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GVA: Ohne Datenzugang kein Wettbewerb

Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) e.V. weist auf eklatante Gefahren für den Wettbewerb im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt in Folge der zunehmenden Vernetzung der Fahrzeuge hin. Nach Planungen der Fahrzeughersteller sollen unabhängige Marktteilnehmer keinen direkten Zugang zu den Fahrzeugdaten erhalten.

Der GVA reagiert damit auf eine gemeinsame Pressemitteilung der Verbände ACEA (Europäische Vertretung der Fahrzeughersteller) und CLEPA (Europäische Vertretung der Fahrzeugzulieferer) vom 1. Dezember 2016, in der Pläne bezüglich des drahtlosen Datenzugangs und -verkehrs mit Kraftfahrzeugen formuliert werden. Die Verbände führen Sicherheitsbedenken als Grund dafür an, dass unabhängige Marktteilnehmer keinen direkten Zugang zu den Fahrzeugdaten erhalten sollen.

Aus Sicht des GVA würden auf dieser Grundlage jedoch unabhängige Marktteilnehmer massiv an einer Teilnahme am Wettbewerb auf dem Kfz-Servicemarkt gehindert und infolge dessen die Wahlfreiheit des Autofahrers gefährdet, wo und mit welchen Teilen er sein Fahrzeug warten und reparieren lässt. Moderne Fahrzeuge verfügen bereits heute über die technischen Voraussetzungen, um onboard gesammelte Daten drahtlos zu übermitteln und diese beispielsweise für Wartung und Reparatur nutzbar zu machen. Ab April 2018 müssen neu typgeprüfte Fahrzeuge in Europa mit dem elektronischen Notruf eCall ausgerüstet sein; der Anteil vernetzungsfähiger Fahrzeuge wird dann noch einmal sprunghaft ansteigen.

Erste Lösungen sind auf die Hersteller ausgerichtet

Wer also zukünftig im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt Dienstleistungen und Produkte anbieten möchte, benötigt einen geeigneten Zugang zu diesen Fahrzeugen, heißt es in der Erklärung des GVA. Nur wer unmittelbar aus dem Fahrzeug Informationen z.B. über einen Schadensfall oder eine anstehende Wartung erhalte, könne dem Autofahrer zeitnah ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Erste bereits im Markt befindliche Vernetzungslösungen seien einzig auf die jeweiligen Fahrzeughersteller ausgerichtet.

In dem von den Fahrzeugherstellern vorgestellten Ansatz des so genannten „Extended Vehicle“ würde deren Datenmonopol nur noch zementiert, betont der GVA. Die Daten sollen aus dem Fahrzeug an den Server des jeweiligen Fahrzeugherstellers übermittelt werden. Erst von dort aus wollen die Hersteller die Informationen den unabhängigen Marktteilnehmern über einen " neutralen" Server zur Verfügung stellen. Dazu zählen unter anderem freie Werkstätten, der freie Kfz-Teilehandel, Versicherer oder Automobilclubs. Aus Sicht von GVA-Präsident Hartmut Röhl sei das jedoch keine akzeptable Lösung: „Die Fahrzeughersteller erhalten damit die vollständige Kontrolle über die Daten. Sie allein entscheiden, welche Daten die Konkurrenz vom freien Markt in welcher Form und wann zur Verfügung gestellt bekommt. Die GVA-Mitglieder wollen unabhängige Unternehmen sein und bleiben, die ihre Geschäftsmodelle nicht abhängig machen von Informationen oder Daten, die ihnen die Automobilhersteller möglicherweise unter bestimmten Bedingungen zugänglich machen.“

Röhl: Der Autofahrer soll wählen können

Um den Wettbewerb sicherzustellen, bedürfe es aus Sicht des GVA unbedingt eines direkten Zugangs zu den fahrzeuggenerierten Daten. Darüber hinaus sei es wichtig, dass die Fahrzeughersteller keine Möglichkeit haben, die Unternehmen des IAM beziehungsweise deren Produkte und Serviceleistungen zu überwachen. Für Chancengleichheit sei darüber hinaus entscheidend, dass die unabhängigen Marktteilnehmer die gleichen Möglichkeiten wie die Fahrzeughersteller haben, ihre Anwendungen dem Kunden etwa im Display des Armaturenbretts zu präsentieren. Hartmut Röhl: „Der Autofahrer soll selbst wählen können, welche Anbieter und in welchem Umfang mit klar definierten Anwendungen Zugang zum Fahrzeug erhalten." (jg)

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