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Der digitale Einkaufswagen gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Kfz-Teilehandel. 
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Der digitale Einkaufswagen gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Kfz-Teilehandel. 

E-Commerce

Nachfrage schwächelt im zweiten Halbjahr

Wie entwickelt sich der Onlinehandel mit dem Endkunden? Welcher Kfz-Teilehändler ist digital am erfolgreichsten? Konkrete Antworten gibt einmal im Jahr die Speed4Trade GmbH mit der Studie „AA-Stars“. Jetzt wurde die fünfte Ausgabe veröffentlicht.

Das neue Studienpapier der E-Commerce-Spezialisten von Speed4Trade gibt Aufschluss darüber, wie sich die Nachfrage der Top 25 Online-Shops von September 2021 bis August 2022 segmentspezifisch sowie segmentübergreifend entwickelt hat. Die untersuchten Segmente sind „Pkw-Ersatzteile (Parts)“, „Reifen und Felgen (Tyres & Rims)“ und „Zubehör (Specialized)“. Das Softwarehaus liefert damit wieder wichtige Erkenntnisse zur Performance des Marktes und zum Wettbewerb – diesmal auch mit Informationen zur Absatzgruppe der Autohäuser und Fahrzeughersteller.

Die Marktentwicklung

Die wirtschaftliche Entwicklung aller B2C-Online-Shops (n =1265) ab einem Jahresumsatz von 50.000 Euro verlief in dem von Speed4Trade untersuchten Zeitraum sehr unterschiedlich. So ist die Nachfrage laut der Studie seit März 2022 rapide zurückgegangen. Die zweistelligen Wachstumsraten in den ersten sechs Monaten (September 2021 bis Februar 2022) von 16,1 % sanken auf ein Minus von 3,6 % im zweiten Halbjahr (März bis August 2022).  Weniger volatil zeigten sich im betrachteten Zeitraum die größten Shops der Branche.  So kammen die Top 25 in den ersten sechs Monaten auf ein Plus von 11,2 %, um dann in der zweiten Hälfte bei einem leichten Minus von 1,3 % zu landen.

Insgesamt erreichte der digitale B2C-Absatzmarkt über das Jahr gesehen aber noch ein Nachfrageplus von 5,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Top-25-Shops wuchsen langsamer als der Gesamtmarkt und legten in Summe nur um 4,4 % zu. Der Marktanteil der Top-25-Shops ist dabei um 0,3 Prozentpunkte leicht rückläufig auf 42,8 %. Die aufgerufenen Preise sind entsprechend der erhöhten Nachfrage um 5,1 % gestiegen. Zur Einordnung dieser Zahlen: Das Konsumklima hat sich laut den Marktforschern der GfK von August 2022 bis Oktober 2022 weiter verschlechtert (von - 30,9 auf - 42,8), wurde aber für das Jahresende 2022 leicht besser prognostiziert. Somit scheint der Tiefpunkt erst einmal erreicht, vermuten die Analysten.

Online-Shop-Ranking – Segment “Parts”

Aus den Top 25 des letzten Reports sind www.sportfahrwerk-billiger.de (- 9 Plätze), www.autoteile24.de (- 7 Plätze; gehört zu Kfzteile24 GmbH) sowie www.limora.com (- 4 Plätze) gefallen. Mercedes hat es mit seinem Originalteile-Shop in die Top 25 geschafft. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass dieser Shop auf der Mercedes-Markenseite gar nicht zu finden ist (keine Verlinkung, nur über Google identifizierbar).

Wie schon im Gesamt-Ranking erwähnt, sind auch im Parts-Sortiment Autodoc und Motointegrator die klaren Gewinner, wenn es um das Wachstum geht (bei Ecdgermany kann das Wachstumssortiment hingegen nicht eindeutig identifiziert werden und liegt möglicherweise nicht im Parts-Sortiment). Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Wachstum des BMW-Autohändler-Shops von der Firma Hubauer mit einem Wachstum von fast 36 % gegenüber dem Vorjahr. Klare Verlierer sind hingegen Kfzteile24, Autoersatzteile und Pitstop.

Autohäuser online schwach aufgestellt

In einem „Spotlight“ der aktuellen Studie hat Speed4Trade betrachtet, wie die Top 100-Autohausgruppen digital aufgestellt sind und inwieweit die Online-Shop-Welt durch die Fahrzeughersteller selbst gesteuert wird. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Fahrzeughersteller bieten dem digitalen Kunden keinen Online-Kauf von Zubehör oder Ersatzteilen an. Nur 32 % der Fahrzeugmarken bieten einen B2C-Online-Shop. Die Studie kommt außerdem zum Ergebnis, dass bereits mehr als die Hälfte der Top 100 Autohausgruppen in Deutschland bei Ebay aktiv sind – 51 % betreiben einen oder mehrere Ebay-Shops.

Torsten Bukau, Head of Data Management und Analytics bei Speed4Trade und Leiter der Studie: „Die Mehrheit der Fahrzeughersteller zwingt den Käufer quasi zur Kontaktaufnahme mit dem Autohaus. Dies führt zu einer hohen „Absprungrate“ und in der Folge dazu, dass man den digital-affinen Käufer verliert. Darin sehen wir die Chance für die Autohäuser selbst, adäquate Omni-Channel-Kaufmöglichkeiten anzubieten. Idealerweise mittels eigenem Online-Shop, aber auch über Marktplatzaktivitäten. Im Übrigen schlägt Convenience oft den Preis: Um zu verkaufen, muss man nicht zwangsläufig der Billigste sein. Stattdessen sollte man möglichst leicht gefunden werden und mit einem digitalen Einkaufserlebnis punkten, so dass der Kunde einen Kaufimpuls direkt und ohne Medienbruch umsetzen kann.“ Laut der Speed4Trade-Studie positionieren sich unter den Top 25 Teile-Online-Shops auch bereits fünf Autohäuser und zwei Fahrzeughersteller.

Die aktuelle Ausgabe der AA-Stars-Studie ist kostenlos erhältlich unter www.speed4trade.com/aa-stars/?pm-012023

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