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Beim Scheibenreiniger sollte man nicht sparen – die günstigen Produkte schneiden bedeutend schlechter ab.
Foto: KÜS / Sveinn Baldvinsson
Beim Scheibenreiniger sollte man nicht sparen – die günstigen Produkte schneiden bedeutend schlechter ab.

Betriebsmittel

Fertiggemischte Winterscheibenreiniger im KÜS-Test

Schneematsch, Streusalz und aufgewirbelter Straßendreck verschmutzen im Winter die Autoscheibe besonders stark. Spritzdüsen und Scheibenwischer sind oft im Dauereinsatz, doch nicht jeder Winterreiniger hält in der Praxis, was er auf dem Etikett verspricht.

Voraussetzung für klare Sicht ist jedoch ein wintertauglicher Scheibenreiniger im Wischwasserbehälter. Denn bei Schmuddelwetter kommt es darauf an, dass die im Reiniger enthaltenen Tenside den Schmutz lösen – auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Drecklösend wirken nur die Tenside und Wasser. Der zugemischte Alkohol dient ausschließlich dem Frostschutz. Die KÜS hat gemeinsam mit Auto Bild elf gängige Winter-Fertigmischungen für die Scheibenwaschanlage getestet, wie sie an Tankstellen, im Supermarkt, in Baumärkten und im Zubehörhandel erhältlich sind.

Beim Testsieger reichen drei Wischgänge für klaren Blick

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Testsieger ist Sonax, Aral und RobbyRob folgen auf den Plätzen zwei und drei
Foto: KUES
Testsieger ist Sonax, Aral und RobbyRob folgen auf den Plätzen zwei und drei

Klarer Testsieger und zudem Preis-Leistungs-Sieger im großen Vergleich ist der „sehr gute“ Reiniger „Sonax Anti-Frost & Klarsicht“ mit 100 Prozent Schmutzlösekraft. Schon nach dem dritten Wischgang ist die Scheibe sauber. Zudem hinterlässt der Reiniger keine Schlieren. Auf den Plätzen zwei und drei mit der Experten-Note „gut“ die beiden Reiniger „Aral Klare Sicht Winter-Fertigmix“ und „RobbyRob Scheibenfrostschutz“. Beide zeichnen sich durch gute Schmutzlösung und schnelle Trocknung aus und bilden keine Schlieren auf der Scheibe. Gerade noch „ausreichend“ der Scheibenreiniger von Cartechnic. Er wirkt vor allem im Bereich des Austritts an den Düsen, von einer sauberen Scheibe ist seine Leistung jedoch weit entfernt. Die restlichen sieben getesteten Produkte können mit ihrer Reinigungsleistung die Experten von KÜS und Auto Bild auch nicht annähernd überzeugen. Deshalb nur die Note „mangelhaft“ für die Fertigmischungen von Total, Shell, All Ride, Priva, Nigrin, Eurolub und Ernst. Sie versagen auf ganzer Linie. Selbst nach zehn Wischgängen verschmieren sie teilweise die Scheibe mehr, als dass sie für klaren Blick sorgen. Mitunter entsteht beim Wischen ein gefährlicher Schmutzfilm, der bei Dunkelheit für Sekunden zu einem gefährlichen „Blindflug“ führen kann. (Siehe Ergebnistabelle).

Die Zahl der Wischgänge ist entscheidend

Wichtig ist dabei vor allem, wie viel Flüssigkeit notwendig ist, um den Schmutz von der Scheibe zu bekommen, denn das beeinflusst die Kosten pro Reinigungsvorgang enorm. Ein Reiniger, der den Dreck schon nach drei- oder viermal wischen wegbekommt, ist deutlich effektiver, als einer, bei dem die Scheibe selbst nach zehn Wischgängen nicht sauber und schlierenfrei ist. Im Test wird auch die Bedienungsanleitung, die Handhabung und der Geruch bewertet. Selbstverständlich sollten Scheibenreiniger auch keine Schäden auf Gummi, Lack oder Scheinwerfergläsern aus Polycarbonat hinterlassen. Winterscheibenreiniger müssen nicht nur bei norddeutschem Schmuddelwetter um die null Grad gut funktionieren, sondern auch bei tiefen Temperaturen von minus 10 bis minus 20 Grad im südlichen Alpenvorland und in Bergregionen. Hier halten alle getesteten Produkte den auf dem Etikett genannten Gefrierpunkt sehr gut ein oder weichen nur geringfügig ab.

So hat die KÜS getestet

Ein guter Winterscheibenreiniger sollte die Frontscheibe nicht nur vom typischen Salznebel vorausfahrender Fahrzeuge befreien, sondern auch vom sogenannten Winterschmutz (Reifenabrieb, Bremsstaub, Abgasruß, Ölschmutz, Wachs aus der Waschanlage), der bei Kälte als Schmierfilm hartnäckig auf der Scheibe klebt. Wie die Scheibenreiniger damit zurechtkommen, haben KÜS und Auto Bild auf einem klimatisierten und vollautomatischen Prüfstand in einem Fachlabor in Neuburg getestet. Dieser Prüfstand garantiert identische Bedingungen bei jedem Testdurchlauf. Klimaanlage und Ventilatoren sorgen für die Simulation einer Fahrt bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius und 25 km/h Fahrgeschwindigkeit. Je Testdurchgang eines Reinigers erfolgt zunächst das Auftragen von 20 Gramm Testschmutz auf die Scheibe, dann wird einmalig ohne Wasser gewischt, um den Schmutz auf der Scheibe zu verteilen. Insgesamt erfolgen anschließend zehn Wischzyklen mit Aufsprühen des Reinigers durch die Scheibenwaschdüsen. Pro Wischzyklus werden 50 Milliliter des getesteten Produkts auf die Scheibe gesprüht. Eine hochauflösende Kamera erfasst dabei den Reinigungsvorgang. Aus den Bilddaten errechnet eine Software die Reinigungsleistung je Wischvorgang. Ab einem Wert von 63 Prozent gilt die Scheibe als gesäubert. Beurteilt wird, ab dem wievielten Wischzyklus ein Reiniger diesen Wert erreicht. Erreicht ein Reiniger die 63 Prozent nicht, bekommt er in dieser Teildisziplin null Punkte. Hier wird die Wirksamkeit eines Reinigers nach seiner Wirkgeschwindigkeit beurteilt.

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