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Foto: BORG Automotive

Aufbereitet

Remanufacturing – das nachhaltige Ersatzteil

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben in den vergangenen Jahren an Wichtigkeit gewonnen, auch unter den Kunden freier Werkstätten.

Deshalb steht Remanufacturing zunehmend im Fokus: die Wiederaufarbeitung gebrauchter Autoersatzteile. Davon soll nicht nur die Umwelt etwas haben: Die Werkstatt profitiert gleichzeitig von günstigeren Konditionen und einer hohen Qualität, versprechen die Hersteller. Auch der Remanufacturer BORG Automotive nimmt das für sich in Anspruch. AMZ hat genauer hingeschaut. Im Jahr 2000 gab das Europäische Parlament die Richtlinie 2000/53/EG heraus. Ihr Ziel: Durch eine bessere Produktentwicklung sollten im Automobilbereich deutlich weniger Abfälle entstehen. Die Folge: Seit 2015 werden 95 % des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts recycelt. Davon profitiert die Umwelt in erheblichem Maße. Experten gehen davon aus, dass allein das Remanufacturing in jedem Jahr rund 14 Millionen Tonnen Rohstoffe spart. Außerdem benötigt es im Vergleich zur Produktion entsprechender Neuteile 55% weniger Energie und bläst rund 80 % weniger CO2 in die Atmosphäre.

Qualität auf OES-Niveau?

Doch was haben Werkstatt und Autofahrer davon? Um das zu beantworten, ist zunächst eine Feststellung wichtig: Mit Gebrauchtteilen haben wiederaufgearbeitete Ersatzteile nichts gemeinsam. Im Gegenteil: Wird das Remanufacturing professionell vorgenommen, produziert es Qualität auf Augenhöhe mit OES-Teilen zu einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.Wie das geht, sieht man am Beispiel von BORG Automotive, einem der drei führenden Wiederaufarbeiter Europas. Das Unternehmen ist seit 40 Jahren im Geschäft. Im Jahr 2009 lieferte es noch 500.000 wiederaufgearbeitete Ersatzteile in Europa aus. Im Jahr 2012 knackte es die Millionen-Grenze. Und im Jahr 2018 verschickte es erstmals mehr als zwei Millionen Ersatzteile. Das Sortiment umfasst aktuell rund 13.000 Teilenummern: Lichtmaschinen, Anlasser, Bremssättel, Abgasrückführungsventile, Klimakompressoren, Lenksäulen, Lenkgetriebe und Lenkungspumpen. Aus Qualitätsgründen findet das Remanufacturing ausschließlich in Europa statt.

Nur Originalteile sind für BORG Automotive gut genug

Qualität hat oberste Priorität. Deshalb bereitet das Unternehmen ausschließlich Originalteile wieder auf. Jedes Produkt durchläuft einen nach Qualitätsnorm ISO 9001:2015 zertifizierten, sechsstufigen Prozess: Zunächst wird es genauestens vermessen und inspiziert. Sind Risse an einem Gehäuse erkennbar oder ist es aus anderen Gründen nicht für eine Weiterverwendung geeignet, wird das gebrauchte Teil aussortiert. Im Anschluss an die Inspektion folgen die Demontage und eine gründliche Reinigung. Dann tauscht der Remanufacturer Klein- und Verschleißteile aus. Die hierbei verwendeten Ersatzteile stammen ausnahmslos von renommierten Lieferanten, mit denen BORG Automotive seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Schließlich wird das Produkt wieder zusammengebaut und abschließend nach OE-Spezifikationen getestet.

Professionelles Remanufacturing ist Hightech

Foto: BORG Automotive

Technologische Kompetenz ist bei alldem unverzichtbar. So setzt BORG Automotive während der Wiederaufarbeitung eigenentwickelte Anlagen und Verfahren ein, etwa zur Reinigung, Galvanisierung oder Oberflächenversiegelung. Inzwischen kommen sogar 3D-Drucker zum Einsatz, um Komponenten nachzubauen. Manche Verschleißteile entwickeln die Ingenieure von BORG Automotive sogar neu. „Im Gegensatz zum Serienlieferanten kennen wir die typischen Verschleißpunkte des Produktes, weil wir tausende Originalteile auseinanderbauen und wiederkehrende Abnutzungsmuster entdecken, für die wir uns oft eine bessere Lösung ausdenken“, erklärt Lars Hähnlein, Ländermanager für die deutschsprachigen Märkte. Eine besondere Herausforderung liegt darüber hinaus in der zunehmenden Komplexität der Bauteile. So verfügen beispielsweise Bremssättel für Fahrzeuge mit elektronischer Feststellbremse, elektronische AGR-Ventile oder elektronische Lenkgetriebe über eine Steuerungstechnik, die optimal mit dem jeweiligen Steuergerät kommunizieren muss. „Um solche Produkte wiederaufzuarbeiten, müssen wir sie erst verstehen – deshalb unterhalten wir ein eigenes Entwicklungs- und Testzentrum, in dem wir für jedes Produkt einen optimalen Wiederaufarbeitungsprozess finden und das Endergebnis vor der Produktionsfreigabe in anspruchsvollen Dauer- und Belastungstests auf Herz und Nieren prüfen“, so Hähnlein.

Remanufacturing – wenn man es richtig betreiben will – ist also ziemlich aufwendig. Trotzdem erweitert BORG Automotive regelmäßig sein Sortiment um Fahrzeuganwendungen mit hoher Aftermarket-Relevanz. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erzielt das Unternehmen mit seinen Anlassern und Lichtmaschinen aktuell nahezu Komplettabdeckung. Auch in den anderen Produktsegmenten zählt man zu den Anbietern mit der größten Sortimentsbreite. Nicht zuletzt investiert das Unternehmen in Logistik und Service. Hähnlein: „Sofern ein Produkt im Handel nicht vorrätig ist, liefert das europäische Logistik-Zentrum auf Wunsch über Nacht. Eine zweijährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung ist dabei immer inklusive. Und: Bei Fragen rund um Zuordnung und Bestellung steht unseren Kunden eine deutschsprachige Hotline zur Verfügung, die bei Bedarf auch Ansprechpartner für technische Fragen vermittelt.“ Unter den Marken Elstock und DRI gehen die aufbereiten Produkte anschließend in den Handel, ein ausgereifter Web-Katalog erleichtert den Werkstätten und Teilehändlern die Auswahl.

Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Schule macht und noch mehr Werkstätten auf den Zug aufspringen. Denn jedes Ersatzteil, das nicht weggeworfen wird, ist ein Gewinn für alle.