Anzeige
Foto: Vitaly Krivosheev - stock.adobe.com

Elektroautos

Reifen für Stromer

Dank attraktiver Steuervorteile werden Elektroautos beliebter – bis Ende 2019 wurden über 63.000 Stromer neuzugelassen, jetzt lockt die neue Kaufprämie Damit ändern die Stromer auch den Reifenmarkt.

Die Anforderungen eines Elektroautos an das Gummi unterscheiden sich mitunter von denen eines Verbrenners, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Neben der Reichweite spielt auch der Nassbremsweg eine entscheidende Rolle.

Anzahl neuzugelassener E-Autos in Deutschland nach Modell

Foto: amz

*reine BEV (batterieelektrische Fahrzeuge)

Quelle: Statista

„Tall and narrow“

Zu Deutsch: Hoch und schlank. Diese Reifenform, wie sie beim BMW i3 und dem Mitsubishi i-MieV verwendet wird, wurde eingeführt um neben dem Rollwiderstand auch den Luftwiderstand zu reduzieren. Mit einer Breite von 155mm sparen sie gegenüber einem vergleichbaren, auf Elektroautos ausgelegten 205er Reifen noch einmal 2-3% an Energie und fahren daher weiter.

Auch andere Hersteller nutzen diese neue Reifenklasse um ihre Fahrzeuge insgesamt energieeffizienter zu gestalten: Renault montiert sie am Scénic.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten – oder kurz gesagt: Die Proportionen eines gewöhnlichen Reifen kommt nicht von ungefähr. Zwar sind die hohen und schlanken Brüder sparsam und können dank hohem Flächendruck auch bei Aquaplaning punkten, da sie wie ein Messer durch das stehende Nass schneiden, dafür leiden Bremsweg, Fahrverhalten in Kurven und der Grip deutlich unter den Schmalreifen. Für Fahrzeuge, die ab Werk mit diesen Reifen ausgestattet sind ein netter Zugewinn an Reichweite, für die meisten Stromer aus guten Gründen nicht zulässig. Ob sie sich künftig aus ihrer Nische zum Massenreifen arbeiten werden, bleibt daher fraglich.

Foto: Autoreifenonline.de

Bsp.: Bridgestone Ecopia EP 500

Ökolabel – eine Frage der Reichweite

Das EU-Reifenlabel ist aus dem Reifenhandel nicht mehr wegzudenken – und erfährt vor allem bei Elektroautos eine erhöhte Bedeutung. Während sich auf einem Verbrenner auch „schlechtere“ Labelwerte ertragen lassen, kostet ein höherer Rollwiderstand merklich Reichweite, während schlechtes Nassbremsverhalten vor allem für die meist schwereren Fahrzeuge gefährlich werden kann. Wer sein E-Fahrzeug so fahren und genießen möchte, wie vom Hersteller erdacht, sollte bei den Reifen keine Kompromisse machen.

Foto: European Union

Reifen die das hochwertigste AA Label tragen, z.B.:

•Conti EcoContact6

•Nokian eLine 2

•Pirelli Cinturato P7 Blue

Dabei ist wichtig zu wissen, dass das Label nur zusammen mit der Dimension vergeben wird: Nicht jeder Reifen trägt das gleiche Label in allen Formen und Größen, daher im Detail kontrollieren.

Rollwiderstand:

Jede schlechtere Labelklasse kostet 0,1 Liter Sprit pro 100 km Fahrstrecke extra

Nasshaftung/Bremsleistung:

Jede zusätzliche Labelklasse bedeutet 4,5 Meter mehr an Bremsweg – das entscheidet bei einem Unfall über Blech- oder Totalschaden.

Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt – ein Premiumreifen, der nicht speziell auf Leichtlauf optimiert ist wie z.B. der vergleichbare Premium Contact 6 wird im Label zwar nur mit CA statt AA eingestuft, kommt im ADAC Test aber 2,5m früher zum stehen. Für absolute Werte müssen also die Datenblätter und Test der genauen Reifen konsultiert werden, hier hilft das EU-Label nur als grobe Orientierung.

