News 14.05.2019

Erneuter Anstieg der Reparaturkosten

Die Tendenz zu höheren Reparaturkosten setzt sich fort: Nach einer Phase recht stabiler Preise sind Reparaturen bei Neu- und Gebrauchtwagen im vergangenen Jahr - wie schon 2017 - deutlich teurer geworden. Das zeigt eine Auswertung der Car-Garantie.

 - Reparaturen sind 2018 wieder deutlich teurer geworden.
Reparaturen sind 2018 wieder deutlich teurer geworden.
Foto: Promotor / Volz

Für die Untersuchung wurden über 767.000 ausgelaufene Gebrauchtwagen-Garantien und rund 241.000 ausgelaufene Neuwagen-Garantien sämtlicher Marken und Modelle mit einer Laufzeit von 12, 24 und 36 Monaten ausgewertet. Insgesamt verwaltet die CarGarantie Versicherungs-AG in ihrem Portfolio über zwei Millionen Garantieverträge und arbeitet international mit mehr als 23.000 Fachhändlern zusammen.

Nachdem die durchschnittlichen Reparaturkosten jahrelang zwar kontinuierlich, aber moderat angestiegen sind, waren in den vergangenen zwei Jahren wieder deutliche Sprünge zu beobachten. Bereits 2017 war mit einem Anstieg von 502 auf 514 Euro ein hoher Zuwachs zu verzeichnen. 2018 zeigt sich, dass dies keine Ausnahme war, denn die durchschnittlichen Reparaturkosten stiegen weiter auf 527 Euro.

Anzeige

Motor verantwortlich für die teuersten Schäden

 - Abbildung 1: Schadenregulierungssumme Gebrauchtwagen
Abbildung 1: Schadenregulierungssumme Gebrauchtwagen
CarGarantie

Im Gebrauchtwagen-Bereich zeigt sich der Kostenanteil der einzelnen Bauteile nahezu unverändert: Wie schon im Vorjahr ist auch diesmal der Motor mit einem Anteil von 23,6 % für die meisten Ausgaben verantwortlich, gefolgt von der Kraftstoffanlage inklusive Turbolader und dem Getriebe (Abbildung 1). Die Kraftstoffanlage verzeichnete einen geringen Anstieg auf nunmehr 18,2 %, das Getriebe folgt fast unverändert mit 11,6 %.

 - Abbildung 2: Schadenregulierungssumme Neuwagen
Abbildung 2: Schadenregulierungssumme Neuwagen
CarGarantie

Bei den Neuwagen zeigt sich eine andere Reihenfolge: War im letzten Jahr noch die Kraftstoffanlage für die meisten Kosten verantwortlich, liegt in diesem Jahr auch hier der Motor nach einem Zuwachs von einem Prozentpunkt mit 21,3 % auf Platz 1 (Abbildung 2). Es folgen die Kraftstoffanlage und die elektrische Anlage.

 - Abbildung 3: Schadenhäufigkeit Gebrauchtwagen
Abbildung 3: Schadenhäufigkeit Gebrauchtwagen
CarGarantie_

Der Anteil der Schadenhäufigkeit zeigt kaum Veränderungen zum Vorjahr. Obwohl der Motor sowohl bei Gebraucht- als auch bei Neuwagen für die meisten Kosten verantwortlich ist, liegt er bei der Schadenhäufigkeit von Gebrauchtwagen mit 10,8 % nur auf Platz 3 (Abbildung 3) beziehungsweise bei Neuwagen mit 8,7 % auf Platz 4 (Abbildung 4). Bei Neuwagen ist wie schon im Vorjahr die Komfortelektrik die dritthäufigste Ursache für eine Reparatur.

 - Abbildung 4: Schadenhäufigkeit-Neuwagen
Abbildung 4: Schadenhäufigkeit-Neuwagen
CarGarantie

Auf Platz zwei folgt bei Gebraucht- und Neuwagen unverändert die elektrische Anlage mit ähnlichen Werten wie im Vorjahr. Ebenfalls wie im Vorjahr liegt die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader bei Neu- und Gebrauchtwagen auf Platz eins. Die Kraftstoffanlage ist bei beiden Fahrzeugarten für rund ein Fünftel aller Schäden verantwortlich.

Schäden treten etwas später ein

Nachdem das letzte Jahr einen Anstieg der frühen Schadeneintritte verzeichnete, hat sich das Bild 2018 geringfügig verändert. Bei Gebrauchtwagen treten noch 30,1 % der Schäden innerhalb der ersten 5.000 km nach Haftungsbeginn auf. Im Jahr zuvor waren es noch 33,2 %. Weiterhin treten mehr als 83 Prozent der Schäden während der ersten 25.000 km nach Haftungsbeginn auf. Ein ähnlicher Trend lässt sich bei den Neuwagen erkennen: Hier trat 2018 mit 27 % gut ein Viertel der Schäden im Laufe der ersten 25.000 km auf. 2017 lag dieser Wert noch bei 30,3 %.

Dr. Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender CarGarantie: „Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: Die immer anspruchsvollere technische Ausstattung von Fahrzeugen führt zu steigenden Kosten bei den Reparaturen. Dies wird besonders in der Schadenhäufigkeit deutlich, wo die elektrische Anlage auch in diesem Jahr den zweiten Platz belegt und zusammen mit der Komfortelektrik für mehr als ein Viertel aller Schäden verantwortlich ist."