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Foto: Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD)

Caravaning

Von der Boom-Branche profitieren

Die Corona-Pandemie hat der Caravaning-Branche einen weiteren kräftigen Schub gegeben. Reisemobile werden damit zunehmend zu einem interessanten Geschäftsfeld für Autohändler und Kfz-Werkstätten. Eine neue Studie zeigt die Potenziale für Handel, Service und Mietgeschäft auf.

Mit über 107.000 neu zugelassenen Reisemobilen und Caravans war 2020 ein weiteres  Rekordjahr für die Branche. Die aktuellen Umstände rund um die Pandemie lassen ahnen, dass der Wachstumstrend der letzten Jahre weiter zulegen wird. Die „Masterstudie Caravans und Reisemobile in Deutschland“ – herausgegeben von Puls Marktforschung und der gsr-Unternehmensberatung – bestätigt das große Interesse: Über 18 Millionen Menschen in Deutschland beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit dem Thema Caravaning – sei es als Besitzer, Mieter oder mit der Absicht zum Kauf oder zur Miete eines Reisemobils oder Wohnwagens in nächster Zeit. Damit dürfte auch die Zahl der Fahrzeuge weiter steigen: Die Statistik des Kraftfahrtbundesamts wies Ende 2020 über 1,4 Millionen zugelassene Wohnwagen und Reisemobile aus.

Geschäftseinstieg oft ohne große Investitionen möglich

Diese Entwicklung macht immer mehr Autohändler neugierig, denn in den Geschäftsfeldern Fahrzeughandel, Service und Vermietung biete sich viel Potenzial, wie die Verfasser der Studie unterstreichen. Und das oftmals bei geringem Mehraufwand. Denn wer Nutzfahrzeuge im Angebot hat und repariert, könne diese Ausstattung und Kenntnis auch für ein veritables Geschäft mit Freizeitfahrzeugen nutzen. Spezifische Anforderungen seien allerdings zu beachten, denn die oft kaufkräftige Zielgruppe sei anspruchsvoll.

Dies gelte sowohl für die Auswahl an Fahrzeugen vor Ort und eine kompetente Beratung, aber auch für einen leistungsfähigen Service. Dieser sei, was das Fahrzeug angeht, vergleichbar mit dem gängiger Serienfahrzeuge. Beim Aufbau allerdings seien besondere Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich, etwa hinsichtlich der Wasser- und Gas-Anlage oder für die Instandhaltung des Aufbaus innen und außen. Die Studie zeigt hier, dass die Kunden eine gute Betreuung schätzen – aber auch bereit seien, dafür zu bezahlen.

Mietwagen als Einstieg – für Kunden und Händler

Insgesamt würden die Ergebnisse der Studie in den Details zeigen, dass sich eine völlig neue Zielgruppe dem Caravaning zuwende. So seien die am Caravaning Interessierten mit 44 Jahren im Schnitt deutlich jünger als es das frühere „Gartenzwerg-Image“ vermuten lässt. Dies spiegelt sich auch in einem immer breiteren Angebot für nahezu jeden Geschmack und Geldbeutel wider.

Für die Anschaffung eines neuen oder gebrauchten Reisemobils seien laut Angaben der Befragten im Durchschnitt in den letzten Jahren 31.234 Euro investiert worden, für einen Wohnwagen seien es im Schnitt 12.884 Euro gewesen. Hinzu würden erhebliche Ausgaben für Zubehör kommen: Besitzer würden jährlich zwischen 500 (Wohnwagen) und 1.000 Euro (Reisemobile) für diverses Zubehör ausgeben. Von sehr großer Bedeutung sei zudem das Geschäft mit Mietfahrzeugen. Bis zu 50 Prozent der Campingfreunde geben an, innerhalb der nächsten 12 Monate ein Fahrzeug mieten zu wollen, dafür werden im Durchschnitt 100 Euro je Tag investiert.

„Das sind auch für den Autohandel hochinteressante Zahlen“, so Niklas Haupt von Puls Marktforschung, „bei den Umsatztreibern Kauf, Miete, Service und Zubehör können viele Autohäuser mitmischen.“ So gibt mehr als jeder Fünfte Kaufinteressierte an, sich für die Segmente Campingbus oder Kastenwagen zu interessieren. Diese Modelle werden von vielen Fahrzeugherstellern angeboten und entsprechend nicht nur über spezialisierte Wohnmobilhändler vertrieben: 26 Prozent der Neufahrzeug-Käufer geben laut Studie an, den Vertrag bei einem Autohändler unterschrieben zu haben, bei spezialisierten Händlern sind es 57 Prozent. Ein großes Potenzial stellt auch das Geschäft mit gebrauchten Kompakt-Reisemobilen dar. 59 Prozent der Käufer haben ein Fahrzeug mit Vorbesitzer erworben, mehr als die Hälfte allerdings von Privat. 

Chancen werden nur zum Teil genutzt

Ganz allgemein sei die Zufriedenheit mit dem Handel laut der Stelle aber ausbaufähig, denn je nach Produktgruppe hätten nur rund 30 bis 40 Prozent angegeben, „sehr zufrieden“ mit dem Kaufprozess zu sein. Insbesondere bei der Beratung zu den Finanzierungsmöglichkeiten gebe es Verbesserungsbedarf. „Hier bleibt ein großes Potenzial ungenutzt“, sagt Rainer Strobel von der gsr-Unternehmensberatung in Augsburg. Dies betreffe nicht nur zusätzliche Erträge, sondern auch Chancen der Kundenbindung und Angebote im Aftersales.

Die Studie gibt detaillierten Aufschluss über alle Aspekte für eine Entscheidung zu Kauf oder Miete – von den Informationskanälen, den Kosten für Nutzung, Versicherung und Wartung bis hin zu den Erwartungen an Produkte und Prozesse sowie deren Erfüllung. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen im Automobilgeschäft haben sich die Herausgeber der Studie mit Unterstützung der Partner Auto Bild Reisemobil sowie der Nürnberger Versicherung mit Jahn & Partner, der Creditplus Bank und der Kroschke-Gruppe dazu entschieden, eine vergünstigte Edition für interessierte Autohändler und Werkstätten aufzulegen. Die umfangreiche Edition kostet 489,00 Euro (netto zzgl. MwSt.).

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