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Teilegroßhandel

LKQ Europe will nach der Krise weiter wachsen

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach LKQ-Europe-Chef Arnd Franz nicht nur über Umgang seines Unternehmens mit der Corona-Krise, sondern auch über die weiteren Wachstumspläne.

„Wir beobachten selbstverständlich den Markt auch weiterhin und werden uns zu gegebenem Zeitpunkt auch wieder um externes Wachstum kümmern“, sagte CEO Arnd Franz in einem heute veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Derzeit habe aber die Integration der gut 70 europäischen Unternehmen Vorrang, die LKQ seit dem Jahr 2011 akquiriert hat.

Nach eigenen Angaben ist LKQ schon heute größter und einziger flächendeckender Automobilteile-Großhändler in Europa. Diese Marktposition werde man halten und auch mit neuen Dienstleistungen weiter ausbauen, erläuterte Franz. Allein in den vergangenen drei Jahren investierte LKQ Europe einen dreistelligen Millionenbetrag in zwei neue vollautomatische Zentrallager in England und in den Niederlanden, letzteres wird Ende 2020 in Betrieb genommen. Franz verweist darauf, dass von den Investitionen insbesondere die akquirierten Unternehmen profitieren würden, wie das Beispiel Euro Car Parts aus England zeige: Seit der Übernahme im Jahr 2011 habe sich die Mitarbeiterzahl verdreifacht, die Anzahl der Niederlassungen vervierfacht und der Umsatz verfünffacht.

Gemeinsame Standards

In der augenblicklichen Integrationsphase investiere man vor allem in eine einheitliche europäische IT-Infrastruktur und gemeinsame Standards, zum Beispiel beim Einkauf und in der Materialwirtschaft. Insbesondere auch für europäisch agierende Unternehmen wie Flotten-Betreiber sei LKQ Europe daher ein starker Partner.

Mit neuen Dienstleistungen und Schulungen rund um Digitalisierung, Vernetzung, Sicherheit und Umweltschutz baue man sein Angebot stetig weiter aus, kündigte Franz an. So sei der Bedarf an Information in der aktuellen Krise nochmals gestiegen. LKQ Europe antworte darauf mit einer erhöhten Anzahl an digitalen Schulungen und informiere seine Kunden zu betrieblichen Fragen, Gesundheitsvorsorge und Finanzierungen.

Lieferfähigkeit gesichert

CEO Franz ging auch auf die derzeitige Bewältigung der Krise ein: „Wir haben bereits im Januar begonnen, uns vorzubereiten. Zum Beispiel durch höhere Sicherheitsbestände.“ Daher sei man lieferfähig, selbst wenn die Lieferanten vorübergehend nicht produzieren könnten. Höchste Priorität habe die Versorgungssicherheit der Kunden bei gleichzeitigem Schutz der eigenen Mitarbeiter.

Allein in Deutschland beliefere LKQ Europe über 15.000 Werkstätten pro Tag mit Kfz-Teilen. „Wenn wir gewährleisten können, dass täglich hunderttausende von Fahrzeugen in Deutschlands Werkstätten weiter gewartet werden, kommt unsere Volkswirtschaft besser aus dieser Krise. Die Werkstätten müssen deshalb offenbleiben“, richtete sich Franz an die Politik in ganz Europa.