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ZDK-Jahrespressekonferenz 2022 zu wichtigen Branchenthemen mit ZDK-Präsident Jürgen Karpinski (Mitte), Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk (li.) sowie Vizepräsident Thomas Peckruhn (re.).
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ZDK-Jahrespressekonferenz 2022 zu wichtigen Branchenthemen mit ZDK-Präsident Jürgen Karpinski (Mitte), Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk (li.) sowie Vizepräsident Thomas Peckruhn (re.).

ZDK-Jahresbilanz

Umsatz rückläufig, Rendite zu schwach

Das Autojahr 2021 war nicht einfach für das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe. Im Neuwagenhandel, bei jungen Gebrauchtwagen und im Service mussten viele Betriebe Umsatzeinbußen hinnehmen. Aber es gab auch Lichtblicke.

Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), musste auf der virtuell durchgeführten Jahrespressekonferenz einige bittere Zahlen verkünden. So sank der Gesamtumsatz der Branche im Jahr 2021 gegenüber 2020 um 2,7 Prozent auf rund 179,8 Milliarden Euro. Spürbare Umsatzeinbußen waren insbesondere im Neuwagenhandel, bei jungen Gebrauchtwagen und im Werkstattservice zu verzeichnen. Der Handel mit älteren Gebrauchtwagen, aber auch das Geschäft mit Lastkraftwagen brachten laut Karpinski hingegen Zuwächse.

Ernsthafte Sorgen bereitet ihm weiterhin die Umsatzrendite der mittelständischen Betriebe. Zwar stieg diese um 0,1 Prozentpunkte leicht auf nunmehr 1,3 Prozent, ein Anlass in Jubelstürme auszubrechen sei das aber keinesfalls. Im Gegenteil: „Von den Gewinnmargen der Hersteller und Importeure können wir als überwiegend mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer im Handel nur träumen“, unterstrich der ZDK-Präsident. Die Mindest-Zielgröße von Autohäusern und Werkstätten liege bei einer Umsatzrendite von 3 Prozent plus X. „Davon sind wir schon seit einigen Jahren deutlich entfernt“, so Karpinski.

Neuwagen-Umsatz eingebrochen

Der Umsatz mit fabrikneuen Pkw im Markenhandel ist nach Angaben des ZDK im Jahr 2021 um minus 8,8 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro eingebrochen. Die fabrikatsgebundenen Händler verkauften rund 1,52 Millionen neue Pkw, das waren noch einmal 12,3 Prozent weniger als im schwachen Jahr 2020. Verglichen damit ist das Gesamtvolumen aller Pkw-Neuzulassungen um minus 10 Prozent auf rund 2,62 Millionen Einheiten zurückgegangen. Der Markenhandel hatte daran einen Anteil von 57,9 Prozent. Als Gründe für den erneuten Umsatzrückgang nannte Karpinski den Lockdown im ersten Halbjahr mit Verkaufsbeschränkung im Präsenzhandel sowie die weiterhin anhaltende Halbleiter-Krise mit mangelnder Verfügbarkeit von Neufahrzeugen.

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Gebrauchtwagen-Geschäft: Markenhandel leidet, freier Handel wächst

Der Umsatz des Markenhandels mit Gebrauchtwagen sank um 8,3 Prozent auf rund 57,4 Milliarden Euro. Mit rund 2,7 Millionen Besitzumschreibungen betrug der Anteil des Markenhandels am gesamten Gebrauchtwagengeschäft 40 Prozent, das waren 8 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2020. Wegen der Lieferengpässe bei Neuwagen rückten vor allem junge Gebrauchtwagen verstärkt in den Fokus. Karpinski: „Diese wurden schnell zur Mangelware, da der Nachschub ausblieb, der sonst vor allem von Flottenbetreibern, Autovermietern und Leasingrückläufern kommt.“

Im freien Gebrauchtwagenhandel, wo überwiegend ältere Fahrzeuge vermarktet werden, wuchs der Umsatz den Angaben des Verbands zufolge um rund ein Drittel auf 26 Milliarden Euro. Das lag auch am gewachsenen Marktanteil von 27 Prozent, einem Zuwachs von 6 Prozentpunkten gegenüber 2020. Das fehlende Drittel entfiel auf Privatverkäufe.

Umsatz-Rückgang im Service

Die Zahlen für das Geschäftsfeld Service und Reparatur stellte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk vor. Demnach brachte das Jahr 2021 einen Umsatzrückgang von minus 5,8 Prozent auf rund 25,9 Milliarden Euro im Vergleich zu 2020 mit sich. Die Quote der durchschnittlichen Werkstattauslastung lag bei 80 Prozent und damit um einen Prozentpunkt über dem Niveau von 2020, jedoch immer noch um 3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorkrisenjahres 2019.

Anzahl der Betriebe stabil, aber weniger Markenbetriebe

Die Anzahl der Betriebe ist im vergangenen Jahr mit 36.570 (minus 10 Betriebe oder 0,03 Prozent) nahezu konstant geblieben. Während die Zahl der fabrikatsgebundenen Betriebe um 1 Prozent bzw. 140 Betriebe auf 14.460 schrumpfte, legte die Zahl der nicht fabrikatsgebundenen Betriebe um 0,6 Prozent bzw. 130 Betriebe auf 22.110 zu. Erfasst sind alle organisationsfähigen Betriebe ab einer jährlichen Umsatzgröße von 100.000 Euro aufwärts. Die Anzahl der Beschäftigten ging auf 435.000 zurück, das sind 0,3 Prozent bzw. 1.200 weniger als im Jahr 2020. Die Gesamtzahl der Auszubildenden lag im vergangenen Jahr bei 88.600 und damit um 2,2 Prozent niedriger als im Jahr 2020 (90.600).

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