Foto: Swiss Automotive Group

ATP-Übernahme

SAG wächst weiter

Offline wie online – die Swiss Automotive Group gewinnt steitig Marktanteile: Nach Übernahme der tschechischen Stahlgruber-Töchter scheint die bereits abgesagte ATP-Übernahme nun doch zu klappen.

Die Swiss Automotive Group AG (SAG) hat vergangene Woche den Erwerb des Online-Teilehändlers Autoteile Pöllath (ATP) bekannt gegeben – zum wiederholten Male. Wie berichtet, wurde die Kaufabsicht bereits Ende 2019 bekannt. Diese Vereinbarung platzte allerdings, wonach ATP Mitte März Insolvenz anmelden musste.

Der Teilehändler mit Sitz im schweizerischen Cham setzt mit der Übernahme des E-Commerce-Anbieters ATP das Wachstum der vergangenen Jahre fort. Einer Unternehmensbroschüre zufolge vergrößerte sich SAG seit der Gründung im Jahr 2009 stetig in puncto Marktanteile und Portfolio. 2012 verleibten sich die Schweizer den Nfz-Spezialisten Matik ein, 2016 stieg man bei der in Osteuropa tätigen Autonet ein. 2019 übernahm SAG das Geschäft von Hella Gutmann Solutions in der Schweiz und Österreich. Der jüngste Coup war der Kauf der Stahlguber-Töchter APM Automotive s.r.o. und Stahlgruber CZ s.r.o. aus der Tschechischen Republik.

Mit dieser Transaktion würden die Voraussetzungen geschaffen, die ATP-Gruppe wieder zu einem der führenden Autoteilehändler in Deutschland zu entwickeln, hieß es in der aktuellen Mitteilung. Man sei überzeugt, die ATP unter dem bestehenden Markennamen erfolgreich in die Zukunft führen zu können. Im Jahr 2019 hat die SAG Gruppe mit über 3.650 Mitarbeitern an 180 Standorten umgerechnet rund 900 Millionen Euro Umsatz erzielt. Bei ATP waren 2019 400 Mitarbeiter tätig, der Jahresumsatz lag zuletzt bei über 100 Millionen Euro. Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens hatten allerdings mehr als 150 Mitarbeiter ATP verlassen, verkündete der zuständige Insolvenzverwalter ebenfalls vergangene Woche (wir berichteten).