drei Jahre angelegte Projekt hat das Ziel, den Prozess der Zustandsbewertung von gebrauchten Fahrzeugbatterien zu automatisieren. Mit diesem Wissen sollen Batterien wirtschaftlich wiederaufbereitet werden (Remanufacturing), um anschließend im Fahrzeug („Second Use“, Zweitnutzung) oder zu anderem Zweck („Second Life“, zweites Batterieleben) eingesetzt zu werden.

Im Fokus des nachhaltigen Ansatzes stehen die Diagnosefähigkeit der Batterie und deren wirtschaftliche Demontage. Um den Wiederverwertungskreis („Closed Loop“) der wertvollen Batteriematerialien zu schließen, hat MAN bereits heute die Themen Recycling sowie die Rückführung der reycelten Rohstoffe (Rezyklat) in neue Batteriezellen im Fokus. Die Nutzung von Sekundärmaterial stellt dabei eine der möglichen Stellschrauben dar, die es hinsichtlich einer „Dekarbonisierung des Hotspots Batteriezelle“ zu beachten gilt, erklärt MAN.

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