Foto: ATP Auto-Teile-Pöllath

Teilegroßhandel

ATP Autoteile meldet Insolvenz an

Die Übernahme von ATP Autoteile durch die Swiss Automotive Group ist – zumindest vorerst – geplatzt. Das hat erhebliche Konsequenzen: Der Oberfpälzer Online-Teilehändler muss Insolvenz anmelden. Es gibt aber Hoffnung auf eine baldige Lösung.

Im vergangenen Dezember hatten der deutsche Onlinehändler Autoteile Pöllath (ATP) und die Swiss Automotive Group (SAG) eine weitreichende Vereinbarung unterschrieben. Ziel war es, Ende Februar eine Kapitalerhöhung der Schweizer bei ATP durchzuführen und fortan unter der Führung der SAG zusammenzuarbeiten. Mit diesen Maßnahmen sollte die Firma ATP langfristig gesichert werden.

Dieser Plan ging jedoch nicht auf: Buchstäblich in letzter Sekunde platzte die Übernahme von ATP – aus Gründen, die nicht vom Investor SAG zu verantworten sind, versichert der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun. Da der Kaufvertrag nicht vollzogen werden konnte, blieb ATP-Geschäftsführer Peter Wolfgang Pöllath nur der Gang zum zuständigen Amtsgericht Weiden, um für die ATP-Dachgesellschaft Patt Handels-GmbH den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Wie Insolvenzverwalter Böhm mitteilt, soll der Geschäftsbetrieb des Online-Autoteilehändlers nach dem Insolvenzantrag in vollem Umfang fortgeführt werden. Das Warenangebot des Online-Shops atp-autoteile.de soll verfügbar bleiben. Auch Auslieferung und Versand seien nicht beeinträchtigt. Zudem bleibe die Gewährleistung auf ausgelieferte Produkte ohne Einschränkungen erhalten. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien nach Angaben der Kanzlei über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Ziel sei es laut Böhm, den Geschäftsbetrieb über eine Investorenlösung langfristig zu erhalten. Um einen geeigneten Partner für ATP zu finden, werde jetzt ein "strukturierter Investorenprozess" aufgesetzt.

Unterdessen unterstrich die Swiss Automotive Group ihr fortwährendes Interesse an einer Übernahme des süddeutschen Online-Händlers: "SAG unterstützt auch in dieser schwierigen Zeit ATP weiterhin. Nach wie vor ist das am 20.12.2019 vereinbarte Zusammengehen unter der Führung der SAG unser angestrebtes Ziel", verkündete das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Dank der intensiven Vorarbeiten und der schon vorhandenen notwendigen behördlichen Freigaben könne die Zusammenarbeit im Interesse der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sehr schnell umgesetzt werden. Dafür benötige SAG noch die Zustimmung der relevanten Entscheidungsträger.

Über ATP-Autoteile

Die ATP Auto-Teile-Pöllath Handels GmbH mit Sitz im bayerischen Pressath zählt zu den führenden Online-Anbietern von Kfz-Ersatz- und Verschleißteilen und Zubehör. Das Unternehmen beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Im Jahr 2018 lag er Umsatz bei 110 Mio. Euro. ATP-Autoteile ist nach eigenen Angaben Deutschlands stärkster eBay-Händler und zählt zu den drei größten eBay-Verkäufern in Europa.

Über die Swiss Automotive Gruppe (SAG)

Die SAG, Cham/Schweiz, ist ein europaweit tätiger Händler für die Pkw- und Nutzfahrzeugbranche im B2B-Bereich. Im Jahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen 3.200 Mitarbeitern an über 180 Standorten einen Umsatz von 900 Mio. Schweizer Franken (850 Mio. Euro) . Die SAG entstand im Jahr 2009 aus der Fusion der Familienunternehmen Derendinger AG und Metraux Services SA .

Einkauf und E-Commerce

ATP und SAG bündeln die Kräfte

Der Deutsche Onlinehändler Autoteile Pöllath (ATP) und die Swiss Automotive Group (SAG) wollen unter der Führung der SAG zusammenarbeiten. Zudem stockt die SAG ihre Kapitalbeteiligung an ATP auf.

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