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Foto: Ingo Jagels

Elektromobilität

Fachwerkstatt für Antriebsbatterien

Im Batteriereparaturzentrum von Lüdemann & Zankel in Norderstedt wurden bereits über 1.000 Antriebsbatterien aus Elektroautos diagnostiziert und repariert – bislang vor allem für die Marken Renault und Dacia, zukünftig für alle Fabrikate.

Die Batterie ist das Herzstück und das mit Abstand teuerste Bauteil eines Elektroautos – welches nicht unendlich lange hält. Allerdings sind bei den heutigen Akkus etwa 2.500 – 3.000 Ladezyklen möglich, bevor der Kapazitätsverlust eine kritische Grenze erreicht. Doch hin und wieder kommt es auch schon deutlich früher zu einem Defekt an der Traktionsbatterie. Im einfachsten Fall handelt es sich lediglich um einen reinen Softwarefehler, manchmal sind aber auch einzelne Zellen kaputt. Ein Austausch der kompletten Batterie ist in einem solchen Fall in der Regel nicht notwenig. Es reicht aus, die betroffenen Zellen zu ersetzen.

Einer der ersten Betriebe, die sich auf die Reparatur von Traktionsbatterien spezialisiert haben, ist die Lüdemann und Zankel-Gruppe (L&Z) aus Norderstedt. Das Renault- und Dacia-Autohaus, welches im Süden und Osten Schleswig-Holsteins insgesamt elf Filialen betreibt, gründete im Jahr 2020 ein Batteriereparaturzentrum – und hat seither über 1.000 Batterien aus Elektroautos diagnostiziert und repariert. Seit Anfang 2021 trägt das Unternehmen den Status „Zertifiziertes Renault Batteriezentrum“. Das Servicegebiet ist überregional angelegt und umfasst inwischen die Hälfte Deutschlands. Teilweise kommen die Aufträge sogar aus dem benachbarten Ausland.

Das L&Z-Batteriereparaturzentrum ist eine  Hightech-Werkstatt. In einem brandgeschützten Raum gibt es eine Abluftanlage und eine konstante Temperatur von 21 Grad Celsius. Die Anforderungen  an die Sicherheit werden unter anderem durch einen Quarantäne-Stellplatz und spezielle Container mit Blähtonkugeln erfüllt. Diverse weitere Regeln und Vorschriften mussten bei der Einrichtung der Werkstatt beachtet werden. Die Gesamtinvestionen beliefen sich nach den Worten von Kundendienstleiter Christian Le Roux auf rund 400.000 Euro.

Vier-Augen-Prinzip bei jeder Reparatur

Darüber hinaus sind die Mechaniker selbstverständlich ausführlich im Hochvoltbereich  geschult. „

Bei jeder Batteriereparatur gelten hohe Sicherheitsstandards. Es sind immer zwei Personen beteiligt. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Jeder weiß genau, was der andere tut – eine Person assistiert, die andere führt die Arbeiten durch“, erklärt Le Roux. Selbst die Kleidung unterliege strengen Richtlinien beim Arbeiten mit Hochvoltanlagen.

L&Z bemüht sich um eine schnelle Durchführung der Reparatur. Nach der Diagnose und Genehmigung des Kostenvoranschlags wird das Fahrzeug beim Kunden abgeholt. Der Zeitraum der Reparatur beträgt im Normalfall drei bis fünf Werktage – immer vorausgesetzt, die benötigten Ersatzteile werden termingerecht geliefert. Neben einer Zelle der Traktionsbatterie können natürlich ein Modul selbst oder andere elektronische Bauteile defekt oder beschädigt sein. Dies herauszufinden, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der speziell geschulten Mitarbeiter im Batteriereparaturzentrum. Die Reparaturen, aber auch Gutachten werden häufig auch für Unfallfahrzeuge oder durch Brand beschädigte E-Fahrzeuge durchgeführt. Das BRZ entscheidet im Einzelfall, ob die Batterien noch reparabel sind oder recycelt werden müssen. Im Anschluss an die Reparatur wird Batterie wieder eingebaut, die Software eingespielt, das Fahrzeug neu programmiert und dem Kunden angeliefert.

In den vergangenen Jahren haben die Spezialisten aus Norderstedt fast ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien von Elektrofahrzeugen aus dem Renault-Konzerns repariert. In Zukunft möchte sich das Unternehmen verstärkt anderen Fabriken zuzuwenden. Für diesen Zweck wird aktuelle die neue Website voltfix.de eingerichtet.  „Wer auch immer ein Problem mit seinem Elektroauto hat, egal ob mit der Lithium- Ionen-Batterie oder mit einem sonstigen elektronischen Problem, kann sich an uns wenden. Wir bemühen uns um kostengünstige, technische Abhilfe“, betont Christian Le Roux, Kundendienstleiter im Norderstedter Batteriezentrum. Nach dem Auslaufen der Herstellergarantie, die bei Batterien generell bei acht Jahren liegt, seien die Kunden nach seinen Worten häufig um professionelle Hilfe verlegen. „Hier setzen wir an und wollen dem Kunden wieder sein elektrisches Fahrvergnügen zurückgeben, und das zu einem möglichst attraktiven Preis“, so Le Roux.

Enge Zusammenarbeit mit dem Start-up Heimdalytics

Auf dem Gebiet der Diagnose und Reparatur arbeitet L&Z auch mit dem Kieler Start-up „Heimdalytics“ zusammen (siehe separaten Artikel). Heimdalytics ist mit seinem technischen Verfahren in der Lage, präzise Aussagen über das Alter und die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie zu geben. Durch spezielle Messungen wird genau bestimmt, welcher oder welches Teil der Batterie beschädigt ist. Dieses Verfahren kann Fabrikatsübergreifend angewendet werden. Besonders wichtig ist die präzise Bestimmung State of Health (SoH) einer Antriebsbatterie beim Kauf eines gebrauchten E-Fahrzeugs. Christian Le Roux: „Glücklicherweise verhalten sich die Antriebsbatterien ähnlich wie PV-Anlagen. Bei beiden ist die Langlebigkeit und Haltedauer größer als vorausgesagt, vielen Befürchtungen zum Trotz.“

Doch was passiert, wenn eine defekte Antriebsbatterie nicht mehr zu reparieren ist – sprich nicht mehr den benötigten SoH zum Betrieb eines E-Autos erbringen kann? In der Garantiezeit geht sie an den Hersteller zurück und wird gegen eine neue getauscht. Danach ist ein Einsatz im „2nd-Life“ denkbar, das heißt sie kann als stationärer Speicher Verwendung finden.

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