Internetplattformen 24.01.2019

Trend: Branchenfremd

Teilehandel und Werkstattgeschäft laufen zunehmend digital über Internetplattformen. Entsprechend entsteht immer mehr Konkurrenz um den Online-Markt. Speed4Trade warnt im neuen "Trendreport" vor branchenfremden Eindringlingen.

Rund 100 Milliarden Euro sollen bis 2030 an Gewinn im Aftermarket neu zu verteilen sein, hat das renommierte Institut McKinsey in einer Studie prognostiziert – solche Summen wecken Begehrlichkeiten. Plattformen oder auch Portale für den Teile- und Reifenhandel werden gegenwärtig viel diskutiert. So stellt der aktuelle „Trendreport“ von Speed4Trade fest, dass jetzt auf den digitalen Aftermarket branchenfremde Player drängen, die vom Werkstattgeschäft und Teilehandel profitieren wollen. Dafür zieht Wolfgang Vogl, eCommerce-Experte und Director Business Development bei Speed4Trade, einen plakativen Vergleich: Uber hat keine eigenen Taxis und ist doch das größte Taxiunternehmen der Welt, Airbnb bietet die meisten Übernachtungsmöglichkeiten an, ohne selbst über Hotels zu verfügen, Facebook als größtes Medienunternehmen produziert keine eigenen Inhalte – und Caroobi schickt sich an, größter Anbieter von Werkstattleistungen zu werden, ohne über eigene Werkstätten oder Teile zu verfügen. Damit zitiert Vogl einen der Gründer von Caroobi, Nico Weiler, der das auch gar nicht zu verbergen versucht.

 - Übersichtlich und kompakt informiert der kostenlose Trendreport von Speed4Trade über Entwicklungen im Aftermarket-Internetgeschäftl.
Übersichtlich und kompakt informiert der kostenlose Trendreport von Speed4Trade über Entwicklungen im Aftermarket-Internetgeschäftl.
Speed4Trade

Das Berliner Start-Up, das in Rekordzeit Finanzmittel in Millionenhöhe akquiriert hat, um Kunden in angeschlossene Werkstätten zu vermitteln und Ersatzteile zu verkaufen, ohne selbst aus der Branche zu kommen, gilt als Prototyp des Heuschrecken-Kapitalismus für den Aftermarket. Portale drängen sich als Vermittler zwischen Kunde und Werkstatt, ohne Rücksicht auf bestehende und historisch gewachsene Handelsbeziehungen Rücksicht zu nehmen, stellt der Report fest: „Die langjährige, vertrauensvolle Beziehung von der Werkstatt zum Endkunden greift nicht mehr. Andere entscheiden in Zukunft, in welche Werkstatt das Auto zur Reparatur kommt“, befürchtet Vogl.

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Natürlich ist Caroobi nicht das einzige Internetportal und bis jetzt auch noch nicht das mit den meisten Zugriffen – das ist fairgarage.de von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Es gibt auch noch weitere Mitbewerber aus der eigenen Branche, aber da bleibt das Geld quasi in der Familie. „Mit seiner bewährten Handelsstruktur war das Aftersales-Geschäft lange Zeit ein verlässlicher Umsatzbringer“, resümiert Vogl. „Aber Hersteller, Zulieferer und Werkstätten müssen sich darauf einstellen, dass künftig branchenfremde Player wie Versicherungen oder Automobilclubs den Kunden vorgeben, welche Werkstatt den Autoservice durchführt.“

Wolfgang Vogl rät Anbietern, sich den Zugang zum Kunden zu sichern: „Was früher ein reiner Online-Shop war, kann heute noch so viel mehr sein. Wir stellen den Lesern deshalb vor, für welche Einsatzszenarien sich welche Vorgehensweise eignet. Über den klassischen Online-Shop hinaus kann das zum Beispiel der Aufbau eines eigenen Teile- und Werkstattportals sein“.

Der Trendreport steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.speed4trade.com/trendreport-digitaler-kfz-teilehandel.