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Foto: GTÜ
Altes Eisen mit wenigen Mängeln: Die Qualität der Oldis steigt steig an

GTÜ Oldtimerstatistik

Historische Fahrzeuge sind (meist) gut gepflegt

Die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) hat heute ihre aktuelle Oldtimerstatistik veröffentlicht. Die Flotte wird immer älter, die Mängelquote sinkt mit steigendem Alter.

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Foto: GTÜ Je älter das Fahrzeug, desto weniger Mängel

Die GTÜ-Prüfingenieure nahmen im vergangenen Jahr insgesamt 56.098 Hauptuntersuchungen (HU) von 30 bis 60 Jahre alten Kraftfahrzeugen (inklusive Motorräder, Traktoren und weitere Kategorien) mit und ohne H-Kennzeichen ab. Dabei glänzten 54,35 Prozent der Fahrzeuge mit einer Prüfung ganz ohne Mängel. Bei den 30 bis 60 Jahre alten Personenwagen allein waren es im Jahr 2020 sogar 65,39 Prozent. „Das spricht dafür, dass Besitzer von klassischen Automobilen sich der Bedeutung ihres Fahrzeuges als technischem Kulturgut bewusst sind und viel Wert auf seinen guten Zustand legen“, sagt Marco Oehler, Technischer Leiter der GTÜ.

 

Erstmals mit H-Kennzeichen

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Bis zu einem Alter von 20 Jahren steigt die Mängelquote, danach splittet sich der Markt: Schrottpresse oder Sammlerobjekt
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Die Oldtimer stehen gut dar
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Bei Fahrzeugen mit H-Kennzeichen sind erhebliche Mängel geringer als bei Fahrzeugen ohne das begehrte „H“

Die GTÜ nennt beispielsweise den Audi 80 (B4) und das Audi Cabriolet, den BMW 5er Touring (E34), die Mercedes-Benz S-Klasse (W 140) und den Porsche 911 Turbo (964), die dieses Jahr erstmalig das H-Kennzeichen tragen dürfen. Auch Honda Civic (5. Generation), Volvo 850, Peugeot 106 und Renault Espace II zählen zu den Newcomern unter den Oldtimern. „Die Typen, die seit Januar 2020 erstmals mit einem H-Kennzeichen zugelassen werden können, erweitern die Bandbreite der automobilen Klassiker um weitere attraktive, technisch ausgereifte Fahrzeuge“, sagt Alexander Schechinger, Referent GTÜ-Classic. Insgesamt haben Oldtimer mit H-Kennzeichen 2020 in den GTÜ-Hauptuntersuchungen tendenziell besser abgeschnitten als 30 bis 60 Jahre alte Fahrzeuge ohne H-Kennzeichen – nur logisch, dass sich die Halter eines echten „Schätzchen“ mehr um das Fahrzeug kümmern, als der Halter eines Traktors, der mit über dreißig Jahren noch durchaus im Dienst sein kann – und sich daher in einem schlechteren Pflegezustand befindet.

 

Klassiker auf Topniveau

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Foto: GTÜ Sehr alte Fahrzeuge der Baujahre 1920-1940 finden sich nur noch in Sammlerhänden – entsprechend gut ist ihre Pflege

Bei den Mängelquoten lag unter den „Top 15“ der zulassungsstärksten Oldtimer der Mercedes-Benz SL „Pagode“ (W 113) mit durchschnittlich 0,69 Mängeln je Hauptuntersuchung an der Spitze, gefolgt von Porsche 911/912 (0,83) und Volkswagen Käfer (1,05). Zum Vergleich: Die Zahl der Hauptuntersuchung bei den beliebtesten Klassikerbaureihen in Deutschland (nach dem Rang der zugelassenen Fahrzeuge) belief sich 2020 beim Volkswagen Käfer auf 3.623, bei der Mercedes-Benz Baureihe 123 auf 2.162 und bei Porsche 911/912 auf 1.548.

Diese Klassiker können locker mit den Mängelquoten erheblich jüngerer Fahrzeuge mithalten: Die Mängelquote aller 3.388.976 Hauptuntersuchungen von Personenwagen der GTÜ im Jahr 2020 lag bei einem Durchschnitt von 0,86. Die höchsten Mängelquoten mit mehr als 2,0 wiesen 22 bis 24 Jahre alte Fahrzeuge auf. „Die Oldtimer-Mängelstatistik von 2020 bestätigt damit wieder, dass die Mängelzahl bis zu einem Fahrzeugalter von 20 bis 25 Jahren durchschnittlich steigt, um dann wieder deutlich zu sinken“, fasst Marco Oehler zusammen.

Die Geschichte von GTÜ-Classic hat vor 15 Jahren mit Marktwertanalysen für klassische Fahrzeuge begonnen. Seither hat die Prüforganisation dieses Geschäftsfeld kontinuierlich ausgebaut. Seinen heutigen Namen trägt der Unternehmensbereich seit 2014. GTÜ-Classic ist regelmäßig auf großen Klassik-Fachmessen sowie bei Oldtimer-Events präsent.

 

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