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Foto: Martin Schachtner

Beim OEM akkreditiert

SERMA: ZDK erleichtert Datenzugriff

Der Verband hat eine Authorisierungsmarke entwickelt. Wenn Werkstätten SERMA nutzen, erhalten diese vereinfachten Zugang zu besonders geschützten Daten.

Mit der Marke SERMA (Secure Repair and Maintenance Autorisation) stellt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Kfz-Servicebetrieben eine Erleichterung beim Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen in Aussicht. Werkstätten, die das neue, standardisierte Autorisierungsverfahren nutzen, müssen sich laut Verband künftig nicht mehr bei jedem einzelnen Fahrzeughersteller - nach unterschiedlichen Kriterien - autorisieren lassen, um Zugang zu geschützten Informationen zu erhalten.

SERMA beinhaltet ein neues Akkreditierungsschema – Grundlage ist das SERMI-Schema (Secure Repair and Maintenance Information), welches markenfremde Betriebe gegenüber den jeweiligen Fahrzeugherstellern als "berechtigte Dritte" ausweist. „Das standardisierte Autorisierungsverfahren erleichtert den unabhängigen Marktteilnehmern den Zugang zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen“, erklärte Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident. Dies stärke den fairen Wettbewerb und damit auch die Wirtschaftskraft deutscher Kfz-Betriebe.

Hintergrund ist die im September 2020 in Kraft getretene Typgenehmigungsverordnung 2018/858, wonach Kraftfahrzeuge gegen den Zugriff unberechtigter Dritte geschützt sein müssen. Auch die kommende und für Autohersteller ebenfalls verbindliche UN ECE-Regel 155 zu "Cybersecurity-Maßnahmen“ dürfte eine Vorgehensweise wie die SERMI-Praxis nach sich ziehen.

Die Akkreditierung muss bis Mitte 2023 EU-weit umgesetzt sein, wie der ZDK klarstellt. Für die ordnungsgemäße Reparatur- und Instandsetzung sind diebstahl- und sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen unerlässlich. Der ZDK nennt auf Nachfrage beispielhaft „die Beschaffung von Steuergeräten oder Schlüsseln sowie das Programmieren dieser Bauteile“, die davon abhängen.

Ausweitung auf Fahrzeugdiagnose

Wie eine Nachfrage an den ZDK ergab, setzt sich der Verband zudem politisch dafür ein, den Anwendungsbereich des SERMI-Verfahrens auch auf die Nutzung von Mehrmarkendiagnosesystemen auszuweiten und somit den Zugang zu Fahrzeugen mit „Security Gateway“ zu erreichen. „So wäre ein einheitliches Autorisierungsschema sowohl für den Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen als auch für den berechtigten Zugang zu Fahrzeugen mit Security Gateway etabliert“, heißt es aus Bonn.

Wunschzettel für die neue Bundesregierung

Der Zugriff auf Fahrzeugdaten und -funktionen ist nicht nur existenziell für das gesamte Kraftfahrzeuggewerbe und speziell den unabhängigen automobilen Aftermarket (IAM). Um die Relevanz weiß man nicht nur beim ZDK, sondern auch anderswo: So veröffentlichten ZDK, ASA-Verband, BRV, GDV, GVA und WDK im September 2021 gemeinsam das Positionspapier „Sicherer Zugang zum vernetzten Fahrzeug für den Aftermarket“. Fahrzeuginformationen werden schließlich nicht nur in Werkstätten, sondern auch bei Anbietern von Diagnosetools, im freien Teilegroßhandel, von Versicherern, Reifenfachhändlern, Pannendienstleistern, Automobilklubs und auf Seiten der Gummiindustrie benötigt. In diesem Kontext gibt es Forderungen an die Adresse einer in Entstehung befindlichen, neuen Bundesregierung: „Im Hinblick auf die kommende europäische Regulierung im Jahr 2022 muss sich die neue Bundesregierung für einen offenen und diskriminierungsfreien Datenzugang einsetzen, damit die Voraussetzungen für moderne, datenbasierte Verkehrsfunktionen geschaffen werden und der freie Wettbewerb im Wartungs- und Reparaturgeschäft in der gesamten Branche gewährleistet ist“, erklärt der ZDK.

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