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Foto: Porsche
Der Hersteller muss bei bei deutschlandweit rund 3.400 Elektroflitzern vom Typ Taycan und Taycan Cross Turismo ein Softwareupdate für Leistungselektronik und Motorsteuergerät durchführen.

Softwareprobleme

Porsche ruft nahezu alle bisher gebauten Elektroautos zurück

Weltweit rund 43.000 Fahrzeugen des Typs Taycan und Taycan Cross Turismo droht ein plötzlicher Antriebsverlust. In Deutschland wartet auf 3.400 Halter ein einstündiges Softwareupdate. Das gilt auch für einige Audi e-tron GT.

Porsche ruft alle bis einschließlich Mai dieses Jahres produzierten reinen Elektroautos zurück. Wie der Hersteller am Freitag in Stuttgart bekanntgab, steht weltweit 43.000 Taycan und Taycan Cross Turismo ein etwa einstündiges Softwareupdate für Leistungselektronik und Motorsteuergerät bevor. In Deutschland geht es den Angaben zufolge um 3.400 Einheiten.

Ursache ist ein möglicher Vortriebsverlust, ein bereits bekanntes Problem, das in den Vereinigten Staaten bereits eine Behördenuntersuchung ausgelöst hat. Die Kommunikation zwischen dem zentralen Antriebssteuergerät und dem (bzw. den) Pulswechselrichter(n) an (der Vorder- und) der Hinterachse könne gestört sein, erklärte ein Sprecher der Marke. Dadurch könne "in bestimmten Fällen fälschlicherweise und sporadisch ein Verlust der Antriebskraft ausgelöst werden".

Begleitet werde dies durch ein Warnhinweis im Cockpit. Alle Steuergeräte bleiben den Aussagen zufolge in einer solchen Situation intakt, d.h. Bremskraftverstärker und Lenkkraftunterstützung funktionieren noch. Ein Ausrollen des Fahrzeugs sei jederzeit möglich, betonte der Sprecher. In den USA hatten jedoch Kunden gefährliche Situationen beschrieben, weil es ihnen nicht mehr gelang, ihr Fahrzeug am Pannenstreifen abzustellen.

Update auch für einige Audi e-tron GT

Zwar sei der Taycan auch für Fernwartung "over the air" (sog. OTA-Updates) vorbereitet, in diesem Fall habe man sich jedoch für eine Durchführung der Maßnahme beim Porsche-Partner entschieden, so der Sprecher. Er begründete dies mit gleichzeitig durchzuführenden Kalibrierungsarbeiten. Der interne Aktionscode lautet seinen Worten zufolge "ABM5" und wird nach Durchführung der Aktualisierung im Serviceheft vermerkt. In US-amerikanischen Online-Foren ist allerdings auch schon von einem weiteren Akionscode "ABM6" die Rede.

Das Update ist laut einem Audi-Sprecher auch für das Schwestermodell e-tron GT vorgesehen, allerdings in einer deutlich kleineren Dimension. Denn aufgrund der späteren Markteinführung habe die Baureihe meist schon einen aktuelleren Softwarestand, so z.B. in Nordamerika. In anderen Märkten erfolge bereits seit einigen Wochen eine "Aktualisierung im Rahmen einer Servicemaßnahme mit aktiver Kundenansprache". Dies sei schon bei mehr als 50 Prozent aller Autos umgesetzt, so der Sprecher. Eine Stückzahl nannte er nicht. Dafür versicherte er, dass das Phänomen Antriebsverlust bei Audi "nicht als reale Kundenbeanstandung aus dem Feld" bekannt sei. (Niko Ganzer/ kfz-rueckrufe.de)

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