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Das neue DCC Pro kann neun auch die Zugstufe gezielt steuern.
Foto: Volkswagen AG
Das neue DCC Pro kann neun auch die Zugstufe gezielt steuern.

Adaptives Fahrwerk

DCC Pro – Evolution am Dämpfer

Bei Volkswagen steht DCC für die adaptive Fahrwerksregelung. Mit dem neuen Passat feiert nun auch die überarbeitete Variante DCC Pro ihre Premiere.

Die Fahrwerksabstimmung ist für einen Fahrzeughersteller immer ein Spagat: Einerseits erwarten Kunden ein komfortables und voraussehbares Fahrgefühl, welches sich auch bei verschiedenen Beladungszuständen (nur Fahrer, zwei Personen, maximal beladen) nicht wesentlich ändert. Andererseits soll das Fahrzeug auf Wunsch aber auch sportlich wirken. Wobei die Wahrnehmung, was ein sportliches und was ein unangenehmes Fahrgefühl ist, naturgemäß weit auseinander geht. Volkswagen probiert, diese Herausforderung mit dem eigenen Dynamic Chassis Control, kurz DCC, zu bewältigen. Das System basiert auf vier aktiven Dämpfern, die über ein eigenes Steuergerät zentral angesteuert werden. Die Besonderheit ist dabei die kontinuierliche dynamische Anpassung des Fahrwerks: Das System ermittelt laufend die Geschwindigkeit, den Lenkwinkel und die auf das Fahrzeug wirkenden G-Kräfte. Auch wenn der Fahrer nicht bewusst in den Sportmodus schaltet, stellt das System die Dämpfer härter ein, wenn plötzlich starke Lenkbewegungen auftreten, um ein Aufschaukeln der Karosserie zu vermeiden und das Fahrverhalten konstant zu halten. Mit dem überarbeiteten „MQB+“ oder „MQB-Evo“ führt VW nun eine weitere Verbesserung an dem System durch. Der japanische Zulieferer KYB liefert die neuen DCC Pro Dämpfer, die sich neben der Dämpfung nun auch in der Zugstufe einstellen lassen. Statt einem Magnetventil sind fortan zwei Ventile pro Dämpfer verbaut, mit denen sich das Fahr- beziehungsweise Dämpfungsverhalten noch präziser steuern lässt. Gesteuert über das zentrale DCC-Steuergerät, können die Ventile innerhalb weniger Millisekunden das Verhalten des Dämpfers stufenlos anpassen.

Unterschiede zur ersten Generation

Für den Fahrer bringt das aufpreispflichtige System einen gegenüber konventionellen Stoßdämpfern erheblich gesteigerten Fahrkomfort. Bei klassischen Einrohr-Dämpfern sind Druck- und Zugstufe seitens des Herstellers definiert und bilden einen Kompromiss für alle Lebenslagen. Wer spezielle Sportdämpfer kauft, erwartet ein direkteres Lenkverhalten und ein strafferes Fahrwerk, welches mit Komforteinbußen erkauft wird. Die DCC-Dämpfer der ersten Generation verfügten daher über ein Magnetventil, mit dem sich die Druckstufe, sprich die Dämpfungsrate beim Einfedern, verstellen ließ. Ist der Bypass über das Ventil maximal geöffnet, ist der Dämpfer besonders weich. In der komplett geschlossenen Stellung verhält er sich wie ein Sport-Dämpfer, nur dass dieser sich auf Knopfdruck wieder wandeln lässt.

In der zweiten Generation kommt nun das Ventil für die Zugstufendämpfung hinzu. Die Zugstufe ist für die Geschwindigkeit des Ausfederns verantwortlich und so maßgeblich für das sanfte Gleiten auf langen Strecken zuständig. Zusammen mit dem Steuergerät und der verstellbaren Druckstufe kann so bei einer Bodenwelle, die das Fahrzeug auf der Vorderachse passiert, bereits das Zugstufenventil geöffnet werden. So wird das Fahrwerk schnellstmöglich wieder in seine Ausgangslage zurückgebracht und ein Wanken in der Karosserie vermieden. Nimmt das Fahrzeug hingegen schnelle Kurvenwechsel wie bei einer Fahrt um Pilone vor, sorgt das nun geschlossene Zugstufenventil dafür, dass die Karosserie keine seitlichen Wankbewegungen vollzieht, da das Ausfedern auf der kurveninneren Seite gebremst wird. Besonders im Zusammenspiel von verstellbarer Druck- und Zugstufe ergeben sich so neue Möglichkeiten der Fahrwerksabstimmung, die von besonderem Fahrkomfort bis hin zu sportlich agilem Dämpfungsverhalten keine Wünsche offenlassen.

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