Image
Lackierkabinen lassen sich mit Schutztapeten bekleben. Wichtig ist, dass sich diese rückstandslos entfernen lassen.
Foto: Wolf Anlagen-Technik
Lackierkabinen lassen sich mit Schutztapeten bekleben. Wichtig ist, dass sich diese rückstandslos entfernen lassen.

Pflegetipps

So bleibt die Lackieranlage fit

Nichts hält ewig, davon sind auch Lackieranlagen nicht ausgenommen. Im Kampf gegen Farbkrusten und Co. unterstützen Hersteller durch Filtration und Abscheidung. Zudem gelingt der Kabinenschutz mittels Folien und Speziallack.

Ein sauberer Arbeitsplatz ist nicht selten Voraussetzung für Produkt- und Leistungsqualität. In manchen Fällen dienen Hygiene und Pflege auch zum Schutz der Investitionsgüter in Werkstätten. Das gilt auch für Lackier- und Trocknungsanlagen, die – gute Behandlung vorausgesetzt – eine Investition für zwei oder mehr Jahrzehnte ist. Karosserie- und Lack-Betriebe müssen Sprühkabinen daher regelmäßig reinigen. Auch tun Kfz-Techniker gut daran, die Wände, Fenster und Leuchten der Anlage gegen Farbnebel abzuschirmen.

„Makellose Lackierarbeiten erfordern eine saubere und gepflegte Sprühkabine“, wirbt Colad und warnt beispielsweise vor Staub und anderen Verunreinigungen in der Lackiererei. Das Unternehmen vermarktet zu diesem Zweck Folien und Schutzanstriche samt Zubehör für Lackier- und Trocknungskabinen. Diese lassen sich laut Anbieter leicht und ohne Kleberückstände entfernen und halten Kabinenwände bis zu ein Jahr oder 1.000 Zyklen sauber. Eine Besonderheit bietet die beidseitig klebende Folie „Colad Antidust“, die Eigenangaben zufolge Staubpartikel anzieht und bindet – die Anwendungszeit reiche bis zu einem Monat bzw. 85 Kabinenzyklen, dann muss getauscht werden.

Transparente Folien

Die Sehon Innovative Lackieranlagen GmbH prüft als Kabinenhersteller derartige Schutzsysteme, teils arbeitet man mit Anbietern zusammen und gibt gute Lösungen für die Anlagenkäufer frei. Da die eigenen Produkte viel Glas enthalten, empfiehlt das Industrieunternehmen transparente Folien bzw. klare Schutzlacke. Prinzipiell betont Sehon eine weitgehende Wartungsarmut der eigenen Anlagen: Lediglich die Filter müssten regelmäßig getauscht werden. Darüber hinaus sei die integrierte, volllaminare Luftführung behilflich und habe eine geringere Verschmutzung der Kabinenwände mit Farbnebel und demzufolge weniger Verkrustungen zur Folge, so Geschäftsführer Tiemo Sehon gegenüber amz.

Image
Bei der Anlagneneinweisung thematisieren die Berater der Hersteller auch Aspekte der Instandhaltung und Pflege.
Foto: Wolf Anlagen-Technik Bei der Anlageneinweisung thematisieren die Berater der Hersteller auch Aspekte der Instandhaltung und Pflege.

Doch bei aller ingenieurtechnischen Vorkehrung – Reinigungsmaßnahmen sind beim Betrieb von Lackieranlagen ein wiederkehrendes Thema. Werkstätten, die beim Kauf mehr investieren, kommen auf lange Sicht günstiger weg, heißt es vom Unternehmenssitz in Gechingen: „Generell kann man sagen, was konstruktiv aufwändiger gemacht wird, erzeugt zwar Mehrkosten beim Einkauf, aber im Nachgang werden beim Thema Energieverbrauch und der Reinigung der Anlagen signifikant Kosten eingespart“, so Tiemo Sehon. Dennoch umfasst die Beratung neben Wirtschaftlichkeitsberechnungen auch Hinweise zur Instandhaltung der Anlage.

Die Einweisung schließt auch bei der Wolf Anlagen-Technik GmbH & Co. KG Tipps zum Schutz der Kabinenwände und Pflege der Tür- und Torgummidichtungen ein. Deren Servicetechniker achten bei der Anlagenwartung auf die Pflege und Sauberhaltung der Lackierkabine und unterstützen den Kunden bei der Reinigung z.B. durch den Ausbau des Lüfterrades, heißt es auf amz-Anfrage.

Beim Reinigen der Anlage lassen sich Fehler machen, wie man auf Herstellerseite weiß: Bei der Verwendung von Dampfstrahlgeräten wird zum Beispiel Staub von den Wänden gelöst und unter die Filterdecke transportiert – mit negativen Auswirkungen für die Anlage. Nach jedem Reinigen mit Wasserdampf sollten Betriebe daher unter der Filterdecke mit Pressluft und Staubbindetücher nacharbeiten. Das Dampfen bei laufender Anlage ist laut Tiemo Sehon dagegen unbedenklich.

Ein wichtiger Faktor bei der Kabinen-Instandhaltung ist das Abscheidesystem: „Der klassische Farbnebelabscheider in Form eines Glasfasergeflechtes unter der Gitterberostung ist bei Fahrzeuglackierern noch immer die Standardlösung“, erläutert Jürgen Sterzik von Wolf Anlagen-Technik. Die Abscheidung kann durch zusätzliche Feinfiltermatten verbessert werden, was sich aber in höheren Filterkosten niederschlägt. „Es gilt zwischen Filterwechselkosten und Kosten für Reinigung der nachfolgenden Einbauten abzuwägen“, so Sterzik.

Mache K&L-Betriebe kalkulieren allerdings mit dem spitzen Bleistift und setzen auf Filterlösungen der Marke Eigenbau. Davor warnt man sowohl bei Sehon als auch bei Wolf: Auf eigene Verantwortung könne der Kunde zwar experimentieren. Laut Jürgen Sterzig sind dann aber stärkere Verschmutzungen im Lüfterrad sowie in der Wärmerückgewinnung nicht ausgeschlossen.

Image
Sehon stattet die eigenen Anlagen häufig mit Glaswänden aus – aus diesem Grund sind transparente Tapeten, Lacke und Folien zum Kabinenschutz empfehlenswert.
Foto: Sehon Innovative Lackieranlagen GmbH Sehon stattet die eigenen Anlagen häufig mit Glaswänden aus – aus diesem Grund sind transparente Tapeten, Lacke und Folien zum Kabinenschutz empfehlenswert.

TIPP: Sie interessieren sich für Reparaturtipps, technische Hintergründe und nützliche Werkzeuge? Der amz.de-Newsletter informiert Sie zweimal wöchentlich. Jetzt gleich anmelden!