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Für den Zugang zu wichtigen Reparaturinformationen benötigen Werkstätten zukünftig ein SERMA-Zertifikat. 
Foto: ProMotor/T.Volz
Für den Zugang zu wichtigen Reparaturinformationen benötigen Werkstätten zukünftig ein SERMA-Zertifikat. 

Zugang zu RMI-Daten

SERMA startet am 1. April 2024

Ein einfaches Login reicht zukünftig nicht mehr aus. Für den Zugriff auf sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen brauchen Werkstätten zukünftig ein elektronisches Zertifikat. Ab dem 15. Februar können Betriebe sich anmelden.

SERMA, das neue Zertifikat für den Werkstattzugriff auf Reparatur- und Wartungsinformationen, kann zum 1. April starten. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat den positiven Bescheid über die Erstakkreditierung ausgestellt. Das gab der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt. „Die Akkreditierungsurkunde ist bei uns eingegangen – ein toller Erfolg und der Lohn für unsere intensiven Bemühungen. Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgehen kann“, sagt Dr. Kurt-Christian Scheel, Geschäftsführer der SERMA GmbH. Ursprünglich war der Start bereits im Sommer vergangenen Jahres geplant. Die Abkürzung SERMA steht für „security related repair and maintenance authorisation“.

Zugriff nur noch mit Zertifikat

Hintergrund der Aktivitäten: Ab April 2024 können Fahrzeug-OBD-Funktionen sowie Reparatur- und Wartungsinformationen (RMI) über die Portale der Fahrzeughersteller und die Hersteller-Diagnosegeräte nur noch von Werkstätten eingesehen werden, die von einer entsprechend akkreditierten Stelle eine Zulassung bzw. Autorisierung erhalten. Der Zugriff auf diese Daten allein über die bisherigen Logindaten wird dann nicht mehr möglich sein. Neben den bishereigen Logindaten ist für den Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten RMI zukünftig auch ein personalisiertes elektronisches Zertifikat erforderlich. Dieses muss bei der sogenannten Konformitätsbewertungsstelle SERMA (KBS SERMA) beantragt werden.

Damit sich Werkstätten für den Start am 1. April vorbereiten können, öffnet das Antragsportal bereits am 15. Februar. Die Antragstellung erfolgt digital. Dabei sind eine Reihe von Dokumenten vorzulegen. Dazu zählen beispielsweise ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister, die Gewerbeanmeldung, der Eintrag in die Handwerksrolle, ein aktueller Auszug aus dem Handelsregister sowie ein Nachweis über eine bestehende Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus sind Angaben über mindestens einen zu autorisierenden Mitarbeiter zu machen, welcher nach Überprüfung durch die KBS SERMA das elektronische Zertifikat für den Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten RMI erhält.

Informationen direkt auf das Smartphone

Nach erfolgreicher Prüfung des Antrages erhalten die bzw. der autorisierte Mitarbeiter das personalisierte elektronische Zertifikat inklusive aller Unterlagen über eine App direkt auf das Smartphone. Weitere Informationen zum Projekt erhalten interessierte Werkstätten auf der Website der SERMA GmbH. Zudem besteht dort die Möglichkeit zur Vorregistrierung und Anmeldung.

Unter diebstahl- und sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen fallen Informationen, Software sowie Funktionen und Dienste, die erforderlich sind, um die im Fahrzeug verbauten Merkmale/Bestandteile reparieren und warten zu können sowie verhindern, dass Fahrzeuge gestohlen oder weggefahren werden können. Zudem zählen hierzu Bestandteile, die es ermöglichen, das Fahrzeug zu verfolgen und wiederzufinden. Ein Beispiel dafür ist die Wegfahrsperre. Eine genaue Einteilung obliegt den Fahrzeugherstellern, da diese je nach Fahrzeugarchitektur und -modell variiert.

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