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Foto: amz – Schachtner
Mit der Q.Ling Messtechnik möchte Beissbarth Werkstätten die Achsvermessung erleichtern.

Achsvermessung

Quantensprung bei Beissbarth

Moderne Fahrzeuge machen die regelmäßige Achsvermessung erforderlich. Bei Elektrofahrzeugen könnte sie sich gar zum neuen "Ölservice" entwickeln. Beissbarth bringt sich mit der Q.Lign in Stellung.

Für Sicherheit und Komfort in modernen Fahrzeugen hat die Fahrwerkvermessung eine zentrale Bedeutung. Wie Felix Schlehuber, Head of Product Management bei Beissbarth, bei der Präsentation der neuen Lösung Q.Lign erklärte, hängt dies insbesondere mit verbauten Fahrerassistenzsystemen zusammen. Fahrwerk, Assistenzsysteme und intelligente Scheinwerfer sind dem Beissbarth-Ingenieur zufolge zunehmend aufeinander abgestimmt, beziehungsweise beliefern sich gegenseitig mit Daten. Eine Kamera werde auf das Fahrwerk kalibriert und erkenne entgegenkommenden Verkehr und gebe die Informationen an die Matrix-Scheinwerfer weiter, damit diese einzelne Pixel ausblendet – die "automatische Fernlichtregelung" funktioniert demnach nur, wenn man so will,  mit einem korrekt eingestellten Fahrwerk.

Familienzuwachs

Aus diesem Grund arbeiten Werkstattausrüster wie Beissbarth permanent an der Weiterentwicklung des eigenen Programms an Achsmessgeräten: Zu den Fahrwerksvermessungs-Lösungen Easy CCD+, Easy3D+, ML3X sowie dem Touchless-System gesellt sich mit dem aktuellen Verkaufsstart das System Q.Lign. Im Unterschied zu den anderen Familienmitgliedern, funktioniert die Neuentwicklung ohne Fahrwagen oder Kamerabalken. Dadurch bleibe vor der Arbeitsbühne Platz für Scheinwerfereinstellung oder System zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen. "Mit Q.Lign haben wir das erste web-basierte Achsmessgerät der Welt geschaffen. Insgesamt besteht das System aus neuer Elektronikplattform, neuer Softwareplattform, einem neuen Radhalter sowie neuen Messtafeln mit Autoidentifikation", so Felix Schlehuber. Der laut eigener Einschätzung große Sprung stand auch bei der Namensfindung Pate: Das Q bezeichnet als Abkürzung für "Quantum", diesen Quantensprung.

Achsmessung als Margenbringer

Zurück zu den modernen Fahrzeugen: Die Zahl der Elektrofahrzeuge nimmt – angebots- und förderbedingt – auf deutschen Straßen zu. Die Stromer haben ein sehr hohes Drehmoment, bei dem immense Kräfte auf das Fahrwerk wirken. Von dieser Beanspruchung verstellte Fahrwerke oder sogar verschlissene Fahrwerkskomponenten müssen schnellstmöglich identifiziert werden, empfehlen die Münchner. Neben Aspekten der Sicherheit kommt dabei auch zum Tragen, dass sich korrekt eingestellte Fahrwerke laut Beissbarth günstig auf die Reichweite des Elektrofahrzeugs auswirken und einem Verschleiß der Reifen entgegenwirken. Der Hersteller Tesla empfiehlt eine Überprüfung der Achsvermessung alle 10.000 Kilometer. Felix Schlehuber bezeichnet die Achsvermessung bei Elektrofahrzeugen daher auch als den "neuen Ölservice".

Das Beissbarth Q.Lign ist laut Anbieter komplett web-basiert und nutzt Stream-to-X-Technologie, das heißt eine Direktanzeige der Software und damit Anzeige der Messwerte sei auf jedem TV, PC, Laptop oder Smartphone denkbar. Neben den vier Radhaltern umfasst die Lösung zwei handliche Messaufnehmer. Letztere werden seitlich an der Bühne angebracht, umfassen 4-OLED-Displays und werden kabellos über Lithium-Ionen-Akkus mit Strom versorgt. Eigenen Angaben zufolge gelingt die sekundenschnelle Messung aller gängigen Fahrzeugparameter, inklusive Fahrzeugdimensionen zur einfachen Erkennung von Rahmenverzügen. Die 3D-Kameratechnik produziert hochpräzise Messwerte und Einstellmöglichkeiten in Echtzeit.

