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Oft benutzt, selten gewartet: Die Ladebordwand muss häufig mit wenig Pflege auskommen.
Foto: Palfinger
Oft benutzt, selten gewartet: Die Ladebordwand muss häufig mit wenig Pflege auskommen.

Verteilerverkehr

Service für die Ladebordwand

Sie wird im Lieferverkehr täglich dutzende Male verwendet, bei der Wartung aber gerne vergessen: die Ladebordwand. Die Nfz-Werkstatt sollte bei jedem Lkw mit einer solchen Vorrichtung den Servicezustand prüfen. Teure Schäden lassen sich leicht vermeiden.

 Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Ein Großteil der teuren Schäden und Probleme an hydraulischen Ladebordwänden lässt sich durch regelmäßiges Abschmieren vermeiden. Spätestens wenn der Hublift knarzt und quietscht, sollte die Fettpresse angesetzt werden. Schon wenige Pumphübe pro Schmierstelle genügen, um Bolzen und Büchsen zu einem langen und geräuschfreien Leben zu verhelfen. Dabei wird so lange gepumpt, bis frisches Fett an der jeweiligen Lagerstelle austritt. Das alte, überschüssige Fett wird mit einem Lappen kurzerhand entfernt.

Wird dies missachtet oder nur die leicht zugänglichen Schmierstellen im oberen Bereich des Liftes abgeschmiert, drohen teure Schäden und Ausfallzeiten: Wenn Buchsenaufnahmen oder Zylinderaugen eingelaufen sind, wird der Hublift ein Fall für die Experten. Solche Schäden wären laut Roman Strobl, Leiter Service Ladebordwände bei Palfinger, leicht zu vermeiden, wenn Fahrer, Flottenbetreiber und Werkstätten das Abschmieren regelmäßig im Blick behalten würden. Nicht umsonst gehören Bolzen und Buchsen zu den Schnelldrehern im Ersatzteilprogramm des Hebelösungsspezialisten, obwohl diese eigentlich auf die gesamte Lebensdauer der Ladebordwände ausgelegt werden.

Werden die Bolzen nicht geschmiert, laufen sie ein – mit drastischen Folgen für die Betriebssicherheit der Ladebordwand.
Werden die Bolzen nicht geschmiert, laufen sie ein – mit drastischen Folgen für die Betriebssicherheit der Ladebordwand.
Werden die Bolzen nicht geschmiert, laufen sie ein – mit drastischen Folgen für die Betriebssicherheit der Ladebordwand.
Die meisten Ladebordwände verfügen über weniger als zwölf Schmierstellen, die Arbeit ist schnell erledigt.
Die meisten Ladebordwände verfügen über weniger als zwölf Schmierstellen, die Arbeit ist schnell erledigt.
Die meisten Ladebordwände verfügen über weniger als zwölf Schmierstellen, die Arbeit ist schnell erledigt.

Ölwechsel vor dem Winter

Zwar ist das Öl der Hydraulikanlage nicht so hoch belastet wie das des Diesels der Zugmaschine, dennoch sollte das Hydrauliköl jährlich, am besten passend zur Wintersaison gewechselt werden. Abrieb aus Pumpen, Hubzylindern und Ablagerungen ist dabei meist das geringere Problem als Kondenswasser, welches sich in dem Hydraulikfluid stetig ansammelt – besonders im Winter, wenn der Temperaturunterschied zwischen dem wärmen Öl und kalten Außentemperaturen besonders hoch ist.

Dass Wasser in Hydraulikpumpen und Zylindern nichts zu suchen hat und deren Lebensdauer massiv verkürzen kann, ist hier nur ein Aspekt: Werden die Termine für den Ölwechsel missachtet, drohen die Hydrauliksysteme im Winter einzufrieren und lassen sich anschließend weder heben noch senken – der Lkw fällt aus.

Auf ausreichende Batteriespannung achten

Gerade Fahrzeuge der 3,5-to-Klasse und entsprechender 12-V-Elektrik haben regelmäßig mit leeren Batterien zu kämpfen. 
Gerade Fahrzeuge der 3,5-to-Klasse und entsprechender 12-V-Elektrik haben regelmäßig mit leeren Batterien zu kämpfen. 
Gerade Fahrzeuge der 3,5-to-Klasse und entsprechender 12-V-Elektrik haben regelmäßig mit leeren Batterien zu kämpfen. 

