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Foto: Gedore
Alles liegt parat: Der Monteur rollt für Fahrwerks- oder Motorreparaturen einfach den jeweiligen „Modulo“-Montagewagen zum Fahrzeug und hat so das benötigte Spezialwerkzeug komplett in Griffweite.

Werkstatt-Ausrüstung

Mehr Werkzeug wagen

Bei praktisch jeder Reparatur greift der Kfz-Profi zum passenden Spezialwerkzeug. Doch wohin nach der Arbeit mit dem ganzen Eisen? Clevere Werkstattinhaber setzen auf eine Alternative zur herkömmlichen Lochwand, Werkzeugschrank und Co.

Jedes neue Fahrzeugmodell stellt freie Werkstätten vor das gleiche Problem: Viele Bauteile kann sie nur noch mit typspezifischen Werkzeug fachgerecht erneuern – und das bereits vorhandene Spezialwerkzeug der Vorgängergeneration oder anderer Marken passt nicht. Wer seine Kunden nicht an einen besser ausgestatteten Wettbewerber verlieren will muss daher laufend investieren. Im Lauf der Jahre sammelt sich schnell eine respektable Menge von Sonderwerkzeugen für die unterschiedlichen Motor- und Fahrwerksreparaturen an. Die pragmatische Aufbewahrungslösung besteht meist in einem oder mehreren Werkzeugschränken. In ihnen stapeln sich dann mehr oder weniger ungeordnet die teuren Helferlein in ihren Aufbewahrungsboxen und Blasformköfferchen. Manches findet seinen Platz auch willkürlich verteilt an Lochwänden über den Werkbänken oder in deren Schubladen. Die Gemeinsamkeit dieser Lagerorte? Sie stehen oft weit entfernt vom Einsatzort Hebebühne – und gerne auch im Ersatzteillager oder weiteren Nebenräumen verteilt.

Zeitersparnis

Die Gedore Automotive GmbH (GAM) bietet in ihrem Portfolio mit den „Modulo“-Montagewagen eine elegante Lösung dieses Problems. Sie basieren auf der Rollwerkbank 1507 XL und einigen anderen Werkzeugwagen und mobilen Werkbänken der Gedore Unternehmensgruppe. Der Monteur holt sich mit dem jeweiligen „Modulo“-Montagewagen das nötige Sonderwerkzeug in einem Arbeitsgang vollständig an das Fahrzeug – er muss nicht mehrmals laufen um umfangreichere Werkzeugsets wie beispielsweise Radlagerdruckstücke und die dazu gehörigen, durchaus etwas unhandlichen Antriebswerkzeuge wie Hydraulikzylinder und –Pumpen zum Auto zu tragen. Die Montage direkt am Fahrzeug oder gleich neben der Hebebühne spart viel Arbeitszeit. Patrick Mau, der Geschäftsführer der Gedore Automotive GmbH, hat dafür ein schönes Beispiel parat: „Wir haben mit unserem Federvorspanner, dem Achsschenkelspreizwerkzeug und unserem Universalfederbeinspanner ein Federbein eines Golf 7 bei einer Vorführung in 21 Minuten erneuert – und dabei noch nebenher ohne Hast die Werkzeuge und Arbeitsschritte erklärt. Die Werksvorgabezeit dafür beträgt nach Aussage eines benachbarten VW Händlers etwa 90 Minuten!“

Dank der hohen dynamischen Traglast der „Modulo“-Montagewagen von bis zu 750 Kilogramm kann der Monteur auch ausgebaute Aggregate wie Getriebe oder Federbeine problemlos auf ihnen bearbeiten und auch transportieren. Hier kann das Trapezfahrwerk der „Modulos“ seine Stabilitätsvorteile durch die breitere Spur ausspielen. Die feststehenden Rollen stehen seitlich unter dem Korpus heraus, nur die kleineren Lenkrollen finden sich an gewohnter Stelle unter dem Aufbau. Das verbessert nicht nur die Kippsicherheit – die großen Räder rollen auch unter Last erstaunlich leicht über Bodenunebenheiten. Der Anwender kann die auch mit Werkzeug vollgeladene „Modulos“ in der Praxis daher ohne große Mühe erstaunlich leicht und schnell manövrieren. In vielen älteren Werkstätten mit kleinen Abständen zwischen den Hebebühnen und unebenen Betonböden ist das ein großer Pluspunkt.

