Foto: Arwe Group

Aufbereitung

Arwe ist insolvent

Der Autopflege-Spezialist kümmert sich an Flughäfen um die Mietwagen. Der derzeitige Lockdown führte zum Auftragseinbruch und ließ eine Eigensanierung scheitern.

Mitte März stellten mehrere Gesellschaften der Arwe Group einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Diese Phase der Eigensanierung ist laut einer Mitteilung der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte gescheitert: Das Amtsgericht Augsburg bestellte am 1. Mai den Rechtsanwalt Paul Abel zum Insolvenzverwalter des Fahrzeugpflege-Dienstleisters und Automobillogistikers. Betroffen sind die Unternehmensbereiche Arwe Holding GmbH, Arwe Automotive Service GmbH, die Arwe CarRental Service GmbH und die Arwe Mobility Service GmbH.

Seit über 45 Jahren zählt das bayerische Unternehmen mit derzeit laut „Wirtschaftswoche“ 4.000 Mitarbeitern Autovermieter, Hersteller, Händler, Leasinggesellschaften sowie Carsharing-Anbieter zur Kundschaft. Die Automobilbranche spürt die Auswirkungen der Corona-Krise aktuell besonders und storniert Aufträge. Weiter geht es laut Mitteilung bei der Logistikgesellschaft Car24 GmbH und den europäischen Auslandsgesellschaften: Hier werde es zwar durch Verkauf der Beteiligungen zu Eigentümerwechseln kommen, aber diese Gesellschaften seien nicht insolvent und könnten ihre Tätigkeit fortsetzen.

Kündigungswelle droht

Insolvenzverwalter Paul Abel hatte mit seinem Team schon als vorläufiger Sachwalter die Sanierungsbemühungen begleitet, wird jetzt aber wohl den Großteil der Standorte stilllegen und einer großen Zahl von Arbeitnehmern kündigen müssen. „Natürlich bemühen wir uns weiter mit Hochdruck darum, noch Unternehmensteile und vor allem Arbeitsplätze zu retten. Teilübernahmen sind auch für Investoren weniger riskant als das Gesamtpaket“, teilte Paul Abel mit. Seiner Aussage nach werde derzeit mit mehreren vielversprechenden Kandidaten verhandelt.

„Wir wussten, dass der Zeitplan sehr ambitioniert ist, und dass zur Insolvenzeröffnung die weitere Finanzierung des operativen Geschäfts für die Zeit bis zur Bestätigung des Insolvenzplans stehen muss“, fasste Ulrich Feißt, CEO der Arwe Group, die Eigensanierungsphase zusammen. Alles sei vorbereitet worden, um auf Sparflamme durch die Krise zu kommen und man habe sehr intensiv mit mehreren Interessenten verhandelt. Bis zu 95 Prozent Umsatzrückgang und der unabsehbar andauernde Shutdown waren aber letztlich zu abschreckend. „Wenn man nicht kalkulieren kann, wann das Licht am Ende des Tunnels kommt, tut sich auch der motivierteste Investor schwer“, so Feißt.