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Ein starkes Team! Johanna Walleshauser und Peter Steger liegt das Wohl junger Menschen sehr am Herzen.
Foto: amz – Marcel Schoch
Ein starkes Team! Johanna Walleshauser und Peter Steger liegt das Wohl junger Menschen sehr am Herzen.

Personal finden

Starthilfe für den Einstieg ins Berufsleben

Viele Kfz-Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Nicht so die Firma R & R Kraftfahrzeug-Reparatur GmbH aus Überacker. Hier hat man sich mit dem Projekt „Starthilfe“ einen eigenen Pool an Nachwuchskräften geschaffen.

Viele Jugendliche haben keinen Schulabschluss, geraten auf die schiefe Bahn oder finden nicht den Einstieg in das Berufsleben, weil ihnen der Schulabschluss fehlt. Um hier zu helfen, ist neben der Hilfe des Staates auch soziales Engagement von Seiten der Unternehmen und Betriebe notwendig. Dass sich dieses Engagement für alle Beteiligten auszahlen kann, zeigt das „Starthilfe“-Projekt der Firma R & R aus Überacker im Münchener Umland.

Mit über 20 Mitarbeitern gehört R & R zu den größten freien Kfz-Werkstätten im Münchner Westen. Neben Mehrmarken-Service und Reparatur ist man dort auch auf Prototypenbau und die Restaurierung von Oldtimern spezialisiert. „Wir bilden beinahe in jedem Kfz-Beruf aus“, sagt Peter Steger, Ausbilder und ehemaliger Mitgeschäftsführer von R & R. Doch wenn Peter Steger Bewerbungen liest, stellt er oft fest, dass wichtige Qualifikationen oder der passende Schulabschluss fehlt.

Als junger Mann aus der Bahn geworfen

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass solche Jugendlichen fast keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben“, sagt Steger. „Dabei sind die Gründe, weshalb zum Beispiel ein Schulabschluss fehlt oder ein junger Mensch keinen Platz in der Gesellschaft findet, sehr vielschichtig.“ Und Steger weiß, wovon er spricht, denn als er ein junger Mann war, hat ihn der frühe Tod seines Vaters völlig aus der Bahn geworfen. „Durch die intensive Unterstützung meiner Mutter und dem Engagement meines damaligen Lehrmeisters lernte ich aber, dass ein intaktes Elternhaus sehr wichtig ist, um im Leben Fuß zu fassen.“

Um seine Erfahrungen weiter geben zu können und jungen Menschen eine zweite Chance zu bieten, die völlig aus der Bahn geworfen wurden, hat Steger im Jahr 2004 das Projekt „Starthilfe“ bei R & R gegründet. „Die Starthilfe ist eine arbeitsbezogene Maßnahme mit pädagogischer Begleitung zur beruflichen Orientierung von jungen Frauen und Männern im Alter von 16 bis 25 Jahren“, erzählt Steger. „Ziel ist es, eine Ausbildungsreife und damit verbunden eine Vermittlung in den Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt zu erreichen.“ Unterstützung bekommt Peter Steger vom Verein Sprint e.V. der auch die Trägerschaft übernommen hat. Die Zuweisung der jungen Menschen in die Maßnahme wird dabei vom Jobcenter in Fürstenfeldbruck vorgenommen.

Teilziel Schulabschluss

„Das erste Teilziel für die Teilnehmer der Starthilfe heißt zunächst immer, den Mittelschulabschluss nachzuholen beziehungsweise so zu verbessern, so dass der Übergang in Ausbildung oder Arbeit gelingt“, sagt Johanna Walleshauser, Sozialarbeiterin und Verantwortliche für das Projekt Starthilfe bei R & R.  Im Rahmen der Starthilfe ist es ihre Aufgabe, die Jugendlichen auf den externen Schulabschluss an einer öffentlichen Schule vorzubereiten. Parallel dazu werden von Peter Steger und seinen Kollegen Stefan Rössner und Tomasz Theiler, die heutigen Geschäftsführer bei R&R, die handwerklichen Fähigkeiten und Techniken in den verschiedenen Berufsfeldern den Jugendlichen gelehrt.

Durch diese Kombination haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken und zielgerichtet auf Betriebspraktika und auf ihren Ausbildungswunsch hin auszurichten. Im Gegenzug bekommt der spätere Ausbildungsbetrieb Praktikanten/innen beziehungsweise Lehrlinge, die bereits handwerkliche Grundkenntnisse besitzen und über die erste Schnupperphase hinaus sind.