Da die Hydraulikaggregate ihre Kraft aus eigenen Batterien schöpfen, um auch mit abgestelltem Fahrzeugmotor arbeiten zu können, ist es wichtig die Spannung der Stromspeicher im Auge zu behalten. Gerade bei Fahrzeugen der Sprinterklasse mit 12V-Bordspannung arbeiten die werksseitig verbauten Lichtmaschinen meist am Limit und sorgen für regelmäßig entladene Batterien der Ladebordwand.

Neben größeren Batterien für die Aggregate sollte hier auch der Tausch der Lichtmaschine gegen ein stärkeres Modell in Betracht gezogen werden, da Unterspannungen die Lebensdauer der Batterien massiv verkürzen. Denn der außerplanmäßige Austausch kommt den Betreiber teurer zu stehen, als das Upgrade der Lichtmaschine. Gleichzeitig spart es teuren Diesel, wenn die Ladebordwand ihre Energie aus der Batterie ziehen kann und der Fahrzeugmotor während des Verladenes abgestellt wird.

UVV-Prüfung reicht nicht aus

Ebenfalls sollten sich Betreiber und Werkstätten nicht auf die jährliche UVV-Prüfung verlassen. Diese dient nicht zur Sicherstellung technischer Mängel oder des Zustands der Ladebordwand, sondern nur dazu, grobe Fehler auszuschließen, die die Unfallgefahren im Betrieb erhöhen. Eine gründliche Prüfung und Wartung sollte daher mindestens alle 5.000 Hübe stattfinden oder einmal im Jahr. Die kleine Wartung aus Sichtkontrolle und Abschmieren hingegen sollte entsprechend der Nutzung wöchentlich oder monatlich vorgenommen werden.

Bedienungsanleitung und Notöffnung

Hinter dem schwarzen Deckel der eigentlichen Steuereinheit kann der Notbetrieb genutzt werden, um die Bühne hochzuklappen.
Hinter dem schwarzen Deckel der eigentlichen Steuereinheit kann der Notbetrieb genutzt werden, um die Bühne hochzuklappen.
Hinter dem schwarzen Deckel der eigentlichen Steuereinheit kann der Notbetrieb genutzt werden, um die Bühne hochzuklappen.

Damit die Ladebordwand ordnungsgemäß benutzt und gewartet wird, sollten Fahrer und Mechaniker auf die Anlage eingewiesen werden. Schon die Kurzanleitungen der Hersteller enthalten umfassende Tipps und Hinweise zur Pflege und Wartung der Bühnen sowie Rufnummer und Kontaktmöglichkeiten, sollte die Bühne dennoch einmal ungeplant ausfallen.

Neben der Bedienung ist die Anlagenkenntnis gerade im Schadensfall von höchster Relevanz. So wissen viele Fahrer nicht, dass sämtliche Ladebordwände namhafter Hersteller über eine Notbedienung verfügen, um die Bühne im Schadensfall noch einmal schließen und so den nächsten Servicepartner erreichen zu können. Wo und wie die Notbedienung aktiviert wird, findet sich ebenso im Handbuch der Anlage oder als Download beim Hersteller.

App als Serviceunterstützung

Der Kran- und Hebelösungsspezialist Palfinger kennt die Herausforderungen der Kunden und setzt auch im Service voll auf Digitalisierung. Mit der „Impact“ App, können sich Nutzer via Bluetooth mit der Ladebordwand ihres Fahrzeugs verbinden, und können so auf einen Blick die Batteriespannung, die Anzahl der Hübe bis zum nächsten Service und Produktinformationen wie die Notbedienung abrufen. Auch an den Fall der Fälle haben die Österreicher gedacht und eine interaktive Karte mit allen autorisierten Servicepartnern eingebettet. Über den aktuellen Standort des Nutzers werden die Servicepartner in der Nähe angezeigt, die im Schadensfall schnelle und professionelle Abhilfe schaffen können.

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