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Foto: Continental

Telematik

Fuhrparks intelligent managen

In modernen Fuhrparks helfen Telematiksysteme, Fahrzeuge und Fahrer effizient, effektiv und gesetzeskonform einzusetzen. Außerdem lassen sich damit Wartungen und Reparaturen vorausschauend steuern – und so die Fahrzeugkosten reduzieren.

Wo befinden sich Fahrzeug und Fracht in diesem Augenblick? Wie viel Ladung lässt sich unterwegs noch aufnehmen? Wie viel Lenkzeit hat der Fahrer noch? Wie sieht es mit der Temperatur im Kühlcontainer aus? Fährt der Fahrer spritsparend oder mit ‚Bleifuß‘? Wie steht es um den technischen Zustand von Truck und Trailer? Lässt sich die fällige Wartung in der Ruhezeit des Fahrers erledigen? Dies sind nur einige der Fragen, welche Spediteure, Transportdienstleister, Fuhrparkmanager und Disponenten permanent beschäftigten – und die moderne Telematiksysteme umfassend erschöpfend beantworten können.

Exakte Daten in Echtzeit

Exakte – und vor allem aktuelle – Daten sind wichtig, um ein Transportgeschäft mit maximaler Wirtschaftlichkeit und Effizienz betreiben zu können. Speziell wenn es um die Fahrzeug- und Fahrerverfügbarkeit geht, spielt die Telematik eine essenzielle Rolle. Zudem lässt sich mit ihr die ‚Predictive Maintenance’, also die ‚Vorausschauende Wartung’, optimal organisieren. D kann dabei helfen, die TCO (Total Cost of Ownership), sprich: die Gesamtbetriebskosten über die Lebensdauer des jeweiligen Nutzfahrzeugs, drastisch zu reduzieren.

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Foto: Bosch Durch die Daten aus dem Tachographen kann der Fahrer künftig einen Übernachtungsplatz passend zu seinen Lenk- und Ruhezeiten suchen und buchen.

Als vor rund 20 Jahren die ersten Telematiksysteme auf den Markt kamen, galten sie als teuer und nur für große Speditionen notwendig. Doch inzwischen fahren auch immer mehr kleine und mittlere Transportunternehmen darauf ab. „Es muss nicht immer gleich die ganz große Lösung sein“, konstatiert Dr. Lutz Scholten, Leiter des Geschäftsbereichs Tachographs, Telematics und Services beim Zulieferer Continental. „Für kleine und mittelgroße Flotten gibt es attraktive Einsteigerlösungen. Wichtig ist, dass alle Informationen, die Flottenmanager und Disponenten brauchen, schnell und in der passenden Form vorliegen“, berichtet der Fachmann.  Demnach übermitteln bereits einfache Systeme Routen-, Standort- und viele weitere Daten von Fahrzeugen und Fahrern quasi in Echtzeit an das Dashboard des Disponenten, so dass dieser ad hoc wichtige Entscheidungen treffen kann.

Betriebskosten permanent im Blick

Ein zentraler Kostenblock im Speditionsgewerbe sind die TCO der Fahrzeuge, wobei Kraftstoff- und Reifenkosten den Löwenanteil ausmachen. Bereits mit einfachen Telematiksystemen lässt sich der Kraftstoffverbrauch über einen längeren Zeitraum beobachten. Die für das Verbrauchsreporting notwendigen Daten lassen sich entweder direkt aus dem CAN-Bus des Trucks ziehen oder mit einem separaten Zusatzgerät ermitteln. Die dabei generierten Daten kann der Flottenmanager bequem am Bildschirm auswerten und für die Fahrer regelmäßig entsprechende Reports drucken.

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Foto: Idem/BPW Die Ladung im Blick: Bei temperaturgeführten Transporten ist eine lückenlose Dokumentation des Temperaturverlaufs gefordert. Gibt es Probleme, etwa weil eine Ladetüre nicht geschlossen ist oder die Kältemaschine zickt, erhält der Disponent umgehend eine Warnung.

„Dadurch lässt sich nachvollziehen, wann und wo ungewöhnlich viel Sprit verbraucht wurde – und wo die Einsparpotenziale stecken“, verspricht der Telematik-Experte von Continental. Er empfiehlt Fahrerschulungen, so genannte Öko- oder Sprit-Spar-Trainings, bei denen die Fahrer lernen, welche Faktoren den Spritverbrauch beeinflussen und wie sie ökonomisch mehr Telematik-Anbieter ihrer Flottenmanagement-Software (FMS) zunehmend pfiffige Zusatzmodule, mit denen der Fahrer seinen Spritverbrauch per Smartphone, Tablet, Navigationssystem, etc. selbst und in Echtzeit kontrollieren und optimieren kann.

