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Kommt das bittere Ende noch? Aus Sicht des Verbands Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) könnten die Schutzmaßnahmen der Bundesregierung in eine Sackgasse führen: Aus Sorge vor Insolvenzen gewähre der Bund allzu großzügig Hilfspakete, bemängelt der Interessensverband.
Foto: Martin Schachtner
Kommt das bittere Ende noch? Aus Sicht des Verbands Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) könnten die Schutzmaßnahmen der Bundesregierung in eine Sackgasse führen: Aus Sorge vor Insolvenzen gewähre der Bund allzu großzügig Hilfspakete, bemängelt der Interessensverband.

Insolvenzen

Preisspirale: Schutzschirm für alle?

Krise hin, Krise her, die Insolvenzverwalter haben derzeit weniger zu tun. Darauf verweist der Bundesverband VID, kritisiert aber eine Politik, die falsche Schwerpunkte setzt.

Das wirtschaftliche Klima ist derzeit rauh. Die Preise für Energie, Rohstoffe und damit einhergehend von Waren steigen. Der Zugang zu Elektronik-Komponenten gestaltet sich schwierig, das bekommen auch Werkstattausrüster und damit Servicebetriebe zu spüren. So vermeldete der ASA-Verband vor kurzem, dass die Einführung der neuen Abgasuntersuchung nicht nach Plan ablaufen könnte, weil die Hersteller von Partikelmessgeräten mit der Produktion nicht nachkommen (wir berichteten). Dennoch ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen laut Statistischem Bundesamt rückläufig – staatlicher Hilfestellung sei Dank, wie der Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) nicht unkritisch anmerkt.  

Zwar stünden die Zeichen auf Krise, doch bei den Unternehmensinsolvenzen zeigen die April-Zahlen und der Trend im Juni 2022 wenig Veränderung. Laut VID-Meldung ist die Zahl der beantragen Unternehmensinsolvenzen im April (1248) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent gesunken. Auch der Juni zeigt keine andere Entwicklung: Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen ist gegenüber dem Vormonat Mai nochmals um 7,6 Prozent gesunken. Dass Unternehmen durchaus dennoch straucheln, zeigten jüngst in der Kfz-Branche die Insolvenzen von Hans Hess Autoteile und Werkstattausrüster Beissbarth (wir berichteten).

Allzeittief bei Unternehmensinsolvenzen

„Wie erwartet, hat sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kaum verändert. Staatliche Hilfsmaßnahmen und deren Ankündigungen bestimmen weiterhin das Insolvenzgeschehen. Diese dämpfen künstlich die Entwicklung, sodass die aktuellen Insolvenzzahlen die tatsächliche wirtschaftliche Gesamtlage nicht widerspiegeln“, betont Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands. Im Gegenteil, man stelle gegenwärtig sogar ein „Allzeittief der Unternehmensinsolvenzen“ fest, wie der der VID-Vorsitzende verdeutlicht.

Der Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands vertritt als Berufsverband der in Deutschland tätigen Insolvenzverwalter und Sachwalter eigenem Bekunden zufolge über 460 Mitglieder. (mas)

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Insolvenzverfahren

Kaum Hoffnung für die Hess-Gruppe

Schlechte Nachrichten für den Kölner Autoteilehändler Hess: Wie der Insolvenzverwalter mitteilt, wird die Unternehmensgruppe wohl nicht im Ganzen erhalten bleiben können. Die Suche nach einem Investor brachte nicht den gewünschten Erfolg.

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Die acht Standorte von Autoteile Jakobs können offenbar erhalten bleiben. 

Hess-Insolvenz

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Autoteilehandel

Hess rutscht in die Insolvenz

Das Teilehandelshaus hat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vergangene Woche gestellt. Den Angaben zufolge gerieten die Kölner durch schwächere Umsätze und eine angespannte Liquiditätssituation in Schieflage.

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Organisationen und Verbände

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Der ASA-Bundesverband hat seine Mitglieder ein zweites Mal zu den Folgen der Corona-Pandemie auf die Werksattausrüstungsbranche befragt. Ergebnis: Die meisten Firmen müssen Umsatzrückgänge verkraften, haben die Auswirkungen der Krise aber gut im Griff.   

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