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Klimaanlage richtig spülen

Bei hohen Außentemperaturen versagen regelmäßig die Kompressoren. Oft wird dann nur der Verdichter ausgetauscht. Der nächste Fehler im Klima-System ist dann meistens nicht weit. Ein neuentwickeltes System verspricht Abhilfe.

Simple Lösungen machen misstrauisch – gerade im Kfz-Gewerbe. „Wenn das funktioniert, dann hätte da doch schon vorher einer drauf kommen müssen“, musste sich Erfinder Andreas Lamm von einem Entwicklungsingenieur anhören. Ist aber keiner. Mittlerweile muss Tüftler Lamm weniger Überzeugungsarbeit leisten. Mit Denso, Delphi, Valeo und Nissens empfehlen namhafte Hersteller von Ersatzteilen sein Spül-System zum Warten von Klimaanlagen.

Als ehemaliger Valeo-Mitarbeiter kennt er die Sorgen der Werkstätten. Wenn nachgerüstete Kompressoren nach 14 Tagen als Garantiefall zurück gesendet werden, dann geht der Ärger meist richtig los. „Die Kompressor-Hersteller stellen dann oft fest, dass zwar das Problem behoben wurde, aber nicht die Ursache. Die Schäden fallen dann nicht unter die Garantie.“
Denn der kaputte Kompressor steht nur am Ende einer langen Kette. Laut Lamm sind die Kondensatoren häufig stark verschmutzt oder verrostet. Bei sonnigem Wetter steigen dann die Temperaturen und somit auch der Druck im Klima-System, bis der Kompressor versagt.

ber ein Schauglas kann man den Splvorgang beobachten und mit dem Smartphone dokumentieren.Foto: Alexander Hnjes

Ein weiteres Problem sind laut Lamm kleine Ablagerungen, die sich im Laufe der Zeit im Klima-Kreislauf festsetzen. Um die zu beseitigen, hat er sich ein Zwei-Flaschen-System ausgedacht, mit dem er die Klimaanlage reinigt. Das funktioniert so: In einer Gasflasche hat er auf 75 Grad erhitztes Kältemittel. Durch die Wärme beträgt der Druck auf der Flasche 20 Bar, so dass die Flüssigkeit bei öffnen des Ventils durch den Klima-Kreislauf schießt. Normale Klima-Geräte schaffen viel weniger. Aufgrund der Durchflussmenge, des Drucks und der Temperatur des Kältemittels lösen sich Verkrustungen. Ablagerungen und Öle werden mit dem Kältemittelstrom abgeführt. Durch ein integriertes Schauglas am Ausgang des Kältemittelstromes ist eine Dokumentation per Videoaufnahme möglich.

Dort, wo der Kompressor sonst angeschlossen wird, steht noch eine zweite Flasche. In ihr herrscht nahezu ein Vakuum, so dass das heiße Kältemittel zusammen mit dem Dreck regelrecht in sie hineingesaugt wird. Damit bei so hohem Druck nichts daneben geht, liefert Lamm spezielle Spül-Adapter mit, die dem hohen Druck standhalten können.

Seine Methode soll verhindern, dass der komplette Klima-Kreislauf erneuert werden muss. Denn das kostet zwischen 6000 und 7000 Euro. Gerade der Autausch des Verdampfers nimmt viel Zeit in Anspruch. Der Erfinder weist zudem darauf hin, dass das Spülen die einzige Methode sei, mit der die Ölmenge im Klima-Kreislauf fest bestimmt werden könne. Wenn alles freigespült ist, kann mit dem neuen Kompressor wieder 100 Prozent des Schmierstoffs in den Kreislauf kommen. Er kennt aber auch die Grenzen seiner Methode. „Späne spülen geht nicht“, sagt Lamm. Zeigen sich beim Auseinanderbauen der Komponenten kleine Späne in der Kühlflüssigkeit, ist ein kompletter Ausbau des Systems unvermeidbar. Ein weiterer Fehler der laut Lamm gemacht wird, ist das Spülen mit etwas anderem als Kühlmittel. „Bremsenreiniger greift zum Beispiel die Schläuche an“, so der Experte. Den Arbeitsaufwand für seine Methode beziffert er mit zwei bis drei Stunden. Gespült wird immer in die entgegengesetzte Richtung, in die sonst das Kältemittel fließt. Da hätte wirklich früher jemand drauf kommen können. Doch am Ende war es ein Kfz-Elektriker aus Niedersachsen, der die Klima-Anlagen-Wartung neu dachte. (Alexander Hänjes)

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