News 28.03.2019

ZF übernimmt Wabco

Die ZF Friedrichshafen AG hat bekanntgegeben, dass sie eine Vereinbarung zur Übernahme von Wabco unterzeichnet hat. Gemeinsam werden ZF und Wabco einen führenden integrierten Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden.

Das kombinierte Unternehmen hat einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro. WABCO ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Zulieferer von Bremsregelsystemen, Technologien und Dienstleistungen zur Verbesserung der Sicherheit, Effizienz und Vernetzung von Lkw, Bussen und Anhängern. WABCO bietet integrierte Bremssysteme und Stabilitätsregelungen, Luftfederungen, Getriebeautomatisierung und Aerodynamik-, Telematik- und Flottenmanagementsysteme. Wabco ist an der New Yorker Börse (NYSE) notiert und erzielte 2018 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter – darunter 2.600 Ingenieure – in 40 Ländern weltweit.

 - Das ZF Forum in Friedrichshafen ist Hauptsitz der ZF Friedrichshafen AG.
Das ZF Forum in Friedrichshafen ist Hauptsitz der ZF Friedrichshafen AG.
ZF

Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des Vorstands von ZF, erläutert die Entscheidung: „Wir sind davon überzeugt, dass ZF gemeinsam mit Wabco den weltweit führenden Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden kann und damit langfristig Mehrwert und Sicherheit für seine Kunden, Mitarbeiter und Gesellschafter schafft. Mit der Übernahme eines führenden Spezialisten für Nutzfahrzeugbremsen gewinnen wir ein stabiles und wachsendes Geschäftsfeld hinzu und ermöglichen zudem unserem bestehenden Nutzfahrzeugbereich den Ausbau der Kompetenzen in der komplexen Fahrdynamikregelung dieser Fahrzeuge. Damit schaffen wir für ZF die Voraussetzungen, um unseren Kunden umfangreiche Systemlösungen für den sicheren und automatisierten Transport von Personen und Gütern zu bieten. Dies ist auch im Sinne unserer Gesellschafter, der Zeppelin-Stiftung sowie der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung, denn der Zukauf stärkt ZF nachhaltig.“

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Jacques Esculier, Chairman und CEO von Wabco, zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Durch den Zusammenschluss mit ZF entsteht ein globales Technologieunternehmen, das gut positioniert ist, um die zukünftige Nachfrage nach autonomen, effizienten und vernetzten Nutzfahrzeugen zu bedienen. Wir blicken auf eine lange, gemeinsame Geschichte erfolgreicher Zusammenarbeit bei der Entwicklung von innovativen Technologien zurück und beide Unternehmen zeichnen sich durch kompromisslose Exzellenz, Leidenschaft für Innovationen und außergewöhnliche Kundenorientierung aus.“

Kombination komplementärer Geschäftsfelder

Die geplante Übernahme ist Bestandteil der Strategie „Next Generation Mobility“ von ZF und erweitert die Kompetenz des Unternehmens erstmals auf das Bremsen von Nutzfahrzeugen. Für die Steuerung automatisierter Fahrfunktionen – einschließlich von Notbremsmanövern von Lkw und Anhängern – spielt dies eine zentrale Rolle. Die Kunden beider Unternehmen sollen in Folge der Transaktion in ZF einen Partner gewinnen, der ihnen auch im Bereich Nutzfahrzeuge einen integrierten Systemansatz, Antriebssysteme der E-Mobilität sowie autonome Fahrfunktionen bietet. ZF erwartet, dass automatisierte Fahrfunktionen in Zukunft vor allem im Nutzfahrzeugbereich und in Gebieten mit geringer Komplexität und Verkehrsdichte (etwa Werksgelände, Flughäfen, Landwirtschaft) nachgefragt werden und dort für Wachstum sorgen. Der Zusammenschluss beider Unternehmen soll die Entwicklung von Zukunftstechnologien zur Ermöglichung autonomer Funktionen von Nutzfahrzeugen weiter beschleunigen. ZF macht sich dadurch unabhängiger von den Konjunkturzyklen der Pkw-Industrie.

Während ZF bereits Systeme der Sensorik und Computertechnik anbietet, die Fahrzeugen das „Sehen“ und „Denken“ ermöglichen, soll zukünftig gemeinsam mit Wabco das Portfolio der Nutzfahrzeugtechnologie um das „Handeln“ komplettiert werden. Hier ist ZF nach eigenem Bekunden bereits heute im Bereich der Lenkung und Antriebstechnik ein führender Anbieter.

Die Transaktion unterliegt einer Reihe üblicher Vollzugsbedingungen, darunter die Zustimmung der bestehenden Aktionäre mit mehr als 50 Prozent der ausstehenden Aktien von Wabco sowie die Genehmigung durch die zuständigen Behörden. ZF erwartet, dass die Transaktion Anfang 2020 abgeschlossen werden kann.