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Foto: Mulag
Durch häufiges An- und Abkuppeln der Geräte kann Schmutz ins System gelangen. Die Wechselintervalle sollten unbedingt eingehalten werden.

Kommunalbetriebe

Service für Allrounder

Die Winterdienstsaison ist beendet, die Mähsaison in vollem Gange. Damit Anbaugeräte und Trägerfahrzeuge jahrelang ihre Dienste leisten, müssen sie regelmäßig gewartet werden. Zwei Experten von Mulag und Aebi Schmidt geben Tipps.

Kommunalgeräte werden für ständigen und harten Einsatz entwickelt, dementsprechend robust sind Trägerfahrzeuge, Anbaugeräte, Ausleger und Antriebskomponenten konstruiert. 25 Dienstjahre seien laut Mercedes Benz für einen Unimog nicht ungewöhnlich. Bis zu zehn Jahre lang sind Mähgeräte von Mulag im Einsatz, zwischen 600 und 800 Betriebsstunden pro Jahr sind durchaus üblich. Damit die Geräte möglichst lange und zuverlässig im Einsatz bleiben können, sind regelmäßige Wartungsarbeiten nötig.

Oft betreiben die Kommunen eigene Werkstätten, kleinere Servicearbeiten erledigen die Mitarbeiter vor Ort selbst. Bernhard Huber ist Serviceleiter bei Mulag, einem der großen Mähgerätehersteller. "Betreiber sollten natürlich die Wartungsintervalle einhalten. Je nach Einsatzbedingungen können aber häufigere Kontrollen nötig sein", sagt Huber. Beim Trägerfahrzeug gilt das etwa für den Luftfilter, der bei Mäharbeiten viel staubige Luft ansaugt und sich schneller zusetzt als im Winterdienst. Bei stickiger Luft in der Kabine lohnt ein Blick auf den Innenraumfilter. "Bei Mäharbeiten sollten auch die Kühler täglich geprüft und bei Bedarf gereinigt werden", so Huber. Zur Wartung gehört auch die regelmäßige Sichtprüfung der wichtigen Schraub- und Steckverbindungen; das lässt sich gut mit dem täglichen oder wöchentlichen Abschmieren der Schmierstellen kombinieren, ebenso mit einer Funktionsprüfung der Schutzeinrichtungen.

Vorsicht bei ungewohnten Vibrationen

Grundsätzlich gilt: Vorbeugen ist besser als reparieren, daher sei es beim Mähen wichtig, auf die korrekte Schnitthöhe zu achten. "Das Mähwerk verschleißt viel schneller, wenn ständig Äste, Erde oder Steine aufgewirbelt werden. Daher sollte man die Schnitthöhe nie zu tief wählen", erklärt Serviceleiter Huber. Er empfiehlt auch, häufige Personalwechsel auf einer Maschine zu vermeiden. "Schlecht eingewiesenes oder ungeschultes Personal betreibt die Geräte oft nicht richtig, also mit falscher Schnitthöhe oder zu hoher Drehzahl. So entstehen dann Schäden." Die Bediener sollten zudem auf ungewöhnliche Vibrationen achten, die auf Schäden hinweisen oder diese verursachen können, wenn sie nicht rechtzeitig behoben werden. Sofern das Fahrzeug eine Zapfwelle besitzt, könnte die Ursache für Vibrationen etwa ein ausgeschlagenes Lager sein, das für einen unrunden Lauf der Zapfwelle sorgt – der wiederum zu einem undichten Wellendichtring führen kann. Bei Mähgeräten lohnt sich eine Aufarbeitung der Messerwelle, bei der Unwuchten beseitigt werden; solche Arbeiten können in der Wintersaison erledigt werden.

