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Markt

Wieder bedenklich viele Rückrufe

Dreimal mehr Autos werden zurückgerufen, als Neuwagen zum Kunden gehen. Eine neue Studie spricht sogar von einem "bedenklichen Qualitätsniveau".

Die globalen Autohersteller haben 2016 bisher wieder eine Rekordzahl an Fahrzeugen aufgrund von Sicherheitsmängeln in die Werkstätten geordert. Nach Berechnungen des Center of Automotive Management der FH Bergisch Gladbach wurden auf dem Referenzmarkt USA bis Ende Oktober knapp 48 Millionen Pkw zurückgerufen – der zweithöchste Stand nach 2014 mit 62 Millionen.

Die Auswertung der Wissenschaftler bezieht sich auf die USA als Referenzmarkt. Nach ihren Angaben ist der US-Markt aufgrund seiner Absatzgröße, der relativ scharfen Sicherheitsrichtlinien und vor allem des hohen Klagerisikos ein aussagekräftiger Indikator für die Produktqualität der Automobilkonzerne.

Damit waren in den letzten zehn Monaten fast dreieinhalb Mal mehr Fahrzeuge von Rückrufen betroffen als im gleichen Zeitraum im US-Markt verkauft wurden: Die Rückrufquote, die die Zahl der zurückgerufenen Fahrzeuge an den Neuzulassungen des Jahres ausdrückt, erreicht von Januar bis Oktober 340 Prozent. Bereits in acht der letzten zehn Jahre lag die Rückrufquote bei mehr als 100 Prozent. Ein Großteil der betroffenen Modelle bezieht sich auf weiter zurückliegende Baujahre.

Mehr als 86 Prozent der sicherheitsrelevanten Mängel betreffen den Insassenschutz. Wie schon in den Jahren zuvor hatten die defekten Airbags des japanischen Zulieferers Takata daran einen Anteil. Dieser Skandal hat aber auch eine Art Dominoeffekt ausgelöst, der zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Insassenschutzeinrichtungen führte. 5,5 Prozent der Mängel wurden dem Antriebsstrang/Motor zugeordnet, 3,2 Prozent der Bremsanlage, 2,8 Prozent der Karosserie, 2 Prozent dem Fahrwerk und je rund 1 Prozent der Elektrik/Elektronik und Lenkanlage.

„Wenn 14 von 16 untersuchten Hersteller wegen sicherheitstechnischer Mängel mehr Fahrzeuge zurückrufen müssen als sie im gleichen Zeitraum verkauft haben, ist das ein bedenkliches Qualitätsniveau der Branche“, resümiert Studienleiter Stefan Bratzel. Das Qualitätsmanagement vieler Automobilhersteller hinke den veränderten globalen Produktsicherungsanforderungen hinterher. (SP-X)

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Rückruf-Studie

Autos reifen beim Kunden

Der Trend zu Rückrufaktionen der Autoindustrie setzt sich fort. Sie sind Ausdruck einer sich wandelnden Industrie, die ihre Produkte beim Kunden reifen lässt.

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Markt

Zahl der Rückrufe weiterhin hoch

Die Rückrufe wegen gefährlicher Takata-Airbags und schmutziger VW-Diesel trübt weltweit die Qualitäts-Statistik der Autohersteller. Und es droht schon neues Ungemach.

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Markt

Zahl der Rückrufe deutlich gestiegen

Schäden an der Elektrik sind die Ursache für die allermeisten Rückrufe im ersten Halbjahr. Die Zahl der zurückgerufenen Fahrzeuge lag mehr als ein Drittel über dem Vorjahr.

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Messen

Dunkle Wolken über der IAA

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) steht in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Zahlreiche Hersteller sind nicht dabei. Noch schwerer wiegen die grundlegenden Probleme der Branche.