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Motoreninstandsetzung

Das Geschäft brummt noch

In Wernigerode trafen sich die Motoreninstandsetzer zum Verbandstreffen des VMI. Entgegen der allgemeinen Zukunftsangst in der Branche war hier vor allem eines zu spüren: Zuversicht.

Groß war die Neugierde der Motoreninstandsetzer, als sie am ersten Tag ihres diesjährigen Treffens vom Verband der Motoren-Instandsetzungsbetriebe (VMI) in Wernigerode drei Unternehmen der Branche besichtigen durften. Und sie wurden nicht enttäuscht. Bei Nemak in Wernigerode konnten sie die Herstellung von Zylinderköpfen und Motorblöcken, bei den Harzer Werken in Blankenberg den Guss von Laufbuchsen für Großmotoren und bei SECO in Quedlinburg die Produktion von Kolben, Pleuel und Zylinderlaufbuchsen kennen lernen. So erfuhren die Fachleute aus erster Hand, wie jene Komponenten entstehen, mit denen sie in ihrem Arbeitsalltag defekte Aggregate erneut zum Laufen bringen.

Alles wie geschmiert?

Der „Techniktag“ im Rahmen der Jahrestagung – bei der auch diesmal Mitglieder der Gütegemeinschaft der Motoreninstandsetzungsbetriebe GMI teilnahmen – war im weiteren Verlauf nicht etwa dem Wandel in der Mobilität, der Veränderung der Antriebe oder den längerfristigen Zukunftsaussichten der Branche gewidmet, sondern dem breitgefächerten Themenkreis „Schmierstoffe“.

Den ersten Vortrag über Öl und Additive mit dem durchaus nachdenklich stimmenden Titel „Sollbruchstelle Öl?“ hielt Walter Wagner von der Firma Wagner Spezialschmierstoffe mit Sitz in Wechingen.

Christoph Ladenburger bot anschließend als Anwendungstechniker für Forschung und Entwicklung bei der Liqui Moly GmbH eine Marktübersicht im Bereich Öle und Zusatzstoffe und nahm die fachlich versierten Zuhörer mit auf eine Reise in die unmittelbare Zukunft der Motoreninstandsetzung.

Dem gleichen Themenkreis war dann auch die inzwischen traditionelle Podiumsdiskussion am zweiten Veranstaltungstag gewidmet. Ihren Standpunkt in Sachen „Schmierstoffe und Motoröle“ erläuterten die schon durch ihre Vorträgen beim Publikum bekannten Christoph Ladenburger und Walter Wagner, außerdem Andreas Solibieda von Motair sowie Ingo Königshoven von Fast Forward Automotive, zugleich Vorstandsvorsitzender des VMI. Kompetenter Moderator des Fachgespräches war Dipl. Betriebswirt Gerhard Becker, Geschäftsführer von verbandsexperte.eu.

Becker bot übrigens im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung VMI und GMI auch den informativen Vortrag zum Thema „Umgang mit dem Wettbewerb(er) im gemeinsamen Verband“.

Fortbildung macht Fortschritt

Die neuen Herausforderungen, die durch den rasanten Wandel in der Branche an die Motoreninstandsetzer gestellt werden, können nach Ansicht des Verbandes nur durch Professionalität und permanente Weiterbildung bewältigt werden, so der Tenor der jüngsten Schulungs-Offensive, die der VMI vor etwa einem Jahr gestartet hat. Der Vorstandsvorsitzenden Ingo Königshoven stellte den Mitgliedern entsprechend den Verlauf des Fortbildungs-Projektes vor: Im Rahmen des 2018 angelaufenen Zertifikatslehrgangs zum Motoreninstandsetzer wurden bisher fünf Module umgesetzt, weitere zwei Schulungen sollen voraussichtlich bis Frühjahr 2020 stattfinden. Die Teilnehmer werden noch vor den Sommerferien theoretisch und praktisch in einem Fachbetrieb geprüft. Die Übergabe der Zertifikate erfolgt dann auf der Jahreshauptversammlung 2020 in Neckarsulm.

Obwohl das bisherige Interesse bei Kursanten und bei den unterstützenden Fördermitgliedern groß war, gab es für den Verbandsvorstand einen Wermutstropfen bei der Planung der zweiten Lehrgangs-Staffel: Wegen zu geringer Anmeldungen musste der Start der neuen Fortbildungs-Serie auf das Jahr 2020 verschoben werden. Das Feedback bei den VMI-Mitgliedern lässt jedoch hoffen, dass das Projekt erfolgreich weitergeführt werden kann.

Erneuerung und Erweiterung

Im Rahmen der VMI-Tagung in Wernigerode wurden neue Mitglieder vorgestellt: die Otto Hildebrandt Motoreninstandsetzung GmbH, Wagner-Motoren/Motoreninstandsetzung für die VAG-Gruppe & BMW, Zimmermann Fahrzeugbau GmbH, Brenner Autoservice GmbH, Sieker Turbo und Wolf Power Systems GmbH.

Derzeit zählt der VMI 50 ordentliche sowie 30 fördernde Mitglieder. Zu begrüßen ist aus der Sicht des Vorstandes auch der weitere Ausbau der Kooperation mit den österreichischen und schweizerischen Motoreninstandsetzer-Vertretern. Es wurde u.a. eine Schnittstelle über die Geschäftsstellen für Informations- und Datenaustausch vereinbart. Der Verband der österreichischen Motoreninstandsetzer will sich übrigens aktiv als förderndes Mitglied des VMI in zukünftige Projekte einbringen.