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Prognose 2020

ZDK: Corona-Rückstand nicht mehr aufzuholen

ZDK-Prognose 2020: Pkw-Neuzulassungen schrumpfen auf das Niveau von 1986 – und auch das Werkstattgeschäft lässt Federn.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe rechnet mit rückläufigen Zahlen in allen drei Geschäftsbereichen (Neuwagen, Gebrauchte, Service). "Selbst wenn unsere Betriebe jetzt bis zum Jahresende Vollgas geben, werden wir die durch den Lockdown verursachten Rückstände nicht mehr aufholen können", beschrieb ZDK-Präsident Jürgen Karpinski die Auswirkungen auf Autohäuser und Werkstätten.

Obgleich die Kfz-Werkstätten in der Lockdown-Phase geöffnet hatten, wirkte sich die allgemeine Verunsicherung auch auf das Servicegeschäft aus. So ging die Quote der durchschnittlichen Werkstattauslastung im März laut ZDK um zehn Prozent auf 72 Prozent und im April sogar um 18 Prozent auf 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. In den ersten sechs Monaten betrug der Rückgang sechs Prozent bei einer durchschnittlichen Auslastung von 77 Prozent. "Auch das Werkstattgeschäft wird von der sich weiter normalisierenden Entwicklung profitieren, jedoch nicht mehr das Vorjahresniveau erreichen", ließ Jürgen Karpinski wissen. Der Verband rechnet daher mit einer durchschnittlichen Werkstatt-Auslastungsquote von 79 Prozent in diesem Jahr und daher mit einem Rückgang von vier Prozent gegenüber 2019.

Besonders stark betroffen ist das Neuwagengeschäft: So rechnet der Verband in diesem Jahr mit rund 780.000 weniger Pkw-Neuzulassungen, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 21,7 Prozent auf etwa 2,8 Millionen Einheiten gleichkommt. Dieser Wert katapultiert das Kfz-Gewerbe in die alte Bundesrepublik im Jahr 1986 zurück – damals habe die Branche knapp 2,83 Millionen Neuzulassungen erreicht, erinnerte der ZDK-Präsident. "Wir gehen aber davon aus, dass dieser Rückfall einmalig ist und wir schon im kommenden Jahr wieder die Drei-Millionen-Marke locker überspringen werden."

Der Anteil der privaten Neuzulassungen wird nach Einschätzung des ZDK in diesem Jahr mit minus 23,4 Prozent (rund 290.000 Einheiten) auf 953.000 Pkw zurückgehen und stärker schrumpfen als der Sektor der gewerblichen Neuzulassungen (minus 20,7 Prozent bzw. rund 490.000 Einheiten). Hier rechnet der ZDK mit etwa 1,9 Millionen Pkw. "Trotz der vielfältigen Kaufanreize stellen viele Privatkunden den Neuwagenkauf zurück, weil sie durch die aktuelle wirtschaftliche Lage mit Kurzarbeit und drohendem Beschäftigungsabbau verunsichert sind", so Jürgen Karpinski.

Gebrauchtwagen im einstelligen Minus

Nach den starken Einbrüchen von März bis Mai hat sich die Lage im Gebrauchtwagengeschäft im Juni wieder ins Positive gewendet (14,1 Prozent mehr Besitzumschreibungen als im Vorjahresmonat). Für den gesamten Jahresverlauf prognostiziert der ZDK nun einen Rückgang von 7,6 Prozent bzw. rund 550.000 Einheiten auf ein Gesamtniveau von etwa 6,6 Millionen Besitzumschreibungen gegenüber dem Vorjahr. "Wir werden in den kommenden Monaten von Nachholkäufen profitieren, jedoch das Vorjahresniveau nicht mehr erreichen können", so Jürgen Karpinski. (mas)