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Bundesminister Dr. Volker Wissing (r.) bekommt einen Drehmomentschlüssel von ZDK-Präsident Arne Joswig überreicht.
Foto: ProMotor
Bundesminister Dr. Volker Wissing (r.) bekommt einen Drehmomentschlüssel von ZDK-Präsident Arne Joswig überreicht.

Neujahrsgipfel der Automobilwirtschaft

„Mindestens genauso wichtig wie die Automobilhersteller“

Rund 1.000 Teilnehmer konnte ZDK-Präsident Arne Joswig auf dem Neujahrsgipfel des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in Berlin begrüßen. Er unterstrich die besondere Bedeutung des Kfz-Gewerbes mit ihren 480.000 Beschäftigten für den Standort Deutschland.

„Für die individuelle Mobilität der Menschen in unserem Land ist das Auto unverzichtbar.“ Mit diesen Worten begrüßte ZDK-Präsident Arne Joswig am vergangenen Dienstag die rund 1.000 Gäste des Neujahrsgipfels aus Politik, Verbänden und der Automobilwirtschaft in Berlin, darunter als Gastredner den Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing.

Nach dem Megastreik der Lokführer mit massiven Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft stehe der nächste Ausstand jetzt im ÖPNV kurz bevor. „Als Mobilmacher im Herzen Europas arbeiten unsere 40.000 Autohäuser und Kfz-Werkstätten mit ihren 480.000 Beschäftigten täglich daran, dass unser Land mit und ohne Bahnstreik mobil bleibt. Damit übernehmen wir auch eine große gesellschaftliche Verantwortung, die wir als Mittelständler und Handwerksbetriebe gern erfüllen.“

Planbare und verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich

Darüber hinaus sei das mittelständisch geprägte Kraftfahrzeuggewerbe ein entscheidender Wegbereiter der E-Mobilität und neuer alternativer Antriebe. „Für den Hochlauf der Elektromobilität brauchen unsere Betriebe, aber auch die Menschen in unserem Land, planbare und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Das Ziel der Bundesregierung, 15 Millionen Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf Deutschlands Straßen bringen zu wollen, werde nur mit dem vollen Engagement und dem Herzblut der Betriebe des Kfz-Gewerbes zu erreichen sein.

Der plötzliche Förderstopp des Umweltbonus kurz vor Weihnachten habe laut Joswig jedoch nicht dazu beigetragen, der Zielerreichung einen weiteren Schub zu geben Die Auftragslage bei E-Fahrzeugen sei bereits im Vorjahr deutlich zurückgegangen und verharre auf niedrigem Niveau. „Gerade weil wir uns in den Autohäusern und Werkstätten sehr frühzeitig auf die Transformation eingestellt und viel investiert haben, brauchen wir Verlässlichkeit bei politischen Entscheidungen“, betonte der ZDK-Präsident.

Lob für den Bundesverkehrsminister

Den Bundesverkehrsminister lobte Joswig für dessen Einsatz in Brüssel, auch nach dem für 2035 avisierten Verbrenner-Verbot neue Kraftfahrzeuge zuzulassen, die ausschließlich mit klimaneutral hergestellten synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) betrieben werden. „Wir stehen da an Ihrer Seite und unterstützen den Weg, das Erreichen der Klimaziele auch über eine klimaneutral betriebene Bestandsflotte der Verbrenner zu beschleunigen“, so Joswig.

Gleichzeitig betonte er: „Die mittelständische Automobilwirtschaft mit rund 480.000 Arbeitsplätzen und 190 Mrd. Euro Umsatz ist für den Standort Deutschland mindestens genauso wichtig wie die Automobilhersteller“, unterstrich Joswig. „Wir sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und wichtiger Multiplikator für moderne Mobilität und eine Branche mit Zukunft. Lassen Sie uns deshalb den gemeinsamen Dialog für einen bezahlbaren und umweltfreundlichen Straßenverkehr vertiefen.“

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Paneldiskussion „Perspektiven der Automobilwirtschaft – kommt der Mittelstand unter die Räder?“ mit Dr. Kurt-Christian Scheel, Tilman Kuban, Dr. Sandra Detzer, Tanja Woltmann-Knigge, Moderatorin Astrid Frohloff (v.li.).
Foto: ProMotor
Paneldiskussion „Perspektiven der Automobilwirtschaft – kommt der Mittelstand unter die Räder?“ mit Dr. Kurt-Christian Scheel, Tilman Kuban, Dr. Sandra Detzer, Tanja Woltmann-Knigge, Moderatorin Astrid Frohloff (v.li.).
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Bremsanlage

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