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Foto: DAT

Autofahrer-Befragung

DAT-Report 2024: „Reparaturen auf historischem Tiefstand“

Seit 50 Jahren liefert der DAT-Report umfangreiche Informationen rund um das Themengebiet Autokauf und -reparatur. Die neueste Auflage wurde jetzt in Berlin präsentiert. Die wichtigste Erkenntnis aus Werkstattsicht: Autos müssen immer seltener repariert werden.

E-Auto, Hybrid oder Verbrenner? Wie relevant war die E-Prämie für den Kauf eines E-Autos? Kommt ein gebrauchtes E-Auto infrage? Manche Fragen haben sich im Laufe der Zeit geändert, aber der grundsätzliche Ansatz ist exakt wie vor 50 Jahren. Seit 1974 liefert der DAT-Report einen präzisen Blick auf das Verhalten privater Pkw-Neu- und Gebrauchtwagenkäufer und Werkstattkunden. Damit ist der DAT-Report eine wichtige Faktenbasis für strategische Entscheidungen der Akteure in der Autobranche.

Beim Neujahrsgipfel des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Berlin präsentierte das Autoren-Duo Uta Heller und Dr. Martin Endlein jetzt die Ergebnisse des DAT Reports 2024. Angesichts des schwierigen Automobiljahres 2023 stieß die Präsentation vor über 1.000 geladenen Gäste auf besonders großes Interesse. Für die aktuelle Auflage befragte das Marktforschungsinstitut GfK von März bis Oktober 2023 insgesamt 4727 Personen, darunter 1303 private Neuwagen- und 1318 Gebrauchtwagenkäufer.

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Das Auto spielte auch 2023 für 90% der Pkw-Halter eine elementare Rolle, weil es für sie Freiheit und Unabhängigkeit garantiert. Zudem bestätigten 84% der Pkw-Halter, dass das Autofahren Spaß mache. Bemerkenswert ist die Aussage von 73% aller Pkw-Halter, die sich jedes Mal freuten, wenn sie ihr Auto gesehen haben. Für die große Mehrheit der Pkw-Halter ist der eigene Pkw alternativlos. 81% aller Befragten bestätigten, dass das Auto unverzichtbar sei als Begleiter im Alltag. Das Automobil ist daher primär kein Luxusartikel, sondern häufig die einzige Möglichkeit, den Mobilitätsbedarf zu decken.

Allerdings ist die Beziehung der Pkw-Halter zum Auto ist auch von Ängsten, Unsicherheiten und umwelt- sowie verkehrspolitischen Gedanken geprägt. Aufgrund aktueller Entwicklungen wie hoher Kosten (Kraftstoffpreise, Pkw-Unterhaltskosten, hohe Zinsen etc.) gab knapp die Hälfte (46%) aller Pkw-Halter an, Angst zu haben, sich bald kein Auto mehr leisten zu können.

Autokauf war oft unausweichlich

Nachdem sich in der Mangellage des Jahres 2022 der Autokauf als enorm schwierig erwies, gaben nun 54% der Neuwagen- und 68% der Gebrauchtwagenkäufer an, dass ihr Kauf im Jahr 2023 absolut notwendig war. Mit 90% war vor allem für die Gebrauchtwagen-Erstkäufer die Pkw-Anschaffung unausweichlich. Die alleinige Fokussierung der Politik auf Elektromobilität gepaart mit dem noch fehlenden Vertrauen in die Technologie sorgt für Unsicherheit. 80% aller Pkw-Halter warten daher die Entwicklung der E-Mobilität ab und fahren ihr Auto länger.

Bei der Befragung zum DAT Report 2024 gaben 63% der Pkw-Halter an, dem gewollten Technologiewandel einzig auf Elektromobilität nichts abgewinnen zu können. Sie plädieren für Technologieoffenheit. Nur 19% halten hingegen die Fokussierung auf E-Mobilität für richtig und wichtig.  Wie im Vorjahr auch war für die Befragten die begrenzte Reichweite der Hauptgrund gegen die Anschaffung eines batterieelektrischen Pkw. Des Weiteren wurden oft die hohen Anschaffungskosten, die unausgereifte Infrastruktur und die langen Ladezeiten angeführt. Die weiteren genannten Gründe gegen den Kauf eines BEV bestätigen eine gewisse „Technologieunsicherheit“, denn sie bezogen sich auf die Batterie als Unsicherheitsfaktor bzw. ihre Haltbarkeit.

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Reparaturarbeiten auf historischem Tiefstand

Die Anzahl an durchgeführten Reparaturen – im DAT Report sind damit Verschleißreparaturen an Motor, Elektrik oder Fahrwerk gemeint – erreichte im Jahr 2023 einen historischen Tiefstand. Nur noch 28% aller Pkw-Halter ließen solche Arbeiten an ihrem Pkw durchführen. Pro Pkw bedeutet dies nur noch 0,39 Reparaturarbeiten. Dagegen ist erfreulicherweise das Wartungsverhalten auf einem relativ hohen Niveau geblieben. An jedem Pkw wurde 2023 im Schnitt eine Wartungsarbeit durchgeführt. Vielen Autofahrern ist die Sicherheit und Fahrbereitschaft ihres Autos sehr wichtig, was sich auch in ihrem Wartungsverhalten zeigt.

Erstmals widmet sich der DAT Report dem Thema Softwareprobleme. Die Pkw-Halter wurden danach befragt, ob Probleme mit der Elektronik oder der Software ihres Pkw auftraten. Das Ergebnis zeigt, dass dies bei 23% der Fahrzeuge unter drei Jahren der Fall war. Bei Fahrzeugen mit einem Alter zwischen drei und sechs traten solche Probleme noch in 18% der Fälle auf.

Auf die Frage, ob beim Werkstattbesuch eine aktive Ansprache auf Zusatzleistungen erfolgt ist, zeigt sich noch viel Potenzial aus Sicht der Werkstatt: So wurden 60% der Pkw-Halter in Markenwerkstätten weder auf Angebote wie Reifeneinlagerung, Zubehör, kleinere Reparaturen noch den möglichen Verkauf des eigenen Pkw angesprochen. Bei freien Betrieben lag dieser Anteil mit 64% sogar noch etwas höher. Lediglich 29% der Kunden von Markenwerkstätten wurden aktiv auf das Räder- und Reifengeschäft (Einlagerung, Alter der Reifen und ggf. Tauschen der aktuellen Reifen) angesprochen. Bei den Kunden in freien Betrieben waren dies 22%.

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