Neues Label ab 2021

Das aktuelle Reifenlabel ist seit 2012 fest im Markt etabliert – doch schon im kommenden Jahr plant die EU eine Novelle des Labels. Zum 1. Mai soll das neue Label in Kraft treten, und dem Verbraucher noch detailliertere Informationen zum Verbrauch, dem (Nass)Grip und dem Geräusch liefern, als es dies in der bisherigen Form schon tut. Auch die Laufleistung und damit der Umwelteinfluss soll mit dem neuen Label abgebildet werden, ebenfalls soll das Design insgesamt angepasst werden.

Woher kommen die Unterschiede?

Rollwiderstandsoptimierte Reifen weisen meist eine geringe Profiltiefe auf, als ihre „Standard-Pendants“. Je weniger hoch das Profil ist, desto weniger Material kann walken und dabei Verlustwärme produzieren – rund ein Kilo leichter sind viele der Eco-Reifen. Gleichzeitig sinkt das Gewicht des Pneus durch das niedrigere Profil, sodass auch die rotierenden Massen am Fahrzeug sinken. Auch an der Gummimischung legen die Hersteller Hand an. Eine härtere Gummimischung läuft leichter ab und verbraucht daher weniger Energie, verbeißt sich aber nicht so sehr in den Asphalt und hat daher einen längeren Bremsweg und weniger Grip als eine weiche Mischung eines Premiumreifens, der nicht explizit auf Rollwidertand optimiert wurde.

WDK- konform montieren

Wer UHP- oder Runflatreifen montieren möchte, muss dies gemäß „dem Stand der Technik“ tun – dies bedeutet in der Praxis mittels einer WDK zertifizierten Maschine und entsprechend geschultem Personal. Da diese Reifen auch bei e-Fahrzeugen zum Einsatz kommen, sollte man im Sinne der Begrenzung etwaiger Haftungsansprüche hier die entsprechenden Maßnahmen treffen und fachgerecht montieren – auch wenn es noch keine gesetzliche Pflicht gibt. Auf der Webseite des WDKs sind alle derzeit zertifizierten Maschinen hinterlegt, entsprechende Schulungen bieten zahlreiche Teilnehmer am Markt an, vom Handel bis zu Prüf- und Weiterbildungsorganisationen.

Wer Zeit- und damit Geld sparen möchte, kann auch auf das umfangreiche Sortiment an fertig montierten und auf Wunsch mit RDKS ausgestatteten Alu- und Stahl-Kompletträdern von Autoreifenonline.de zurückgreifen.

Hochvoltschein am Rad

Wer an einem Hybrid- oder Elektrofahrzeug den Räder oder Reifenwechsel durchführen möchte, muss dafür befähigt sein. Eine Studie der Initiative „Qualität ist Mehrwert“ brachte zum Ergebnis, dass bislang nur 59% der Werkstätten und Reifenhändler eine solche Befähigung haben – und damit auch beim Stromer Reifen wechseln dürfen. Nutzen Sie diese Chance als Vorsprung vor Ihren Wettbewerbern – wer sich frühzeitig auf dem Markt positioniert, profitiert langfristig – zusammen mit einem starken Partner an der Seite, der den passenden Reifen für jedes Kundenfahrzeug liefern kann. Weiter Informationen und genaue Modelle finden sie auf Autoreifenonline.de.

Wichtig:
Um an einem Hybrid- oder Elektroauto einen Räder- oder Reifenwechsel offiziell durchführen zu dürfen, bedarf es der Hochvolt-Qualifizierung Stufe 1 „elektrotechnisch unterwiesene Person“.

Weitere Informationen entnehmen Sie der BGI/GUV-I 8686, Fortbildungen bieten sowohl Handel als auch Prüf- und Weiterbildungsorganisationen an.

Weitere Informationen rund um Räder, Reifen & Reifentechnik finden Sie im Reifenspezial der AMZ!