Breites Anwendungsspektrum

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Foto: Holz/amz
Als fahrbare Werkbank oder gleich als Träger für stationäre Werkzeuge wie den McPherson Federbeinspanner

Kernstück der „Modulos“ ist die Rollwerkbank 1507 XL. Sie verfügt wahlweise über vier oder fünf Schubladen, eine massive Buchen-Multiplex-Arbeitsplatte und das von den kleineren Standardwerkzeugwagen übernommene charakteristische Trapezfahrwerk. Alle Varianten  bieten Platz für die verschiedenen typspezifischen und universellen Spezialwerkzeuge für Reparaturen am Fahrwerk, Bremsen sowie Kupplung, Karosserie und Motor aus dem Portfolio der Gedore-Gruppe. Im Bereich der Radlager- und Gelenkwellenreparatur bietet die GAM mit den Montagewagen Modulo 200 C, 2000 C und 210 A drei bereits bestückte Ausführungen der 1507 XL an. Ohne Werkzeug findet der Käufer die Werkbank unter der Bezeichnung KL-4999-120 A mit vier Schubladen und das Schwestermodell KL-4999-121 A mit fünf Schubladen. Besonders interessant ist die Kombination mit dem stationären Federspanngerät KL-5501 B. Der Anwender kann den 46 Kilo schweren Universalfedernspanner nicht nur an einer stationären Werkbank sondern auch mit einer Adapterplatte direkt an einem Modulo befestigen. So muss er die ausgebauten Aggregate nicht quer durch die halbe Werkstatt tragen. Der KL-5501 B erleichtert dem Monteur auch mit seinen übrigen Features das Leben ungemein: Dank der ausgeklügelten Konstruktion muss er keine Klemmstücke oder Haltepratzen aufwendig voreinstellen. Und mit wenigen schnellen Handgriffen kann er auch das noch nicht komplettierte und unter Vorspannung stehende Federbein in der Lage korrigieren, falls beispielsweise die Fluchtung von Kolbenstange und Federteller nicht passt.

Individuelle Zusammenstellungen

Im Gegensatz zu den oben erwähnten „Modulos“ mit Radlagerwerkzeug kann und soll sich der Werkstattinhaber die Bestückungen selbst nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen. Das macht besonders bei den Zahnriemenwerkzeugen Sinn, erklärt Björn König-Tietz, der zuständige Produktmanager bei der GAM. Hilfreich ist dabei dass die Schaumstoffeinleger der einzelnen Sätze an die modular gestaltete Aufteilung der sonstigen Schubladeneinleger der Werkbänke und Werkzeugwagen angepasst sind. Darüber bietet Gedore in nahezu allen Bereichen Baukastensysteme an. Sie bestehen aus einem Grundwerkzeug, das der Benutzer für bestimmte Anwendungen/Fahrzeuge/Motoren mit weiteren Bauteilen ergänzt. Auch die Hydraulik-Zylinder, Spindeln und Antriebe von der GAM sind für viele Werkzeuge verwendbar. Das spart dem Kunden Platz, Geld und ist zudem noch gut für die Umwelt, gibt Björn König-Tietz zu bedenken. Im Vorlauf für nächstes Jahr hat die GAM übrigens einen fertig bestückten Modulo mit Hochvoltwerkzeug für die Reparatur von E-und Hybridfahrzeugen.

Individuell sortiert oder standardmäßig gut bestückt

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Foto: Gedore
Das Trapezfahrwerk sorgt mit seiner breiten Spur für hohe Standsicherheit der „Modulo“-Montagewagen. Das ist gerade beim Radlagerwerkzeug wichtig, denn die massiven Druckstücke erzeugen viel Kippmoment in den Schubladen wenn man sie herauszieht.

