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Auf der 2022er Ausgabe der französischen Klassiker-Messe Retromobile in Paris ehrte Renault seinen „R5“ mit insgesamt 13 Exponaten.
Foto: Renault
Auf der 2022er Ausgabe der französischen Klassiker-Messe Retromobile in Paris ehrte Renault seinen „R5“ mit insgesamt 13 Exponaten.

Rückspiegel

Renault R5: 50 Jahre Pop-Art auf Rädern

Der Kult-Kubus debütierte 1972. Nach 22 Jahren und über neun Millionen Exemplaren hieß es dann „Au Revoir“ für den Renault R5 – der Clio übernahm.

Als besonders auffälliges Merkmal des Renault R5 stachen in den frühen 1970er Jahren die großen Kunststoffstoßfänger vorne und hinten ins Auge. Von seinem Debüt 1972 bis über das Produktionsende 1994 hinaus klopften sich die Verantwortlichen auf die Schulter: Der eingesetzte Werkstoff hielt vielen Parkremplern stand, zudem ließen sich die Bauteile rasch und kostengünstig austauschen – so zumindest ist es in einem Blogeintrag des Autobauers anlässlich des 50. Geburtstages zu lesen.

Ein weiteres Markenzeichen waren die hochkant angeordneten Rückleuchten. Die extravagante Beleuchtung ermöglichte den Einbau der breiten, tief heruntergezogenen Heckklappe und war dem rückseitigen Be- und Entladen zuträglich. Auch die Farbpalette war ein Hingucker: So gab es den 3,51 Meter langen R5 auch in knallorange oder giftgrün. Mit seinen großen, viereckigen Scheinwerferaugen entwickelte sich der zuerst als Drei- und ab 1980 auch als Viertürer erhältliche Kubus zum Sympathieträger. Als geistiger Vater gilt Bernard Hanon, unter dessen Regie der Kompaktwagen bereits 1967 als „Projekt 122“ Gestalt annahm.

Die Basisversion 5 L verfügte über ein kleines Vierzylinder-Aggregat und leistete 34 PS. Für sportliche Fahrer gab sich der R5 später als Kraftzwerg: Der Alpine Turbo mobilisierte 108 PS und war bis zu 191 km/h schnell. 1985 kam eine Rennsport-Version mit 408 PS.

Facelift als „Super-Fünfer“

Der kompakte „Oldie“ hat nach wie vor einen Platz in den Herzen der Autofans – auch jenseits der französischen Grenzen. Er war mit über neun Millionen vermarkteten Fahrzeugen schließlich eines der erfolgreichsten Fahrzeuge der Geschichte des französischen Herstellers. Allein 5,5 Millionen Exemplare entfielen davon auf die von 1972 bis 1984 gebaute erste Modellgeneration. Auch in Deutschland stieß der „Fünfer“ vom Start weg auf großes Interesse: Insgesamt kamen fast 500.000 Einheiten beider Baureihen in Kundenhand – dies geht aus einer offiziellen Mitteilung anlässlich des Jubiläums hervor. Die zweite Generation hörte übrigens auf den klangvollen Namen „Supercinq“ („Super 5“) und nahm in Länge (plus 8,5 Zentimeter) und Breite (plus 3,5 Zentimeter) zu. Mitte der 1990er Jahre trat dann der Clio in große „Profilspuren“ und die R5-Nachfolge an.

Renault beging den runden Geburtstag des Klassikers übrigens standesgemäß im März auf der Oldtimermesse „Retromobile“. In Paris hatte der Hersteller insgesamt 13 Modelle des Kultmodells im Gepäck. Das Spektrum reichte vom Renault 5 L aus dem Premierenjahr 1972 bis hin zur letztes Jahr präsentierten Elektro-Studie Renault 5 Prototype. Dass der Elektroantrieb nicht erst heute für Renault ein wichtiges Thema ist, belegt der 1972 vorgestellte Renault 5 electric. Ein auf der Retromobile präsentiertes Exemplar aus dem Jahr 1974 interpretiert der Hersteller als „Brücke zum jüngsten Modell der Ausstellung“ – einem batterieelektrischen Renault 5 Prototype. Die Serienausführung des Konzeptfahrzeugs soll 2024 auf die Straße kommen, heißt es aus Boulogne-Billancourt.