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Etwas Farbe am Auto gefällig? 82 Prozent der von der BBE befragten Autofahrer sind der Meinung, dass getunte Autos auffallen und etwas Besonderes sind. 
Foto: Ingo Jagels
Etwas Farbe am Auto gefällig? 82 Prozent der von der BBE befragten Autofahrer sind der Meinung, dass getunte Autos auffallen und etwas Besonderes sind. 

Tuningmarkt

Deutlich mehr als eine Nische

Das Fahrzeugtuning bietet für Werkstätten und Teilehändler interessante Möglichkeiten für Zusatzgeschäfte. Allein im Aftermarket wird damit ein jährlicher Umsatz von zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. Aktuelle Zahlen hat jetzt BBE Automotive vorgelegt.

In Zeiten von Klimawandel, Nachhaltigkeit und zunehmender Verbreitung von Elektroautos wirkt das Tuning von Fahrzeugen ein wenig aus Zeit der gefallen. Doch wer Anfang Dezember auf der Essen Motor Show war, konnte sich davon überzeugen, dass die Szene weiterhin sehr lebendig ist. Mit gut 200.000 Besucherinnen und Besuchern kann die Messe zwar nicht an die Rekordzahlen der frühen 2000er-Jahre anknüpfen – aber immerhin, Tuning begeistert nach wie vor Autofans aller Altersstufen. Genauere Zahlen zum Thema hat die Kölner Unternehmensberatung BBE zusammen mit dem Verband der Automobiltuner (VDAT), dem Automobilclub von Deutschland (AvD), der Automechanika Frankfurt, Premio, Vogtmann und dem FSP-Partner Hundt in einer groß angelegten Branchenstudie zum Tuningmarkt in Deutschland ermittelt.

Im Rahmen der Studie wurden 1.000 Autofahrer, mehr als 100 Fahrer getunter Autos und 30 Hersteller zu ihrer Einstellung und zu konkreten Verhaltensweisen gefragt. Zusätzlich wurden die Player und deren Präsenz in Social Media umfassend analysiert. Die Studie legt damit umfassende und verlässliche Daten über diesen emotional geprägten Markt für Autotuning und -veredelung vor. Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Dezember im Rahmen der Essen Motor Show.

Beachtenswerte Größe

Der Tuningmarkt hat in Deutschland eine durchaus beachtenswerte Größe. Etwa drei Millionen Pkw sind hierzulande zugelassen, die auf unterschiedliche Art und Weise aufgewertet wurden. In erster Linie durch optisches Tuning (60 %) oder durch Modifikationen an Motor und Auspuffanlage (23 %). Etwa 6 bis 7 % aller Pkw-Fahrer hat den Erkenntnissen der Studie zufolge Individualisierungsmaßnahmen an ihrem Fahrzeug vorgenommen, die dem Bereich Tuning zuzuordnen sind.

Stark geprägt ist die Szene von den Aktivitäten der deutschen Hersteller, in erster Linie zu nennen sind hier Mercedes-Benz (AMG), BMW (M und Alpina), Audi (Audi Sport) und Volkswagen (R). Die Top-Modelle sind BMW 3er, BMW M-Modelle, VW Golf, Audi RS sowie Ford Mustang. Weitere Modelle mit Bedeutung sind Audi A3, A4 und A6, BMW 1er, 5er und X-Reihe, 5er, Mercedes A-, C- und E-Klasse, Ford Focus sowie VW Polo. In Summe produzieren die deutschen Autobauer jährlich fast 400.000 Performance-Fahrzeuge. Davon werden etwa 50.000 auf dem deutschen Markt zugelassen. Etwa vier Milliarden Euro geben Deutschlands Autokäuferinnen und Autokäufer aus, um Performance-Modelle oder Nachrüstpakete bei den Fahrzeugherstellern zu kaufen.

Der jährliche Umsatz für Umbauten und Komponenten auf dem freien Markt liegt bei zwei Milliarden Euro. Der höchste Anteil entfällt dabei auf Räder/Reifen und Fahrwerkskomponenten. Auf Werkstattseite gibt es laut der aktuellen Studie rund 200 Betriebe, die sich explizit auf das Thema Tuning spezialisiert haben. Weitere 1.000 Werkstätten beschäftigen sich prinzipiell mit dem Fahrzeugtuning. Jeweils 5.000 Personen sind bei den Fahrzeugherstellern sowie im Aftermarket in diesem Sektor tätig.

Klare Abgrenzung von der Poser- und Raserszene

Dass Tuning kein Nischenthema ist zeigt auch, dass 22 % der Autofahrer angeben, sich grundsätzlich dafür zu interessieren. Das Image könnte allerdings durchaus besser sein. So sind 45 % der Befragten der Meinung, die Tuningszene habe einen schlechten Ruf in der Gesellschaft. Gerd Heinemann, Geschäftsführer der BBE Automotive GmbH: „Die hinter dem Thema Tuning stehenden Menschen sind autobegeistert, wollen sich von der Masse abheben und lieben das stark über Onlinekanäle ausgelebte Gemeinschaftsgefühl.“ Besonderen Wert legen die Autoren der Studie auf die Tatsache, dass dieser Markt zu über 95 % von Personen geprägt wird, die sich eindeutig von der Poser- oder Raser-Szene abgrenzen.

Harald Schmidtke vom Verband der Automobiltuner ergänzt: „Die Studie belegt eindeutig bekannte VDAT-Positionen. Erstens: Der Wunsch nach automobiler Individualität ist unabhängig von der Art des Antriebs. So hält die E-Mobilität Einzug in die Szene. Zweitens zeigt das Produktranking, dass die optische Wahrnehmbarkeit einer Individualisierung der Zielgruppe wichtig ist. Drittens sollte die Randgruppe der Poser und Raser nicht mit der gesamten Tuningszene gleichgesetzt werden!“

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