Foto: BFG e.V.

Warnmeldung

Lebensgefahr? Austretendes Gas bei LPG-Autos

In einer Warnmeldung weist der Bundesverband für Gasanlagentechnik (BFG) darauf hin, dass bei bestimmten LPG-Gasanlagen entweichendes Gas zu Fahrzeugbränden führen könnte.

Verantwortlich für das entweichende Gas sind nach Ansicht des BFG undichte Hochdruck-Flex-Leitungen, die vom Tank zum Verdampfer im Motorraum führen. Das Gas kann im Stand oder im Fahrbetrieb an heiße Fahrzeugkomponenten gelangen, etwa an der Abgasanlage oder im Motorraum, was im schlimmsten Fall zu einer Entzündung des Gases und zu einem Fahrzeugbrand führen kann. So führt der BFG einen Fahrzeugbrand in Dormagen am 7. November, bei dem drei Personen schwer verletzt wurden, als Beleg für eine möglicherweise undichte Gasanlage an.

Millionenfaches Risiko?

Nach Schätzung des BFG könnten unzuverlässige Flexi-Gasschläuche in etlichen Millionen Fahrzeugen in Europa verbaut worden sein, so teilt der Verbraucherschutzverband für alternative Kraftstoffe und Antriebe in einem offenen Brief an das Kraftfahrtbundesamt (KBA) mit.

Auch eine Warnung des niederländischen Gasanlagenherstellers Prins aus dem Dezember 2018 belegt nach Ansicht des BFG, dass in diesem Fall Flex-Schläuche der Baureihen XD-3 (Kennzeichnungen 02/2018 und 08/2018 auf der Außenhülle) und XD-4 (03/2018) aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Produktion unbedingt auf Dichtigkeit geprüft werden müssten – was allerdings für neu eingebaute Gasanlagen generell vorgeschrieben ist. Die fehlerhaften Flex-Schläuche könnten zwischen März und November 2018 ausgeliefert und in Prins-Gasanlagen mit den Seriennummern zwischen B/05/18/0000 und B/43/18/9999 worden sein.

Besitzer von Autos mit LPG-Gasanlagen der entsprechenden Bauzeit sollten auf alle Fälle die Unterlagen zur verbauten Gasanlage checken und im Verdachtsfall eine Fachwerkstatt aufsuchen, um die Anlage auf Dichtigkeit prüfen zu lassen. Undichte Schläuche sind umgehend und vollständig auszutauschen. Bezüglich der Kosten für eine Prüfung und auch einen Austausch der Schläuche bestehen gegen den Hersteller gegebenenfalls Garantieansprüche oder Ansprüche aus Produkthaftung.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Laut dem BFG-Vorsitzenden Peter Ziegler ist das allerdings höchstens die Spitze des Eisbergs: „Wir haben hier gegenwärtig ein Fahrzeug der deutschen Firma Frontgas stehen, in dem der Flex-Schlauch Undichtigkeiten aufweist. Das Auto und die Gasanlage sind Baujahr 2008.“ Hier wurden andere Schläuche verbaut, deren Herkunft der BFG gerade recherchiert. „Wir hatten in den letzten Monaten in Deutschland extrem viele Fahrzeugbrände“, argumentiert Ziegler für eine wesentlich umfangreichere Überprüfung der in Betrieb befindlichen Anlagen. „Wir empfehlen jedem Fahrzeugbesitzer, der mit Gas fährt, seine Anlage in der Werkstatt seines Vertrauens überprüfen zu lassen. Das Gas ist gefährlich. Gerade jetzt in der Winterzeit haben alle in den Fahrzeugen die Heizung laufen und über die Lüftung kann das austretende Gas auch in den Innenraum gelangen. Da reicht unter Umständen eine brennende Zigarette, um eine Verpuffung auszulösen.“ Ziegler empfiehlt den Austausch der Flex-Schläuche gegen Kupferleitungen.

Der BFG hat auf seiner Website unter https://bfg-ev.com/oeffentliche-warnung-2/#more-742 ein Video der undichten Gasanlage des Frontgas-Fahrzeugs eingestellt.

Unsachgemäße Montage

Marco Hädicke von Frontgas Germany hat das Video überprüft: „Aus dem Video kann ich schon erkennen, dass der dort verbaute Verdampfer nicht von uns ist. Vermutlich ist dort auch nicht das richtige Kupplungsstück verbaut worden. Das sieht sehr nach einer schlechten Reparatur oder einem erst vor kurzem erfolgten, nicht fachgerechten Austausch aus, wobei vielleicht auch der Schlauch beschädigt worden ist.“ Frontgas rüstet Fahrzeuge mit zertifizierten Gasanlagen etablierter europäischer Hersteller, vornehmlich aus den Niederlanden und Italien, aus. Nach Hädickes Ansicht stellt sich die Situation weitaus weniger dramatisch dar: „Die in unseren Gasanlagen verbauten Hochdruckschläuche sind alle zertifiziert und geprüft. Die laufen in Millionen von Fahrzeugen, vom Auto bis zum Wohnmobil, und das in der Regel ohne Probleme. Und die Anlagen werden über die vorgeschriebenen Gasanlagenprüfungen regelmäßig gecheckt.“

Bei Gasgeruch: Alarmstufe Rot!

Was aber jede Werkstatt und jeder Besitzer eines Fahrzeugs mit Gasanlage machen kann und sollte, ist die Überprüfung bei einem Blick unter die Motorhaube, ob an der Gasanlage Flex-Schläuche verbaut sind. Weisen diese äußerlich strukturelle Abweichungen, Beschädigungen oder Verfärbungen auf, ist eventuell sogar Gasgeruch vorhanden, muss die Anlage dringend überprüft werden. Gasschläuche können porös werden oder bei unsachgemäßer Montage durchscheuern, sie können mit nicht passenden Kupplungsstücken, lockeren Schlauchklemmen oder schlimmstenfalls billigen Bindern befestigt sein.

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