Tankstelle explodiert 17.06.2019

Wasserstoff: zu gefährlich?

Wasserstoff gilt vielen Experten als der Treibstoff der Zukunft für die Durchsetzung der emissionsfreien Elektromobilität. Dass am Pfingstmontag in der Nähe von Oslo eine H2-Tankstelle explodierte, lässt aber Zweifel aufkommen.

 - Sind die Tanksysteme für Wasserstoff wirklich ausgereift? Zweifel sind angebracht.
Sind die Tanksysteme für Wasserstoff wirklich ausgereift? Zweifel sind angebracht.
Daimler

Die skandinavischen Länder sind in Sachen Elektromobilität weit vorn, so auch bezüglich der Verwendung von Wasserstoff als Treibstoff für elektrisch angetriebene Brennstoffzellen-Autos. Die Tankstellenkette Uno-X Hydrogen, ein Joint Venture von Praxair, Nel und Uno-X, betreibt unter anderem in Norwegen und Dänemark etliche Wasserstofftankstellen, deren Systeme überwiegend von der Firma Nel entwickelt wurden.

Am Pfingstmontag explodierte eine der Uno-X-Tankstellen im Osloer Vorort Sandvika. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Nel schloss daraufhin vorsorglich zehn weitere Tankstellen, so dass es für Besitzer von Brennstoffzellen-Fahrzeugen derzeit schwierig ist, den ökologisch fortschrittlichen Treibstoff zu tanken.

Als Reaktion darauf stoppten Toyota und Hyundai vorerst die Auslieferung von Brennstoffzellen-Autos in Norwegen – offiziell weil diese sowieso nur schwerlich betankt werden könnten. Grundsätzlich halte man Wasserstoff aber für einen sicheren Energieträger. Seinen Kunden, die einen Toyota Mirai besitzen, bot der japanische Autobauer für die Übergangszeit bis zur Wiedereröffnung der Tankstellen leihweise ein kostenloses Ersatzfahrzeug an.

Die Ursachenforschung an der Explosionsstelle hält derzeit noch an. Nach den neuesten Erkenntnissen könnte ein Wasserstoff-Leck im Hochdruckspeicher die Ursache gewesen sein. Dadurch bildete sich eine Wasserstoff-Verpuffung, eine entzündliche Wolke. Gegenwärtig suchen die Experten der Firma Gexcon nach dem Grund für das Leck und für die Entzündung der Wasserstoffwolke. Die Hochdruckkammer wird dafür ausgebaut und im Labor analysiert. Nach Aussage von Nel waren die Niedrigdruckelemente des Systems nicht ursächlich für das Leck oder die Entzündung, auch die Tanks seien nicht beschädigt gewesen. Mithin treffe Nel als Hersteller dieser Kernelemente keine Schuld.

So oder so dürfte dieser Vorfall potenzielle Käufer von Brennstoffzellen-Autos verunsichern. Auf jeden Fall zeigt es, dass die Brennstoffzellen-Technik insbesondere wegen ihres hochkomprimierten, entzündlichen Treibstoffs noch nicht vollständig ausgereift ist.