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AAG

„Wir wollen die Werkstätten reparaturfähig halten“

Die Alliance Automotive Group (AAG) bündelt in ihrem neuen Concept Center die Kräfte, um die Werkstattkunden zusammen mit den regionalen Fachhandelspartnern noch besser zu unterstützen. Über ein mehrstufiges System können sich andere Teilehändler anschließen.

Für einen Kfz-Teilegroßhändler reicht es heutzutage bei Weitem nicht mehr aus, die Werkstätten einfach nur mit Ersatz- und Verschleißteilen zu versorgen. Die Anforderungen des Marktes haben einen Grad an Komplexität erreicht, der eine Unterstützung der Werkstätten auf diversen Ebenen erfordert. „In Zukunft wird es für uns viel stärker darum gehen, die Werkstätten reparaturfähig zu halten“, erklärt folgerichtig Julius Fabian Roberg, Geschäftsführer der Alliance Automotive Group in Deutschland.

Um den Aktivitäten zur Unterstützung der Werkstattkunden mehr Schlagkraft zu verleihen, bündelt die AAG jetzt ihre Kräfte. „In unserem neuen Concept Center bringen wir das Beste aus allen Welten zusammen“, verspricht Roberg. Im Gegensatz zu den eher traditionellen Ansätzen bestehender Handels- und Werkstattkonzepte beinhalte das Concept Center nach seinen Worten neue Ansätze zu den Fragen, wie man Fahrzeuge in die Werkstätten lenken und die Fahrzeuge von morgen reparieren könne.

Die Kraft der Gruppe

Ende Juni erklärte der Münsteraner Teilegroßhändler in der Zentrale der Firma Hennig Fahrzeugteile in Essen der Fachpresse, welche Inhalte hinter dem neuen Ansatz stehen. In erster Linie sei das die Kraft und Kompetenz einer großen Gruppe – die europäische Alliance Automotive Group gehört zur US-amerikanische Genuine Parts Company (GPC), die mit weltweit 65.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von 18 Mrd. Euro zu den größten Kfz-Teilehändlern der Welt zählt.

Von zentralistischen Strukturen mit starren Vorgaben sei man in der Gruppe aber weit entfernt, versichert Roberg. „Wir sind hier alle so motiviert, weil wir das Heft für unseren Markt selbst in der Hand halten. Wir haben einen intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit den Kollegen aus den anderen Märkten, schauen aber genau, welche Themen wir für den deutschen Markt übernehmen können und wollen.“

Um für die Werkstattkunden ein ebenso verlässlicher wie leistungsstarker Systempartner zu sein, biete die AAG eine ganze Reihe von Services und Leistungen. An erster Stelle nennt der Geschäftsführer die Teileversorgung. Diese umfasst bei der AAG nicht nur ein Vollsortiment an IAM-Teilen, sondern ein großes Angebot an Original-Ersatzteilen der namhaften Hersteller. Ergänzt wird das Sortiment zukünftig durch eine neue Eigenmarke. Unter dem Namen „Napa“ hat die AAG damit begonnen, auf europäischer Ebene ein eigenes Programm für häufig benötigte Ersatz- und Verschleißteile aufzubauen.

„Wir wollen mit Napa nicht das hundertfünfzigste Private Label sein, das noch ein paar Cent günstiger ist, sondern qualitativ hochwertige Produkte von namhaften Lieferanten zu einem attraktiven Preis anbieten“, erklärt Roberg. Zu den ersten Produkten im Sortiment werden Batterien gehören. Die bisherigen Centro-Batterien soll es dann nicht mehr geben.

Wachsende Aufgaben für die Werkstätten

Im Herbst soll dann ein komplettes Filterprogramm unter eigenem Namen auf den Markt gebracht werden. In Vorbereitung sei zudem ein Schmierstoff- und Chemiesortiment. Als Vorbild für die Eigenmarke nennt Roberg den englischen Markt, auf dem es unter dem Namen Napa bereits diverse weitere Produkte wie Zahnriemen, Wischerblätter, Anlasser oder Lichtmaschinen zu kaufen gebe.

Den Machern bei der AAG ist aber natürlich bewusst, dass die Belieferung mit Ersatzteilen nur die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit der Werkstätten sein kann. Deshalb haben sie im Concept Center eine Vielzahl an Bausteinen zusammengefasst. Roberg: „Die Werkstätten werden heutzutage nicht nur mit stets wachsenden technischen Herausforderungen konfrontiert. Auch die Relevanz behördlicher Auflagen steigt, rechtliche Risiken aufgrund von Gewährleistungs- und Garantieansprüchen nehmen zu und die Servicewünsche und Ansprüche der Kunden wachsen. Unterm Strich wollen wir sicherstellen, dass die Werkstattpartner ihren Fokus soweit wie möglich auf ihr Kerngeschäft legen können.“

Mit Leben füllen möchte die AAG das Concept Center aber nicht nur in Eigenregie über die Handelsgesellschaften Hennig, Busch und Coler, sondern auch in Zusammenarbeit mit anderen Teilehändlern kleinerer und mittlerer Größe. Dafür hat man sich ein dreistufiges System ausgedacht – die Eingruppierung der Handelspartner erfolgt nach dem Einkaufsvolumen bei der AAG. An der Spitze stehen die „Stützpunkthändler“, die für einen jährlichen Umsatz von mindestens einer Million Euro stehen. Ersatz- und Verschleißteile im Wert von mindestens 300.000 Euro im Jahr kaufen die „Fachhändler Premium“ bei der AAG. Als „Fachhändler“ werden die kleineren Unternehmen im Verbund bezeichnet.

Netzwerker im Markt

Der konzeptionelle Ansatz sieht vor, dass die Stützpunkt-Händler und die Fachhändler Premium hinsichtlich der Betreuung, Anbindung und Qualifizierung der Werkstattkunden besondere Aufgaben übernehmen. „Diese Unternehmen haben eine hohe Bereitschaft, konzeptionell an dem System mitzuarbeiten. Letztlich sind sie unsere Netzwerker im Markt und stellen die Nähe zu den Werkstätten sicher“, unterstreicht Roberg die Bedeutung der größeren Handelspartner. Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Vermarktung der hauseigenen Systemkonzepte und die Qualifizierung der Werkstätten.

Nachdem die Akquise bereits sechs Wochen vorher startete, konnte die AAG zum offiziellen Start des Concept Centers Ende Juni zehn Stützpunkthändler begrüßen. Insgesamt möchte der Münsteraner Teilegroßhändler mit etwa 20 bis 25 Stützpunkthändlern zusammenarbeiten. Bis zum Jahresende hat mit sich darüber hinaus vorgenommen, etwa 30 bis 50 Fachhändler Premium für das System zu begeistern. Auf Werkstattseite liegt das Ziel mittelfristig bei gut 1.000 Betrieben, die über die Handelspartner an das Concept Center angeschlossen werden sollen.

Foto: amz - Schachtner

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