Pannen im Ansatz vermeiden

Bei den Reifenkosten indes geht es primär weniger um den Verschleißersatz, sondern vielmehr darum, verbrauchserhöhendes Fahren oder Reifenplatzer infolge eines zu geringen Reifenfülldrucks zu vermeiden. Insbesondere Reifenplatzer können schnell Kosten im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich verursachen sowie ungeplante und teure Standzeiten verursachen – und sogar empfindliche Konventionalstrafen nach sich ziehen.

Fahrzeugkontrollen zeigen immer wieder, dass teilweise mehr als die Hälfte der überprüften Lkw und Anhänger mit einem zu geringen Reifenfülldruck unterwegs ist. Überdies rangieren in den Pannenstatistiken Reifenpannen seit Jahren regelmäßig auf den vordersten Plätzen. Telematikfähige Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS) für Truck und Trailer amortisieren sich daher Experten zufolge sehr schnell, denn bei Abweichungen vom Sollzustand erhalten Fuhrparkleiter und Fahrer über das FMS eine entsprechende Warnung und können unmittelbar reagieren.

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Foto: Volvo Trucks ‚Intelligente’ Telematik-Systeme erfassen nicht nur den Kraftstoffverbrauch und melden diesen dem Disponenten, sondern helfen dem Fahrer direkt durch konkrete Tipps, Sprit zu sparen.

Bei vielen FMS lassen sich Tachographendaten mit einbinden, so dass der Fuhrparkchef die Lenk- und Ruhezeiten automatisch erhält, was diesem die gesetzeskonforme Dokumentation und Archivierung erleichtert. Zudem kann er damit die Arbeitszeiten der Fahrer im gesetzlichen Rahmen optimal auszuschöpfen. Und er sieht auf einen Blick, ob einer der Fahrer noch zusätzliche Fracht aufnehmen kann. Verfügt die Spedition darüber hinaus auch noch über eine computerunterstützte ‚Guided Navigation’, lässt sich ermitteln, welcher Fahrer die Ladung idealerweise abholen sollte.

Wartung – nur wenn notwendig und zeitlich passend

Telematiksysteme – derzeit sind es allerdings überwiegend noch die von den Nutzfahrzeugherstellern angebotenen Lösungen – können darüber hinaus dabei helfen, Pannen und ungeplante Werkstattaufenthalte frühzeitig zu erkennen und notwendige, planmäßige Werkstattaufenthalte ideal zu takten. Dazu prüft die On-Board-Diagnose (OBD) mit vollautomatischen Diagnoseroutinen fortlaufend und in Echtzeit den Status der Fahrzeugsysteme, um kritische Zustände frühzeitig zu ermitteln. Droht beispielsweise der Ausfall eines Lkw, erhält das Hersteller-Servicecenter unverzüglich eine entsprechende Meldung. Darauf basierend benachrichtigt das Servicecenter sofort den vom Kunden festgelegten Ansprechpartner im Unternehmen und informiert diesen sowohl über den identifizierten Reparaturbedarf als auch über die notwendige Maßnahme, um den drohenden Liegenbleiber zu vermeiden.

Muss unverzüglich repariert werden, kann das Servicecenter dem Disponenten und dessen Fahrer helfen, den Werkstatttermins zu organisieren. Eventuell lässt sich die Fahrzeugroute sogar so planen, dass sich der aktuelle Transportauftrag noch erledigen lässt. Auch anstehende Reparaturen und Wartungen lassen sich über die Predictive Maintenance-Funktion des Telematiksystem optimal managen: Erkennt das System einen Wartungs- bzw. Reparaturbedarf, erhält die vom Kunden ausgewählte Werkstatt automatisch einen Hinweis, so dass diese einen Reparaturtermin vorschlagen beziehungsweise organisieren kann. Da die Werkstatt über das FMS quasi den aktuellen Zustand des betreffenden Fahrzeugs ‚kennt’, kann sie sich bestens auf den Werkstattaufenthalt einstellen, den Reparaturauftrag vorbereiten und auch schon die notwendigen Teile und gegebenenfalls Spezialwerkzeuge vorbereiten.

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Foto: Bridgestone

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