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Foto: BPW
Verkehrssicherheit und Ladungssicherung sind untrennbar miteinander verbunden.

Nutzfahrzeuge

Gut gesichert fährt es sich besser

Der Schwerlastverkehr nimmt stetig zu – damit steigen auch die Gefahren für die Verkehrssicherheit. Sie lauern vor allem auf den Ladeflächen von Lkw und Anhängern. Durch falsches Beladen und unzureichend gesicherte Ladung kommt es immer wieder zu schweren Unfällen.

Nicht zuletzt wegen des florierenden Onlinehandels wächst die Menge der transportierten Güter auf Europas Straßen ständig. Damit gewinnt gleichzeitig auch die Ladungssicherung immer mehr an Bedeutung: Einerseits, um unnötige Unfälle zu vermeiden, andererseits, um Transportschäden an der Ladung zu minimieren. Eine fachgerechte Ladungssicherung, kurz ‚Lasi‘ genannt, ist daher unumgänglich. Wie zu sichern ist, beschreiben zahlreiche Normen und Richtlinien, die sowohl für den professionellen Güterverkehr als auch für den Pkw-Fahrer im eigenen Auto gelten. Wer sie ignoriert, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Kommen Personen zu Schaden, droht sogar Haft.

Doch die Verantwortung für eine gesetzeskonforme Ladungssicherung liegt nicht nur beim Fahrer, sondern auch bei den Spediteuren, Verladern und Versendern.

Ladung sicher und gesetzeskonform transportieren

Beim Straßentransport ist das Ladegut so zu sichern, dass es beim Anfahren, in Kurven und bei plötzlichen Ausweichmanövern oder Vollbremsungen nicht verrutschen, wegrollen oder gar von der Ladefläche fallen kann. Zudem sollte es während der Fahrt keinen unnötigen Lärm verursachen. Die Richtlinie 2700 ‚Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen‘ des VDI (Verband Deutscher Ingenieure) gilt seit 2004 als das Grundlagenwerk für Berufskraftfahrer, Spediteure, Fuhrunternehmer, aber auch für Richter und Ordnungsbehörden. Sie enthält neben den technischen Regeln auch konkrete Anleitungen, Verfahrensweisen und Berechnungsmodelle für unterschiedliche Transportträger, Ladungstypen, Ladungssicherungsmittel oder Hilfsmittel für die Lkw-Ladungssicherung.

Damit die Ladung gesetzeskonform an ihrem Platz auf der Ladefläche bleibt, gibt es verschiedene Lasi-Verfahren. Eines davon ist die ‚formschlüssige Ladungssicherung‘, bei der das Ladegut durch Formschluss, etwa durch den besonderen Fahrzeugaufbau oder durch spezielle Einbauten, gesichert wird. Formschluss lässt sich zudem mit Zurrmitteln – Zurrgurte, Zurrketten oder Zurrnetze – erreichen. Ein anderer Weg ist die ‚kraftschlüssige Ladungssicherung‘. Bei ihr wird die Ladung durch Niederzurren mit Zurrgurten oder -ketten quasi auf die Ladefläche gepresst, wodurch sich die Reibungskraft erhöht, welche ihrerseits verhindert, dass das Ladegut verrutscht.

Im Transportalltag werden Form- und Kraftschluss häufig so kombiniert, dass sie sich in ihrer Wirkung ergänzen. Beispielsweise wird das Niederzurren zur seitlichen und rückwärtigen Ladungssicherung kombiniert mit Einsteckrungen, um eine Bewegung in Fahrtrichtung zu blockieren. Eine vergleichbare Wirkung wie mit den Einsteckrungen lässt sich aber auch mit einer so genannten Kopfschlinge erzielen. In der folgenden Übersicht zeigen wir eine Auswahl spezieller Lasi-Produkte, mit der sich die unterschiedlichsten Ladegüter gesetzeskonform sichern lassen.

Intelligentes Lasi-System

Eine kontinuierliche Überwachung der Ladungssicherung, selbst während der Fahrt, verspricht BPW mit dem 2018 auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellten ‚iGurt‘. Dabei handelt es sich um ein smartes Sicherungssystem, das die richtige Vorspannkraft des Zurrgurtes anzeigt und während der Fahrt permanent überwacht. Das Gerät wird einfach am Zurrgurt befestigt und zeigt dann die jeweils angelegte Vorspannkraft auf dem Display an. Zusätzlich sendet es diese Daten per Bluetooth auf das Smartphone des Fahrers. Mit der zugehörigen iGurt-App soll so eine lückenlose Dokumentation der korrekten Ladungssicherung über den gesamten Transportprozess möglich sein, versichert BPW. Lockert sich einer der überwachten Zurrgurte, schlägt die App sofort Alarm. Auch eine zu hohe Vorspannkraft zeigt das Gerät an, um zu verhindern, dass empfindliches Ladegut beschädigt wird. Laut BPW ist das Gehäuse des smarten Sicherungssystems robust und schlagfest und auf den harten Dauereinsatz ausgelegt.

