News 07.08.2018

Lexus-Mechaniker mit dem totalen Durchblick

Die schöne neue Technik-Welt hält Einzug in die Kfz-Werkstätten: In einem Pilotprojekt testet Lexus jetzt den Einsatz von Augmented-Reality-Brillen. Ziel ist es, technische Probleme bei Reparaturen effektiver zu lösen. Auch der Kundenservice soll sich verbessern.

 - Mit dem Einsatz der Augmented-Reality-Brille will Lexus die Service-Mitarbeiter unterstützen.
Mit dem Einsatz der Augmented-Reality-Brille will Lexus die Service-Mitarbeiter unterstützen.
Lexus

Bei der AR-Brille "schwebt" ein Display vor dem Auge des Technikers und versorgt ihn mit Informationen. Eine Kamera zeichnet auf, was der Träger sieht, und kann es bei Bedarf an ein anderes Gerät übertragen – in Echtzeit und ohne störende Umgebungsgeräusche, wie Lexus betont. Bei einem technischen Problem kann sich der Service-Mitarbeiter aus der Werkstatt schnell und einfach mit einem Spezialisten aus der Deutschland-Zentrale des Importeurs in Verbindung setzen. Dieser ist nun in Echtzeit dabei, kann Anweisungen geben und zur Problemlösung beitragen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld, da der Techniker nicht mehr persönlich anwesend sein muss.

„Wir wollen die Digitalisierung stärker ins Aftersales und zu unseren Lexus Partnern bringen – einerseits um deren Arbeit zu erleichtern, andererseits um die Zufriedenheit unserer Kunden weiter zu verbessern“, so Jens Brech, Director Aftersales, Toyota Deutschland GmbH. „Kommt der Kunde beispielsweise mit einem sicherheitsrelevanten Problem auf uns zu, wird im Regelfall ein technischer Experte aus der Europa-Zentrale hinzugezogen. Vor Ort angekommen, kann sich dieser mit Hilfe der AR-Brille nun beispielsweise mit dem Entwickler in unserem Headoffice oder einem Zulieferer verbinden und beide können das Problem gemeinsam lösen.“

Der Informationsaustausch ist dabei in beide Richtungen möglich. Der Entwickler oder Zulieferer verfolgt die Arbeit aus der Sicht des technischen Experten auf seinem Bildschirm im Büro, kann bei Bedarf aber auch Dokumente oder Bilddateien in das Tablet-Display der AR-Brille senden. Diese Informationen erscheinen dann direkt vor dem Auge des Spezialisten und können ohne Verzögerung umgesetzt werden. Um lange Erklärungen zu vermeiden, kann der Entwickler beispielsweise auch ein Foto des Live-Bildes machen, relevante Markierungen einfügen und das Foto zurück an die Brille ins Autohaus senden.

Im Lexus Forum in Osnabrück, wo die Brille bis Dezember auf ihre Praxistauglichkeit hin getestet wird, erschließt die neue Technik neben den genannten Einsatzmöglichkeiten noch ein weiteres Geschäftsfeld. Bisher konnte der Kunde bei der Direktannahme anwesend sein und sein Fahrzeug gemeinsam mit dem Service-Mitarbeiter unter die Lupe nehmen. Dank der neuen Technik kann sich der Lexus-Fahrer bei Auto Weller jetzt mit einem Kaffee in den Kundenwarteraum zurückziehen, die gesamte Inspektion auf einem Tablet verfolgen und sich dabei mit dem zuständigen Mitarbeiter austauschen. (jg)