Foto: Marcel Schoch

Werkstattbeleuchtung

Nicht im Dunkeln stehen

In vielen Kfz-Werkstätten ist es zu dunkel. Gründe hierfür sind veraltete Lichttechnik und fehlendes Wissen. Gutes, helles Licht ist aber maßgeblich für die Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter.

Viele Werkstattbetreiber lassen ihre Mechaniker heute im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln stehen. Doch zu wenig Licht bedeutet ein erhebliches Arbeitsrisiko. Meist sind in Kfz-Werkstätten irgendwelche alten Lampen oder Schweinwerfer installiert. Dabei dürfte eigentlich klar sein, dass die Anforderungen an die Beleuchtung von Montageplätzen andere sind, als an die von Lager, Büro oder Direktannahme. Jeder dieser Bereiche stellt unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtungstechnik.

Was hier zu beachten ist, verrät Peter Steger, Fachkraft für Arbeitssicherheit: „Wer den Arbeitsplatz um eine Hebebühne herum ausleuchten möchte, braucht zwingend Leuchten, die mindestens eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux (lx) erzeugen“, sagt Steger. „Nur dann ist eine schattenlose Ausleuchtung − auch unter der Bühne − sichergestellt.“ Wichtig sind hier auch die Arbeitsplätze um die Hebebühne herum. Dort muss eine Grundbeleuchtung mit einer Stärke von mindestens 200 Lux vorhanden sein. Die Leuchten sind hier so zu positionieren, dass die Fahrzeuge von allen Seiten beleuchtet werden.

Energie sparen - Sicherheit gewährleisten

In Bereichen jedoch, wo höhere Sehleistungen gefordert sind, sollte das Beleuchtungsstärkeniveau höher liegen. So sind bei Lackierarbeiten mindestens 1.000 lx erforderlich. Das hohe Beleuchtungsniveau kann durch Zuschaltung von Beleuchtungskörpern oder durch dimmbare Lampen erreicht werden. Lichtprofis setzen daher bevorzugt Lichtmanagementsysteme ein. So lässt sich auch ein eventuell vorhandener Tageslichteinfall berücksichtigen. Angenehmer Nebeneffekt ist dabei, dass man so deutlich Strom sparen kann. „Um schattige Bereiche bei Hebebühnen oder am Rand der Werkstatt auszugleichen, empfiehlt sich eine Kombination aus festinstallierten und mobilen LED-Schutzrohrleuchten“, so Steger. Mobile Leuchten haben heute leistungsstarke Akkus und sind mit Magnethalterungen, Haken oder Gestellen ausgerüstet. Sie bringen dort Licht hin, wo die Werkstattbeleuchtung oder das Tageslicht nicht ausreicht. Da solche Handlampen keinen Kabelanschluss haben, gibt es weniger Unfallrisiko durch Stolpern über Kabel.

Einsparen durch Leuchtsystem

In vielen Werkstätten gibt es nur wenig Tageslicht. Die Lösung sind hier Strahler an den Wänden. Sind sie nach unten gerichtet, lassen sich sogenannte Tischarbeitsplätze (Werkbank) und solche an Werkzeugmaschinen (Fräs- und Drehbank, Schleifböcke, u.a.) optimal ausleuchten. Solche Wand- und auch Deckenbeleuchtungen sind als Grundbeleuchtung sehr wichtig, da sie die heute in Werkzeugmaschinen üblicherweise bereits verbauten punktuellen Arbeitsleuchten in ihrer Leuchtkraft unterstützen und so zur Arbeitssicherheit beitragen. Wichtig ist hier, dass der Farbwiedergabeindex der Leuchte (CRI), je nach Tätigkeitsfeld, den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Eine genaue Lichtplanung für die Arbeitsbereiche der Werkstatt berücksichtigt deshalb alle Leuchtquellen, Tageslicht inklusive. Nur wer die mittlere Beleuchtungsstärke in Bezug zur normgerechten Beleuchtung kennt, kann auch den Energiebedarf aller Leuchten in Hinblick auf mögliche Energieeinsparungen genau einschätzen.

Bewegungsmelder installieren

„Eine guter Beleuchtungsplanung berücksichtigt auch das Reifen- und Teilelager“, so Peter Steger. „Für beides sind Beleuchtungsstärken von 300 lx üblich. Das reicht für eine gute Orientierung, sicheres Arbeiten (Ein- und Auslagerung) und Lesen von Beschriftungen.“ In Lagerbereichen wird vor allem auf blendfreie Beleuchtungen geachtet. Nur dann wird man beim Blick von unten in die oberen Regalreihen nicht durch Lampen geblendet. Sinnvoll sind hier auch Bewegungsmelder. Sie senken den Energieverbrauch deutlich, da das Ausschalten des Lichts nicht mehr „vergessen“ werden kann. Darüber hinaus lassen sich Lampen mit Hilfe der Bewegungsmelder so schalten, dass es in großen Lagern nur im Präsenzbereich der arbeitenden Personen angeschaltet bzw. hochgedimmt wird.

Für den guten Eindruck beim Kunden und für die Gesundheit der Mitarbeiter sind auch Büros und die Kundenannahme angemessen zu beleuchten. Die meisten Bürodecken sind in Höhen von 2,3 bis 3 Meter mit Gipsplatten der Größen 60x60 bis 100x100 cm abgehängt. Wird hier jedes dritte oder vierte Segment – abhängig von deren Größe − durch ein 40 Watt LED-Panel (Lichtleistung!) ersetzt, ergibt dass ca. 500 Lux Beleuchtungsstärke im gesamten Raum. Steger: „Ergänzt wird die Deckenbeleuchtung meist noch durch spezielle blendfreie Arbeitsplatzleuchten.“

Moderne Lichttechnik ist heute vernetzt. So kann in Abwesenheit das Licht via Smartphone an- und ausgeschaltet werden. Unterschieden werden dabei kabelgebundene von funkbasierten Steuerungen. Kabelgebundene Systeme verursachen hohe Montagekosten, sind aber sehr zuverlässig. Funkbasierte Systeme benötigen, je nach System, mehr Wartung. Bei beiden Systemen besteht die Möglichkeit, den Energiebedarf und die Leuchtdauer gesamt oder einzeln nach Leuchte abzufragen. Selbst defekte Leuchten zeigt die Steuerung an. „An/Aus über Lichtschalter war gestern“, sagt Steger. „Wer sichere Arbeitsplätze bei geringen Energiekosten bieten möchte, der wird um eine vernetzte Werkstatt-Lichttechnik nicht herumkommen.“

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