Ladungssicherung leicht gemacht

Das Thema Ladungssicherung ist äußerst vielfältig, umfangreich und komplex. Deshalb gehören spezielle Lasi-Seminare – neben klassischen Lasi-Produkten – schon seit Jahren zum Service-Portfolio von Dolezych. Der Corona-Pandemie geschuldet, haben die Dortmunder Lasi-Spezialisten zusätzlich zu den analogen Schulungen ein spezielles Live-Grundlagen-Webinar entwickelt, welches im März 2021 Premiere feierte. Referent dieser kostenlosen, mit ‚Ladungssicherung – wichtige Basics kompakt in zwei Stunden‘ überschriebenen Online-Schulung ist Uwe Schöbel, Leiter der Konstruktions- und Entwicklungsabteilung bei Dolezych.

Zur Zielgruppe des Webinars gehören nach eigenem Bekunden alle, die ihr grundlegendes Lasi-Wissen auffrischen und ergänzen möchten, ebenso wie Branchenneulinge, die sich in kurzer Zeit das Basis-Know-how für sicheres Transportieren aneignen wollen. In dem Zwei-Stunden-Live-Webinar erläutert Schöbel unterschiedliche Sicherungsverfahren und Sicherungsmittel sowie die korrekte Kennzeichnung, zudem beleuchtet er die physikalischen und rechtlichen Aspektze. Für Interaktion in dem Live-Webinar sorgen lockere Quiz-Sequenzen, mit denen die Teilnehmer ihr Lasi-Wissen überprüfen können.

Netzwerk für Ladungssicherung

Das Lasiportal, ein ständige wachsendes Online-Netzwerk rund um die Ladungssicherung, eine spezielle Internet-Seite des Ladungssicherungsspezialisten Marotech. Das Portal bietet umfangreiche Informationen, etwa Grund- und Expertenwissen rund um die fachgerechte und gesetzeskonforme Ladungssicherung bei Lkw, Anhängern, Kleintransportern, Containern und Pkw. Sämtliche Tipps, Hinweise, Urteile, Foren und Studien werden eigenen Angaben zufolge von Fachleuten und Experten exklusiv für das Lasiportal ausgewählt, verfasst und kommentiert. Ziel dieses Insider-Engagements ist den Portal-Betreibern zufolge die aktive Förderung der Verkehrssicherheit. „Denn die korrekte und gesetzeskonforme Ladungssicherung bedeutet im Ernstfall die Rettung von Menschenleben“, konstatieren die Lasiportal-Macher.

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Fahrzeugeinrichter Sortimo hat die L-BOXXen-Familie um eine ADR-konforme XL-Variante erweitert. Die 30-Liter-Box ist mit den bekannten ‚Sortimo EcoSystem‘ kompatibel.
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Mit dem Palettenstopper ‚AirlineStop‘ von Wistra lassen sich Paletten einfach gegen Verrutschen sichern. Die Stahlbeschläge lassen sich am Fahrzeugboden oder den Seitenwänden in den dazugehörigen Systemschienen verwenden.
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Das Ladungs-Überwachungssystem ‚iGurt‘ von BPW ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Vorspannkraft der Zurrgurte und warnt den Fahrer sofort über die ‚iGurt‘-App auf dessen Smartphone, wenn es Probleme gibt.
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Speziell für ‚die Lastesel der Nation‘, also für Transporter -und kleine Koffer-Fahrzeuge, hat Tragufix zahlreiche Lösungen entwickelt, die eine optimale und dabei simple Ladungssicherung ermöglichen.
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Mit dem ‚Lasi-Profi‘ lässt sich online die korrekte Anzahl der Hilfsmittel für die fachgerechte und gesetzeskonforme Ladungssicherung berechnen. Das Tool ‚spricht‘ 26 Sprachen.
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Spezielle Lasi-Seminare gehören schon seit Langem zum Service-Portfolio von Dolezych – in der Pandemiezeit wird das Lasi-Know-how nun per Live-Webinar vermittelt.
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Markt

Oldtimer auf Rekordfahrt

Sie werden immer beliebter, die historischen Fahrzeuge in Deutschland. Erstmals meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) mehr als 400 000 Oldtimer.

Foto: BMW Group

Fahrzeughersteller

BMW fährt einen Film!

Die Zukunft wird elektrisch und damit ändert sich die Geräuschkulisse auf den Straßen. Aber was wird man hören? Die leisen E-Autos müssen künftig mit künstlich erzeugten Geräuschen Fußgänger und Radfahrer warnen. BMW macht quasi einen Film daraus…

Foto: Volkswagen AG

Fahrzeughersteller

VW fährt autonom in Hamburg

Volkswagen erprobt automatisierte Fahrzeuge im öffentlichen Stadtverkehr von Hamburg. Damit wird erstmals unter realen Bedingungen automatisiertes Fahren bis Level 4 in einer deutschen Großstadt getestet.