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Automobilindustrie

Fusion besiegelt: FCA und PSA rücken eng zusammen

Mit dem Zusammenschluss soll der viertgrößte Automobilkonzern geschaffen werden. PSA und Fiat Chrysler wollen sich für die Herausforderung der Mobilität der Zukunft wappnen.

Während zum einen durch die Elektromobilität eine neue Gründerzeit für kleine Automanufakturen anzubrechen scheint, rücken die traditionellen Hersteller enger zusammen. Nun kündigten Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und die Groupe PSA ihre Fusion an: Mit einem Jahresabsatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen und einem kombinierten Umsatz von rund 170 Milliarden Euro soll aus dem fusionierten Unternehmen gemessen am Absatz der viertgrößte (hinter VW, Toyota und Renault-Nissan-Mitsubishi) und gemessen am Umsatz der drittgrößte OEM weltweit werden, hieß es zur Unterzeichnung der verbindlichen Zusammenschlussvereinbarung über den „50/50-Merger“.

Durch die Synergien beider Unternehmen sei man für die Herausforderungen der künftigen Mobilität in Gestalt alternativer Antriebe, autonomer Fahrfunktionen sowie Mobilitätsdienstleistungen besser gewappnet, hieß es. Die addierten Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung stellten eine robuste Plattform dar, um Innovationen und Transformationsprozesse zu fördern. „Dies ist der Zusammenschluss von zwei Unternehmen mit unglaublichen Marken und einer erfahrenen und engagierten Belegschaft. Beide haben härteste Zeiten hinter sich und sind zu agilen, smarten und beeindruckenden Wettbewerbern geworden.“, erklärte Mike Manley, Chief Executive Officer von FCA (rechts im Bild).

Überschneidungen befürchtet man weniger, das Portfolio sei äußerst komplementär und decke alle wichtigen Fahrzeugsegmente ab, von Luxus-, Premium- und Mainstream-Pkw bis hin zu SUVs und Trucks sowie leichten Nutzfahrzeugen. Dies werde untermauert durch die Stärke von FCA in Nordamerika und Lateinamerika sowie durch die solide Position der Groupe PSA in Europa, wie es heißt.

Sitz in den Niederlanden

Carlos Tavares, Chairman of the Managing Board der Groupe PSA, sagte: „Unser Zusammenschluss ist eine enorme Chance, eine stärkere Position in der Autoindustrie einzunehmen, um den Übergang in eine Welt sauberer, sicherer und nachhaltiger Mobilität zu meistern sowie unseren Kunden erstklassige Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten." Den Verwaltungsrat des künftigen, in den Niederlanden ansässigen Automobilriesen soll John Elkann, Vorstandsvorsitzender von FCA, führen. Als CEO ist laut Ankündigung Carlos Tavares vorgesehen.

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