Foto: OJD

Nie wieder durchgerostete Bremsleitungen

GTÜ erwirkt ABE für KuNiFer-Bremsleitungen

Am 8. September 2020 hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Allgemeine Betriebserlaubnis 61429 für Kupfer-Nickel-Bremsleitungen (KuNiFer) erteilt. Ermöglicht hat das die intensive Projektarbeit des Technischen Dienstes der GTÜ.

An- und durchgerostete Bremsleitungen gehören bei der TÜV-Prüfung von älteren Fahrzeugen zum Alltag. Obwohl mit KuNiFer ein deutlich haltbareres Material zur Verfügung steht, war der nachträgliche Einbau seit Mitte der Neunzigerjahre verboten. Nun hat die GTÜ gemeinsam mit einem Hersteller solche Bremsleitungen die Erstellung einer ABE erwirkt. Damit stehen dem Aftermarket nun bessere Alternativen zur Verfügung, als wieder eine einfache Stahlleitung zu verbauen. Seit 1994 ist der Austausch von Stahlbremsleitungen durch solche aus Kupfer-Nickel-Legierungen nicht mehr zugelassen worden. Sieben Jahre lang hat sich die GTÜ mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt, sagt Pienau, Leiter des Technischen Dienstes der GTÜ. Denn bereits 2013 ist OJD mit der Bitte um Unterstützung auf die Prüforganisation zugekommen: Die GTÜ solle dem Unternehmen helfen, die gut zu verarbeitenden und deshalb bei den Kraftfahrzeugprofis beliebten Bremsleitungen aus der Buntmetalllegierung wieder für Reparatur und Aftersales zuzulassen.

Am Anfang stand Grundlagenarbeit mit einer langen Reihe von Tests in den Prüflaboren der Fakt GmbH in Heimertingen sowie einer Bachelorarbeit, die von der GTÜ an der Dualen Hochschule Horb vergeben wurde. „Danach stand fest, dass von den OJD-Bremsleitungen nicht die 1994 beschriebene Gefahr ausgeht“, blickt Johannes Pienau zurück. Damals hatten Prüfungen ergeben, dass beim Umformen der Kupfer-Nickel-Bremsleitungen (insbesondere beim Biegen in engen Radien) Versprödungen auftreten können, was wiederum zu einem Bruchrisiko führen kann. Daraufhin waren Austauschbremsleitungen aus der Legierung vom KBA nicht mehr zugelassen – mit Ausnahme jener Fälle, in denen gleiche Leitungen auch serienmäßig vom Fahrzeughersteller verwendet werden.

Die positiven Ergebnisse der ersten Tests waren der Startschuss für eine intensive Gremienarbeit: Die Technischen Leiter der GTÜ und der Leiter Technischer Dienst nahmen den Dialog mit sämtlichen Gremien in Deutschland auf, die für den sicheren Betrieb von Fahrzeugen im Bereich der StVZO zuständig sind. Dabei konnte die Prüforganisation die Fachwelt davon überzeugen, dass der Wissensstand aus den 1990er-Jahren hinsichtlich von Kupfer-Nickel-Austauschbremsleitungen überholt ist. Schließlich stimmte 2017 der Bund-Länder-Fachausschuss Technisches Kraftfahrwesen (BLFA TK) zu, dass eine ABE für diese Bauart von Bremsleitungen erstellt werden kann.

Dieser nächste Schritt begann 2019. Für die Erstellung der ABE waren wiederum zahlreiche Einzelprüfungen über mehrere Monate hinweg notwendig. Allein die Druckprüfung der Leitungen dauerte 70 Tage, weil hier über eine Millionen Mal ein Druck von mindestens 150 bar aufgebaut werden musste. Dann lag der abschließende Prüfbericht vor, der Entwurf der ABE wurde erstellt und beim Kraftfahrt-Bundesamt eingereicht. Johannes Pienau, Leiter Technischer Dienst der GTÜ resümiert: „Mit der Erteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis 61429 haben wir dieses Projekt nach sieben Jahren sehr erfolgreich abgeschlossen. Die seit mehr als 25 Jahren bestehende Lücke bei den Zulassungen von Austauschteilen für die Kraftfahrzeugreparaturbranche sowie den Fachhandel konnte durch unseren maßgeblichen Beitrag geschlossen werden. Damit haben wir für die Fahrzeugbranche ein großartiges Ergebnis im Sinne der Kunden und der Unternehmen herbeigeführt.“

Foto: Daimler

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