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Wer ab dem 1. Januar 2023 ein neues Scheinwerfereinstellgerät kauft, sollte genau hinsehen. Es gelten neue Baumusterbestimmungen.
Foto: ProMotor
Wer ab dem 1. Januar 2023 ein neues Scheinwerfereinstellgerät kauft, sollte genau hinsehen. Es gelten neue Baumusterbestimmungen.

Neue Baumustergenehmigung

Neue SEP-Richtlinie ab 2023

Ab dem 1. Januar 2023 greift die neue Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfereinstellprüfgeräten (SEP). Die Regelung gilt für alle ab diesem Datum hergestellten Geräte.

Wer ab dem kommenden Jahr ein Scheinwerfereinstell(-Prüf)gerät kaufen will, muss genauer hinschauen: Geräte, die bereits produziert wurden, dürfen noch zwölf Jahre lang verwendet werden, ganz neue Exemplare mit Produktionsdatum ab 2023 müssen neue, strengere Auflagen erfüllen, so der TÜV Nord.

„Es ist sehr wichtig, sich Produktionsdatum und Baumusterzulassung bei der Bestellung anzusehen, oder dies mit dem Lieferanten zu besprechen“, sagt Dr. Malte Sommer, Leiter Kalibrierlabor bei TÜV Nord. Alle Scheinwerfergeräte, deren Produktionsdatum vor dem 1. Januar 2023 liegt und die über eine Baumusterfreigabe nach der „Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfer-Einstell-Prüfgeräten“ vom 25.09.1981 fallen unter den Bestandsschutz, sofern sie noch über eine aktuelle Kalibrierung verfügen.

Neugeräte, die ab dem Januar 2023 hergestellt werden, besitzen nur noch eine zeitlich begrenzte Baumusterfreigabe von lediglich fünf Jahren. Anschließend muss der Hersteller eine erneute Baumusterprüfung durchführen lassen, damit die Geräte weiterhin für den Einsatz bei der Hauptuntersuchung zugelassen sind. Die Baumusterfreigabe betrifft jedoch nur die Hersteller von Neugeräten, SEP im Bestand dürfen auch nach dem Ablauf der Freigabe genutzt werden, allerdings dürfen sie nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden.

Geräte von vor 1981 nicht mehr zulässig

Für viele „alte Eisen“ unter den Scheinwerfereinstellgeräten endete 2021 die Betriebsdauer endgültig. Dies betrifft alle Geräte, die vor der Richtlinienfassung 1981 in Verkehr gebracht wurden. Gemäß der „Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfer-Einstell-Prüfgeräte“ aus dem Vekehrsblatt 17 vom 15. September 2020 ist ihre Betriebsdauer mit dem vergangenen Jahr abgelaufen. In der Praxis dürfte dies kein allzu großes Problem darstellen, da vierzig Jahre Werkstattbetrieb auch an einem SEP sicherlich nicht spurlos vorbei gegangen sind.

Allgemein gilt, dass Scheinwerfereinstellprüfsysteme, bestehend aus Lichteinstellgerät und Aufstellfläche, vor Erstinbetriebnahme und anschließend mindestens alle 24 Monate kalibriert werden müssen. Auch nach jedem Eingriff in die Messwertaufnahme ist eine Rekalibrierung notwendig. Dabei wird unter anderem auch die Gültigkeit der Baumusterzulassung überprüft. Alle Scheinwerfereinstellprüfsysteme, die im Rahmen der HU eingesetzt werden, müssen zum Zeitpunkt der Prüfung einen gültigen Kalibriernachweis vorweisen.

„Die Überprüfung der Gültigkeit der Baumusterzulassung von SEP im Rahmen der Kalibrierung, hat in diesem Jahr bereits eine deutlich höhere Bedeutung gewonnen. Auch merken wir, dass sich die Hersteller aufgrund der Änderungen ab nächstem Jahr intensiv mit diesem Thema beschäftigen“, betont Sommer vom TÜV Nord. Als benannte Prüfstelle führt der TÜV Nord alle Baumusterzulassungen für Scheinwerfereinstellprüfgeräte nach der neuen Richtlinie durch. Zusätzlich werden akkreditierte Kalibrierungen für nahezu alle gängigen Scheinwerfereinstellprüfgeräte, sowohl analog als auch digital, angeboten.

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