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Der Ford Bronco wird voraussichtlich ab Mitte 2023 in Deutschland bestellbar
Foto: Ford
Der Ford Bronco wird voraussichtlich ab Mitte 2023 in Deutschland bestellbar

„Lust am Abenteuer“

Ford stellt sich neu auf

Ford durchläuft derzeit die größte Transformation seiner fast 120-jährigen Unternehmensgeschichte. Mit einem neuen Produktportfolio will sich die Marke neu ausrichten. Ab 2030 soll das Pkw-Angebot komplett elektrisch angetriebenen sein.

Ein vollelektrisches Fahrzeugportfolio, verbunden mit einer Neupositionierung der Marke – nach den Worten von Dr. Christian Weingärtner, Geschäftsführender Direktor für Ford Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie Geschäftsführer Marketing und Sales der Ford-Werke GmbH, durchläuft Ford derzeit die größte Transformation seiner fast 120-jährigen Unternehmensgeschichte.

Der Schlüsselbegriff für den Wandel lautet "Adventurous Spirit - Lust am Abenteuer". Weingärtner sagte in der vergangenen Woche bei einem mehrtägigen Medienevent in Kitzbühel (Österreich): "Wir bei Ford in Europa setzen auf Werte wie Freiheit und Abenteuer sowie auf hochemotionale Fahrzeuge.“ Im Rahmen der "Adventurous Spirit"-Veranstaltung verdeutlichte Ford an den Beispielen Ranger Raptor, der Nordamerika-Version des neuen Ford Bronco und des nordamerikanischen, vollelektrischen F-150 Lightning, wie sich das Unternehmen in Europa künftig neu positionieren will.

Die neue Generation des Ranger Raptor wird in diesen Tagen an die ersten Kunden ausgeliefert. Der Ford Bronco wird voraussichtlich ab Mitte 2023 in Deutschland bestellbar sein. Der F-150 Lightning wird hingegen bis auf weiteres in Europa nicht angeboten, zumal Features wie die Ladeanbindung, die Stromspannung und verschiedene Technik-Module an europäische Verhältnisse angepasst werden müssten. Der F-150 Lightning solle aber unterstreichen, dass Ford bei der Elektromobilität "all in" gehe und dass auch vollelektrische Fahrzeuge die neue "Adventurous Spirit"-Markenpositionierung verkörpern können.

Weingärtner: "Wir werden unser Pkw-Geschäft neu denken"

Ford sei in Europa im Pkw-Bereich, gemessen an den Stückzahlen, ein eher kleinerer Anbieter, so Weingärtner. "Daher werden wir unser europäisches Pkw-Geschäft neu denken und künftig deutlich pointierter auftreten. Ford produziert seit 1925 in Deutschland, mittlerweile sind über 47 Millionen Fahrzeuge von den Fließbändern im Inland gerollt. "Wir haben also eine lange und erfolgreiche Tradition in Deutschland. Unsere Wurzeln liegen aber ganz klar in den USA und wir sind heute der größte verbliebene amerikanische Hersteller auf europäischem Boden".

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Das Ford-Werk Silverton nahe Pretoria (Südafrika) hat die Produktion der neuen Generation der Pick-up-Baureihe Ranger aufgenommen. Jährlich können dort bis zu 200.000 Ranger gebaut werden. 
Foto: Ford
Das Ford-Werk Silverton nahe Pretoria (Südafrika) hat die Produktion der neuen Generation der Pick-up-Baureihe Ranger aufgenommen. Jährlich können dort bis zu 200.000 Ranger gebaut werden. 

Im Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen stelle sich die Situation dagegen anders dar, sagte Weingärtner. Hier sei Ford in Europa eine starke Volumenmarke. In Deutschland liege Ford auf Rang drei, aber in Europa insgesamt sei Ford in allen drei Hauptsegmenten die Nummer eins: im Nutzlast-Segment bis eine Tonne, im Nutzlast-Segment bis zwei Tonnen und im Pick-up-Segment. Der Ford-Manager: "Wir haben in Europa unseren Marktanteil mit den Baureihen Courier, Connect, Custom, Transit und Ranger in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Weingärtner zeigte sich überzeugt davon, den Ford-Marktanteil im Nutzfahrzeuggeschäft weiter ausbauen zu können, da man dank Ford Pro die richtigen Produkte, Dienstleistungen und Services anbieten könne.

Ford bekennt sich zur Elektromobilität

Das Unternehmen will darüber hinaus die Elektrifizierung seines Produktangebots mit Macht vorantreiben. Dies sei laut Weingärtner für Ford eine große Chance: "Wir nutzen die Elektrifizierung, um uns mit den künftigen Produkten stärker vom Wettbewerb zu differenzieren". Bis 2024 will Ford drei neue vollelektrische Pkw-Modelle und vier neue vollelektrische Nutzfahrzeug-Modelle in Europa auf den Markt bringen. Zwei dieser drei neuen Pkw-Modelle - ein mittelgroßes, fünfsitziges Crossover und ein Sport-Crossover - werden ab 2023 beziehungsweise ab 2024 im Cologne Electrification Center (CEC) von den Bändern rollen, das derzeit am Standort Köln-Niehl entsteht. Bei dem dritten Modell handelt es sich um eine vollelektrische Version des Ford Puma, die ab 2024 im Werk Craiova (Rumänien) gebaut werden wird.

Ab 2026 will Ford in jeder Pkw-Baureihe mindestens ein Plug-in-Hybrid- oder ein vollelektrisches Modell im Angebot haben. Ebenfalls ab 2026 will Ford in Europa jedes Jahr bereits mehr als 600.000 Elektrofahrzeuge (Pkw und Nutzfahrzeuge) verkaufen. Ab 2030 soll das Pkw-Angebot des Unternehmens in Europa nur noch aus rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bestehen.

Ehrgeizige Ziele

Ähnlich ehrgeizig sind die Elektrifizierungsziele für den Nutzfahrzeugbereich. Ab 2024 sollen Weingärtner zufolge alle Ford-Nutzfahrzeuge in Europa entweder als vollelektrische Versionen oder als Plug-in-Hybride angeboten werden. Ab 2030 sollen elektrifizierte Varianten bereits zwei Drittel der Ford Nutzfahrzeug-Verkäufe ausmachen.

Global gesehen, sollen bis Ende 2023 rund 600.000 Elektrofahrzeuge produziert worden sein:

- 270.000 Mustang Mach-E für Nordamerika, Europa und China,

- 150.000 Ford F-150 Lightning für Nordamerika,

- 150.000 E-Transit-Nutzfahrzeuge für Nordamerika und Europa,

- 30.000 Einheiten eines komplett neuen, vollelektrischen Crossovers für Europa, dessen Produktionsrate im Jahr 2024 weiter gesteigert wird.

Um diese ambitionierten Ziele erreichen zu können, investiert die Ford Motor Company laut Weingärtner bis 2026 über 50 Milliarden US-Dollar in Elektrofahrzeuge. Ford erwartet eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von mehr als 90 Prozent für seine Elektrofahrzeuge bis 2026. Bis 2030 werde mehr als die Hälfte der globalen Ford-Produktion aus Elektrofahrzeugen bestehen, so die Prognose.

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 (v.li.): Douwe Groenendijk (Stertil Group CFO), Bennie Stapensea (Stertil Group CSO), Gary Palmer (Managing Director Beissbarth), Frank Scherer (CEO Nussbaum), Alex Maier (Beissbarth CC und Hans Peter Zurwesten (CSO Beissbarth). 

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