Bei den normalen Werkzeugwagen für Monteure greifen die meisten Käufer zu fertig konfektionierten Angeboten. Hier konstatiert  GAM-Geschäftsführer Patrick Mau auch einen Trend zu immer umfangreicheren Bestückungen. Er empfiehlt hier nicht zu sparen. Es mache keinen Sinn irgendwelche seltenen Zwischengrößen beim Kauf auszusparen, denn irgendwann benötigt der Mechaniker sie eben doch und dann geht die unproduktive Sucherei los. Doch auch für Individualisten bietet der Werkzeugspezialist maßgeschneiderte Zusammenstellungen. Das beginnt bei den modular aufgebauten Werkzeugeinlegern, die der Monteur ganz nach den eigenen Vorlieben in den Schubladen einsortieren kann. Auch ganz besondere Wünsche kann sich der Monteur erfüllen – und sich mit dem Konfigurator auf der Website ein eigenes Layout für Ratsche, Nüsse und Co. basteln. „Die Einleger aus Hartschaumstoff sind selbstverständlich fett-und ölresistent“, betont Produktmanager Björn König-Tietz auf Nachfrage. Die Schubladen kann der Monteur problemlos aus den Auszugsschienen herausnehmen. Das erleichtert nicht nur das Reinigen, falls doch mal ein Schwapp  Altöl oder einer der berüchtigten Radhauseisbatzen den Weg aufs Profiwerkzeug gefunden hat. Auch die Auszugsschienen selbst, die in den stabilen Innenkästen der Werkzeugwagen von Gedore für die nötige Standfestigkeit sorgen, kann der Monteur gegebenenfalls problemlos selbst erneuern.

Gegen einen moderaten Aufpreis können Designbewusste die Wagen auch in anderen RAL-Farben ordern und so ihrem Werkstattfarbkonzept frönen, natürlich in dem Originalblau von Gedore entsprechender Festigkeit der Pulverbeschichtung mit Hammerschlagstruktur.

Regelmäßig pflegen und prüfen

Nach Meinung von Gedore finden auch die Standardwerkzeuge wie Schlitzschraubendreher, Schlosserhammer Kombizange und Durchschlag auch bei der Reparatur und Wartung aktuellster Fahrzeuge weiterhin Anwendung. Daher wundert es nur wenig, dass ähnlich wie die aktuellen SUVs auch die Werkzeugwagen unter einer gewissen Adipositas leiden – die Vielzahl treibt das Gewicht der Wagen stark nach oben. Daher sollte der Betrieb bei der Neuanschaffung auf hohe Tragfähigkeit von Rollen und Schubladen, einfache Wartung und lange Ersatzteilverfügbarkeit achten. Das unterscheidet beispielsweise üppig ausgestattete und auf den ersten Blick günstige Chinaware von Qualitätsprodukten deutscher Fertigung. Hierzu gibt Geschäftsführer Mau dem potenziellen Käufer noch eine weitere Entscheidungshilfe. „Wir bauen in unsere Schraubenschlüssel gezielt flexible Zonen ein, so stellen wir sicher, dass ein Schlüssel bei Überlastung nicht plötzlich bricht sondern sich vorher sichtbar verformt – das ist ein Unterschied zu günstigeren Anbietern und ein ganz wichtiges Kriterium auch im Hinblick auf die Arbeitssicherheit“, gibt Mau zu bedenken. Eine gezielt hineinkonstruierte Flexibilität durch unterschiedliche Härtezonen ist laut Patrick Mau auch ein Kennzeichen von Zangen im Premiumsortiment. Sie schonen durch ein leicht nachgebendes Federn das Handgelenk des Benutzers und ermöglichen dadurch ergonomisches Arbeiten.  Gedore bietet nach eigenen Angaben besonders im Spezialwerkzeugbereich darüber hinaus hervorragende Bedienungsanleitungen, eine Technische Hotline und legt besonders viel Wert auf sicheres Arbeiten, das mit dem hauseigenen Werkzeug gewährleistet wird.

 Abschließend rät Mau noch dazu alle fünf Jahre den Inhalt der Werkzeugwagen auf Aktualität der Schlüsselprofile zu überprüfen um dem stetigen technischen Wandel Rechnung zu tragen.

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