„Starthilfe“ hat bei R&R zwei Bedeutungen. Die wichtigere ist, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Start ins Berufsleben zu ermöglichen.
„Starthilfe“ hat bei R&R zwei Bedeutungen. Die wichtigere ist, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Start ins Berufsleben zu ermöglichen.
„Starthilfe“ hat bei R&R zwei Bedeutungen. Die wichtigere ist, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Start ins Berufsleben zu ermöglichen.
In der Trainings-Werkstatt der Starthilfe bekommen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der „Starthilfe“ Einblicke in die Kfz-Berufe.
In der Trainings-Werkstatt der Starthilfe bekommen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der „Starthilfe“ Einblicke in die Kfz-Berufe.
In der Trainings-Werkstatt der Starthilfe bekommen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der „Starthilfe“ Einblicke in die Kfz-Berufe.
Darsej Sehu hat erfolgreich die „Starthilfe“ durchlaufen. Heute ist er Kfz-Meister. Nebenbei unterstützt er die Neuzugänge in der „Starthilfe“.
Darsej Sehu hat erfolgreich die „Starthilfe“ durchlaufen. Heute ist er Kfz-Meister. Nebenbei unterstützt er die Neuzugänge in der „Starthilfe“.
Darsej Sehu hat erfolgreich die „Starthilfe“ durchlaufen. Heute ist er Kfz-Meister. Nebenbei unterstützt er die Neuzugänge in der „Starthilfe“.

Programm läuft zehn Monate

Das haben mittlerweile auch einige Firmen im Landkreis Fürstenfeldbruck erkannt und bieten den Jugendlichen nach Durchlaufen der „Starthilfe“ Lehrverträge an. Johanna Walleshauser: „Als Träger des Projekts Starthilfe übernimmt der Verein Sprint die pädagogische Betreuung, die Konzeption, die Verwaltung, Versicherung und Evaluation des Projekts. Die Firma R & R Fahrzeugtechnik GmbH bringt hingegen ihr technisches Wissen sowie die gesamte Infrastruktur ein. Nach Durchlaufen des zehnmonatigen Starthilfe-Programms, das jedes Jahr vom 1. Oktober bis zum 31. Juli läuft, sind die zwölf Jugendlichen wieder soweit gefestigt, dass sie mit ihrer Lehre bei einem Betrieb oder bei R & R beginnen können.“

Falls es während der Ausbildung dennoch zu Problemen kommen sollte, können die Jugendlichen bis zu ihrem Berufsabschluss mit der Hilfe von Peter Steger, Johanna Walleshauser und auch den ehemaligen Teilnehmern der Starthilfe rechnen – denn Zusammenhalt wird bei den Absolventen des Projekts großgeschrieben. Hierfür sprechen auch die Zahlen: Beinahe einhundert Prozent Erfolgsquote bei den nachgeholten Schulabschlüssen und annährend achtzig Prozent bei den erfolgreich abgeschlossenen Lehren zeigen, wie erfolgreich das Konzept ist.

Sport verbindet

Um die Ziele der Maßnahme, Werkstattpraxis, theoretische Ausbildung und Betriebspraktika den Jugendlichen noch schmackhafter zu machen und deren Motivation weiter zu steigern, hat Steger im Rahmen der Starthilfe 2008 auch das so genannte „Race-Project“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Rennteam, dass seit 2011 im Enduro-Langstreckensport mit Motorrädern von Husqvarna aktiv ist. „Mit Hilfe unserer Sponsoren wie Liqui Moly, Keine Macht den Drogen, Rauch, Spleen, TÜV Süd, GO!, Vigil Niedermaier, KTM Nord, Doc Shop, Tatonka, Ampertec, Parts Europe oder MCA Augsburg, die das ‘Race Project’ zusammen zu einhundert Prozent finanzieren und natürlich dem Engagement unserer Jugendlichen aus dem Starthilfe-Projekt, fahren wir stets ganz vorne mit“, so Steger.

Mit dem Starthilfe-Projekt hat der Verein Sprint, R & R und zahlreiche ortsansässige Ausbildungsbetriebe sehr gute Erfahrungen gemacht, da es gelungen ist, den Fachkräftemangel einzubremsen. Steger: „Jugendliche, die über zehn Monate einen Vollzeitlehrgang besuchen, von 8 bis 17 Uhr arbeiten, um sich beruflich zu qualifizieren und einen Schulabschluss machen, sind hoch motiviert und haben eine zweite Chance verdient. Diese Chance wird ihnen von vielen Betrieben gerne gegeben.“

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Zahlreiche Sponsoren unterstützen das „Race Project“ im Rahmen der Starthilfe. Trotzdem benötigt Peter Steger weitere Sponsoren für kommende Projekte.
Foto: amz – Marcel Schoch
Zahlreiche Sponsoren unterstützen das „Race Project“ im Rahmen der Starthilfe. Trotzdem benötigt Peter Steger weitere Sponsoren für kommende Projekte.
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