Q.Lign kommt in den Lieferumfängen "Compact" mit Messhardware und bei der Bedienung unterstützt das mitgelieferte Tablet. Sowohl Fahrwagen als auch Windows-PC fallen weg. Diese  Konfiguration startet den Angaben zufolge ab 13.000 Euro. Die „Excellence‟-Variante umfasst neben der Messhardware auch einen Fahrwagen.

Training im Lockdown

Mit dem Marktstart beginnen unter normalen Umständen auch die Weiterbildungsmaßnahmen. Da sich auch die Werkstatt-Welt aber pandemiebedingt vom Normalzustand entfernt hat, kommt einer Investition in Multimedia-Technik Bedeutung zu: Beissbarth verfügt schon seit Jahren über einen voll ausgestatteten Showroom und ein ausgereiftes Trainingskonzept im Rahmen von "Trac" (der hauseigenen Trainings-Academy). "Im Hintergrund des Lockdowns haben wir noch zusätzlich in hochwertiges Kamera- und Mikrofon-Equipment investiert, um unsere Schulungen auch digital anzubieten. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern setzen wir allerdings immer auf LIVE-Schulungen, damit wir auch auf die Fragen eingehen", erklärte das Unternehmen.

Neben Q.Lign führt Beissbarth auch Q.Grip ein – eine schnelle Lösung, um Messtafeln am Rad und ohne Kontakt zur Felge zu befestigen. Dieses Spannprinzip soll die sekundenschnelle Anpassung an verschiedene Radgrößen und einen sicheren Halt und wiederholgenaue Messergebnisse ermöglichen. Beissbarth verfolgt eigenem Bekunden zufolge den Ansatz "Systeme statt Produkte". Daher betrachte man die Achsvermessung mit der Scheinwerfereinstellung sowie FAS-Kalibrierung als ein System. Des Weiteren wurde das Messtafelkonzept für Q.Lign überarbeitet. Die Tafeln können über das Scannen eines QR-Codes mit dem System verbunden werden. Über die Auto-Identifikation werden diese beim Anbringen am Rad sofort erkannt und die korrekten Kalibrierwerte automatisch herangezogen. So lässt sich mit jeder Tafel an jedem Rad messen und jegliche Anwenderfehler werden eliminiert.

Moderne Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Audi verfügen teils über leicht lenkende Hinterachsen. Nach Informationen von Beissbarth lenkt der Audi Q7 beispielsweise um bis zu 4,8 Grad mit, die neue S-Klasse sogar um bis zu zehn Grad. Bei diesen Fahrzeugen ist eine Achsvermessung ohne Diagnosetester gar nicht mehr möglich, da die Hinterachse über diesen erst auf die Nullstellung gebracht werden muss, weiß man bei Beissbarth.

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Foto: Beissbarth Die gesamte Beissbarth-Technik steckt im Kopf: Der beidseitig angebrachte Messwertaufnehmer beinhaltet die Bildverarbeitung und Rechenleistung der neuen Achsmess-Lösung Q.Lign.
Foto: Beissbarth

Fahrwerkvermessung

Beissbarth: Die neue Generation heißt Q.Lign

Der Werkstattausrüster hat ein neues System zur Achsvermessung entwickelt. Mit zwei digitalen Aufnehmern streamt die Beissbarth Q.Lign umgehend Messwerte.

Foto: API Car Systems

Markt

Beissbarth übernimmt API Car Systems

Werkstattausrüstungs-Spezialist Beissbarth setzt auf Expansion: Mit Wirkung zum 1. Januar haben die Münchener die API Car Systems GmbH übernommen. API entwickelt und vertreibt Robotersysteme zur berührungslosen Achsvermessung.

Foto: Audi

40 Jahre Audi 100 und 200 (Typ 43)

Vorsprung durch Fünfzylinder

Mit dem weltweit ersten in Großserie gebauten Fünfzylinder-Benziner mischte der zweite Audi 100 vor 40 Jahren das Sechszylinder-Establishment auf. Spätestens die Topversion des legendären Motors im Audi 200 mit Turboaufladung war der endgültige Angriff auf Mercedes und BMW in der Businessclass.