Besonderes Augenmerk gilt dem Hydrauliksystem. Dass Hydraulikschläuche platzen, kommt laut Mulag-Serviceleiter Huber äußerst selten vor. Dennoch ist eine regelmäßige Sichtprüfung auf äußere Beschädigungen sinnvoll. Stehen Geräte längere Zeit ungenutzt im Depot, können die Dichtringe in den Kupplungen porös und undicht werden. Auch bei häufigem an- und abkuppeln verschleißen die Dichtringe schneller. Durch häufigen Gerätewechsel kann zudem Schmutz ins Hydrauliksystem gelangen – das vorgeschriebene Wechselintervall des Hydraulikölfilters sollte daher nicht überzogen werden. Das gilt besonders auch für Winterdienstfahrzeuge, berichtet Martin Halder, Servicemitarbeiter beim Spezialfahrzeughersteller Aebi Schmidt: "Das Hydrauliköl unterliegt hohen Temperaturschwankungen: morgens im Winter ist es noch sehr kalt, im Betrieb dann sehr warm. Als Folge kann sich Kondenswasser im System bilden. Daher ist ein regelmäßiger Öl- und Filterwechsel nötig." Nach etwa sechs Jahren sollten die Hydraulikschläuche ausgetauscht werden, hier kommt es auf die Herstellervorgaben an. Betreiber sollten zudem auf den empfohlenen Betriebsdruck achten. Ist er durch defekte Ventile zu niedrig, wird das Gerät nicht mit optimaler Leistung betrieben, ist er zu hoch, drohen Schäden. Aebi Schmidt bietet zur Vermeidung solcher Schäden standardisierte, von geschultem Personal ausgeführte Servicepakete an, die auch Handlungsempfehlungen für die Kunden beinhalten.

Konservierung schützt

Während und nach der Wintersaison empfiehlt sich eine gründliche Reinigung des gesamten Fahrzeugs, um Salzrückstände vollständig zu entfernen. Beschädigungen an Lack und Konservierung des Fahrzeugs oder Anbaugerätes sollten möglichst schnell ausgebessert werden, damit aus dem kleinen Lack- kein großer Rostschaden wird. "Die Schneepflüge unterliegen recht starkem Verschleiß. Auch die Streugeräte sind natürlich immer Salz und Feuchtigkeit ausgesetzt. Kleine Fehlstellen kann man mit etwas Farbe und einem Pinsel ausbessern", sagt Martin Halder. Mercedes Benz bietet für den Unimog zur Nachkonservierung ein spezielles Zweischichtverfahren aus Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz an. Die erste Schicht schützt Hohlräume und Falze vor Feuchtigkeit, die zweite Schicht schützt vor Streusalz und auch mechanischen Einflüssen wie Steinschlag.

Die Fahrzeuge sind im harten Dauereinsatz, daher kann bei Trägerfahrzeugen wie dem Unimog ein Serviceleasing sinnvoll und günstiger sein als Kauf- oder Mietangebote. Bei Anbaugeräten kommt es aufs Gerät an: "Mähgeräte unterliegen recht hohem Verschleiß, da würde sich ein Servicevertrag kaum lohnen", erklärt Mulag-Serviceleiter Bernhard Huber, fügt aber an: "Bei komplexen Kehrmaschinen sieht das wiederum anders aus." Das bestätigt Martin Halder von Aebi Schmidt: "Immer mehr Betreiber von Kehrmaschinen wie auch von Winterdienstgeräten entscheiden sich bei einer Neuanschaffung auch für einen Wartungsvertrag."

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Foto: Aebi Schmidt Bei komplexen Geräten wie Kehrmaschinen setzen einige Betreiber auf Serviceverträge.

Mobile Checks

Die von beiden Unternehmen angebotenen Geräteüberprüfungen vor Ort werden von den Kunden gut angenommen. Bei Mulag gehört dazu ein Check der Elektroanlage und der sicherheitstechnischen Vorrichtungen, die Funktionskontrolle der Hydraulikkomponenten inklusive Messungen der Hydraulikanlage nach BGG 916 sowie die Sichtprüfung des kompletten Mähgerätes auf defekte Bauteile. Ein Prüfbericht samt Plakette dokumentiert abschließend den Check und die sicherheitstechnische Überwachung. Gleiches gilt für die Überprüfungen, die Aebi Schmidt anbietet. Bei Winter-Check prüfen die Servicemitarbeiter alle Funktionen des Streugeräts, darunter Drehzahl und Ausbringmenge, auch die UVV-Prüfung wird bei Bedarf erledigt. Damit auch die nächste Wintersaison problemlos bewältigt werden kann. (Mathias Heerwagen)

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Foto: Daimler AG Im Winterbetrieb nagen Salz und Feuchtigkeit an der Fahrzeugsubstanz. Eine regelmäßige Reinigung und Konservierung halten Fahrzeug und Geräte länger fit.

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