News 18.07.2019

Wo der Schuh drückt

Im Juli 2019 stattete ein Team von Qualität ist Mehrwert acht freien Kfz-Betrieben in Baden-Württemberg und Bayern einen Besuch ab. Dabei fand man auch heraus, wo sich das Kfz-Werkstattgewerbe generell die größten Sorgen macht.

 - Auch 2019 war Qualität ist Mehrwert wieder zur Roadshow unterwegs.
Auch 2019 war Qualität ist Mehrwert wieder zur Roadshow unterwegs.
Qualität ist Mehrwert

Das Team führte mit den Inhabern jeweils ein etwa einstündiges Gespräch und zeichnete danach ein Interview auf, in dem drei Themenkomplexe zur Sprache kamen. Alle Besuche fanden während der Arbeitszeit statt. Die Inhaber standen Rede und Antwort und hielten mit Kritik und Lob nicht hinterm Berg. Qualität ist Mehrwert fragte gezielt, was die Werkstattinhaber derzeit am meisten beschäftigt. Der Fachkräftemangel – beginnend schon bei der Azubi-Suche, das immer komplexer werdende Geschäft und die sich schnell wandelnden Technologien sind große Herausforderungen. Dazu machen die niedrigen Preise für Originalteile im Internet den Werkstätten das Leben schwer. Die Diskussionen mit Kunden bei mitgebrachten Teilen verschärfen sich durch die billigen Online-Preise. Ausnahmslos verweigern alle besuchten Werkstätten den Einbau von mitgebrachten Teilen. Der eine oder andere Inhaber beklagt, dass manche Teile lange Lieferzeiten haben.

Hohes kreatives Potential

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Das Basisgeschäft ähnelt sich bei allen freien Werkstätten: Reparaturen, Inspektion, HU/AU, Reifenservice. Daneben hat jeder für sich eine oder sogar mehrere Nischen entdeckt, die ihm besondere Freude machen, oder in denen er seine Talente ausleben kann. Die einen unterhalten einen Abschleppdienst und machen eine komplette Unfallschaden-Betreuung inklusive Lackierkabine, andere konzentrieren sich zunehmend auf Oldtimer. Einige sind im Gebraucht- und Neuwagengeschäft aktiv, einer hat sich zusätzlich auf Wohnmobile und Wohnwagen spezialisiert (Verkauf, Vermietung, Reparatur). Hybrid-und E-Mobilität-Spezialisten waren dabei, bei denen bereits jeder gewerbliche Mitarbeiter den Hochvoltschein gemacht hat. Auch vertreten: Ein 24-Stunden-Service – nicht nur bei der Fahrzeugannahme –, sondern ein echter Notfallservice rund um die Uhr. Auch die Fahrzeugaufbereitung kann ein interessantes Geschäftsfeld sein. Andere haben sich auf den Umbau von Handicap-Fahrzeugen, auf landwirtschaftliche Fahrzeuge oder die aufwändige Instandsetzung von Getrieben spezialisiert.

Konsequente Weiterbildung

In manchen Verkaufsräumen wird der Platz knapp: Neben dem obligatorischen Meisterbrief finden sich zahlreiche Teilnahmeurkunden von Lehrgängen und Workshops. Meist vom Großhandel organisiert, dem übrigens nahezu überall ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. „Die kümmern sich und bieten neben den ganztägigen Weiterbildungsseminaren häufig Abendlehrgänge in der Region an“ so die Meinung der Profis. Egal ob RDKS, Einspritzung, Hochvolt, Diagnosegräte oder Fehlerauslese: Alle besuchten Werkstätten waren sich einig: „Wir müssen in die Ausbildung unserer Mitarbeiter – gewerblich und kaufmännisch – investieren und in unsere eigene auch. Weiterbildung ist ein Muss und Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft.“ Je nach Werkstatt sind die Mitarbeiter bis zu fünf volle Arbeitstage im Jahr auf Schulung. Das nötigte dem Besuchsteam Respekt ab, denn an diesen Tagen fehlen die Mitarbeiter im Betrieb.

Online überwiegend gut aufgestellt und Google entdeckt

Eine Stunde ohne Mobiltelefon – das funktionierte bei keinem der Inhaber. Das Mobiltelefon ist am Mann und da wird mal eben ein Kunde zurückgerufen, bei einem Lieferanten nachgefragt und via WhatsApp ein Termin bestätigt. Entspannt geht es in keiner Kfz-Werkstatt zu – dafür aber schnell, kompetent und sortiert. Jede besuchte Werkstatt auf der Roadshow verfügt über eine Website – auch wenn der eine oder andere Inhaber gesteht, da noch mehr tun zu können – alle sind online auffindbar. Fast alle Werkstätten geben einen Stammkundenanteil von 70-80 % an, dennoch ist die Website ein zentrales Medium, um neue Kunden zu gewinnen. Die Erkenntnis, dass diese Website auch aktuell sein muss, hat sich durchgesetzt. Einige freie Werkstätten sind bei Google-Bewertungen aktiv und nutzen dieses Instrument proaktiv. Sie wissen: Speziell für Neukunden ist eine gute Google-Bewertung eine hilfreiche Orientierung und häufig der Grund für eine erste Kontaktaufnahme. Die allermeisten nutzen Facebook, viele davon sehr aktiv und professionell. WhatsApp hat sich bei vielen zu einem einfachen, schnellen Kunden-Kommunikationsinstrument entwickelt. Das schätzen die Kunden und die Werkstätten. Ein netter Nebeneffekt: Bei etwa der Hälfte der Werkstätten gab es WLAN-Zugänge für die Kunden.

Service, Service, Service

Alle besuchten Kfz-Werkstätten haben sich den Service auf die Fahne geschrieben. Natürlich ist der Servicegrad bei den einzelnen Werkstätten unterschiedlich, alle ohne Ausnahme engagieren sich für das Wohl Ihrer Kunden – nicht umsonst liegt die Stammkundenquote bei den besuchten Unternehmen recht hoch. Ein herausragendes Beispiel sieht QiM in Josef Häusler von Kfz Häusler in Luhe-Wildenau: „Unsere Kunden können mich immer anrufen – auch mitten in der Nacht. Wenn er z.B. zum Flughafen muss und sein Auto nicht anspringt, fahre ich eben mal vorbei, checke, ob ich den Wagen zum Laufen bringe. Wenn nicht, dann bekommt er von mir ein Ersatzfahrzeug!“

Ein Geschäft mit Zukunft

Das hat dem Team von Qualität ist Mehrwert besonders gut gefallen: Durch die Bank alle Inhaber schauen optimistisch in die Zukunft. Sie betreiben ihr Geschäft aktiv, entwickeln neue Geschäftsideen, kümmern sich um neue Technologien und um die Weiterbildung, bei sich selbst und bei ihren Mitarbeitern.

Kurze Videos mit den Interviews der besuchten Werkstätten gibt es hier:

https://qualitaet-ist-mehrwert.de/aktionen/roadshow/roadshow-2019-fuer-qualitaet-on-the-road/