News 13.02.2018

Porsche: Klassiker-Teile aus dem 3-D-Drucker

„Nicht mehr lieferbar“ – für Klassiker können fehlende Ersatzteile zum Problem werden. Da bei selten nachgefragten Teilen der Nachbau mit herkömmlichen Methoden meist unwirtschaftlich ist, setzt Porsche auf den 3-D-Druck.

 - Spiegelfuß für Innenspiegel Porsche 911 Speedster.
Spiegelfuß für Innenspiegel Porsche 911 Speedster.
Porsche

Ein Beispiel für die Produktion kleinerer Stückzahlen ist der Ausrückhebel für die Kupplung des Porsche 959, der nicht mehr verfügbar ist. Das Bauteil aus Grauguss unterliegt sehr hohen qualitativen Anforderungen, wird aber – nicht zuletzt aufgrund der mit nur 292 Stück geringen Produktionszahl des Supersportwagens – selten benötigt.

Als Fertigungsverfahren setzt Porsche jetzt auf das selektive Laserschmelzen. Für den Ausrückhebel wird pulverförmiger Werkzeugstahl computergesteuert in einer weniger als 0,1 Millimeter dünnen Schicht auf eine Bearbeitungsplatte aufgetragen. Ein energiereicher Lichtstrahl schmilzt das Pulver an den gewünschten Stellen unter einer Schutzgasatmosphäre zu einer Stahlschicht. So entsteht Schicht für Schicht das komplette dreidimensionale Bauteil. Sowohl die Druckprüfung mit einer Belastung von knapp drei Tonnen als auch die Praxistests mit Einbau in ein Versuchsfahrzeug und ausgiebigen Fahrversuchen bestätigen die einwandfreie Qualität und Funktion.

Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen fertigt Porsche aktuell acht weitere Teile im 3-D-Druck. Es handelt sich um Stahl- und Leichtmetallteile sowie Komponenten aus Kunststoff. Alle Teile erfüllen mindestens die Qualitätsanforderungen des ursprünglichen Produktionszeitraums; in der Regel sie sogar noch darüber hinaus. Porsche Classic prüft derzeit für weitere 20 Bauteile, ob sich für deren Fertigung der 3-D-Druck eignet. (ampnet)