Foto: Liqui Moly

Bilanz 2019

Liqui Moly: Rekord trotz IT-Chaos

Allen Softwarepannen zum Trotz: Der Ölproduzent bekam die Lieferprobleme in den Griff und vermeldete für 2019 einen weiteren Umsatzrekord.

Auch im zweiten Jahr unter dem Dach der Würth-Gruppe konnte Liqui Moly einen Umsatzrekord vermelden. Der Öl- und Additivspezialist schloss 2019 laut eigenen Angaben mit einem Umsatz von 569 Millionen Euro ab. Zum Vergleich: 2018 verbuchte das Ulmer Unternehmen 544 Millionen Euro – gegenüber 2017 ein Plus von zwei Prozent.

Auf ein neues Rekordjahr deutete lange nichts hin: In der ersten Jahreshälfte kam es aufgrund der Dauerbaustelle Softwareumstellung zu Lieferschwierigkeiten bei Liqui Moly (wir berichteten). Anfang 2019 wurde eine neue Software zur Steuerung von Einkauf, Produktion und Verkauf eingeführt. Diese Umstellung lief nicht reibungslos. „Unsere Kunden waren entsetzt, und das zu Recht“, erklärte Geschäftsführer Ernst Prost.

Nach dem verkorksten Start erfolgte die Aufholjagd: Laut Unternehmensmeldung folgte ein Monatsrekord auf den anderen. Insbesondere das internationale Geschäft boomte. Dennoch hinterließ der mühsame Start deutliche Spuren beim Ertrag: Fehlende Umsätze sowie Zusatzkosten zur Behebung der Software-Probleme drückten ihn unter den Wert von 2018, aber die Umsatzrendite sei nach wie vor zweistellig, hieß es.

Neues Jahr, neue Herausforderung

Keine neue Situation bei Liqui Moly. Jedes Jahr berge neue Herausforderungen, so kommentierte Prost jedenfalls das nachlassende Wachstum im Jahr 2018. Damals war beispielsweise ein Grund die sommerliche Hitzewelle: Dadurch sei der Rhein nur eingeschränkt schiffbar gewesen, weshalb sich der Transport von Rohstoffen und Fertigwaren verteuerte. „Insgesamt stiegen unsere Kosten für Fracht und Logistik um 1,2 Millionen Euro“, hieß es zur Vorstellung der 2018er Bilanz.

Was augenscheinlich immer funktioniert und nicht auf den Prüfstand zu kommen scheint, ist das Sportsponsoring. Als Gradmesser: Im Jubiläumsjahr 2017 investierten die Schwaben 19,8 Millionen Euro in die Markenbekanntheit – und damit einen erheblichen Anteil des Ertrags vor Steuer (52 Millionen Euro). Auch am Humankapital – bei Liqui Moly nicht Mitarbeiter, sondern „Mitunternehmer“ genannt – wird nicht gespart. Deren Zahl stieg 2019 von 849 auf 933.

Kuchen wird kleiner

Die Herausforderungen dürften auch in den kommenden Jahren nicht abnehmen. Denn das Marktumfeld im Schmierstoffbereich ist schwierig: Die Zahl der Wettbewerber nimmt zu, der zu verteilende Kuchen bleibt zwar auf absehbare Zeit gleich groß, wird sich aber im Zuge der Elektromobilität verkleinern. 1957 gegründet, vermarktet das Unternehmen insbesondere Motoröle und Additive. Von einem eigenen E-Fluid-Programm für die Schmierung von strombetriebenen Fahrzeugen, hat man von Liqui Moly noch nichts vernommen. Daneben enthält das Produktprogramm Fette, Pasten, Autopflegeartikel, Klebe- und Dichtstoffe.

Im Bild oben: Liqui Moly-Geschäftsführer Günter Hiermaier, Marketingleiter Peter Baumann, Geschäftsführer Ernst Prost (von links) sowie Alexandra Holzwarth (Assistentin der Geschäftsführung)